Babys erstes Jahr

So entwickelt sich der Geruchssinn von Babys

Babys kommen mit einem besonders gut ausgeprägten Geruchssinn zur Welt. Dank diesem können sie ihre Mutter von anderen Personen unterscheiden. Erfahre hier, wie Babys ihren Geruchssinn im Alltag einsetzen und mit welchen Aktivitäten du ihn spielerisch fördern kannst.

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Baby Babys erstes Jahr

Prof. Dr. med. Oskar Jenni
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Prof. Dr. med. Oskar Jenni

Leiter Abteilung Entwicklungspädiatrie Kinderspital Zürich

Herausgeber des Buches «Die kindliche Entwicklung verstehen»    

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Prof. Dr. med. Oskar Jenni

Leiter Abteilung Entwicklungspädiatrie Kinderspital Zürich

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Der Geruchsinn spielt in unserem Leben eine grosse Rolle: Gerüche können Gefühle und Erinnerungen auslösen und bestimmen, wen wir „riechen können” und wen nicht. Bereits Neugeborene haben eine sehr feine Nase. Mit dieser nehmen sie ihre Umwelt wahr, schon kleine Babys verknüpfen Gerüche mit Erlebnissen und Personen.  

Der Geruchssinn von Babys entwickelt sich noch währen der Schwangerschaft und ist bei der Geburt voll funktionsfähig. Allerdings haben Neugeborene einen hohen Sicherheitsbedarf und sind deshalb zunächst sehr auf den Duft von Mama und Papa fokussiert. Hier ein paar spannende Hintergrundinfos. 

Darf ich in den ersten Wochen nach der Geburt Parfüm tragen?

Der Lieblingsduft von Babys? Derjenige der Eltern natürlich. Die Mama kann dabei schon direkt nach der Geburt, der Vater nach einigen Monaten erkannt werden. In Ermangelung eines ausgereiften Sehsinns, sind Babys auf den Geruchssinn als Orientierung angewiesen. Deshalb ist es vor allem in den ersten Wochen empfehlenswert, auf parfümierte Produkte zu verzichten. So kann das Baby den Duft der Eltern in Ruhe aufnehmen und eine innige zu ihnen Verbindung aufbauen, mit anderen Worten: bonden. Bittet am besten auch eueren Besuch auf parfümierte Produkte zu verzichten, damit das Kind nicht irritiert wird. Sehr intensiven Gerüchen sollten Babys ohnehin nicht ausgesetzt werden, den das sorgt schnell für Unbehagen.

Diese Produkte sollten parfümfrei sein:

  • Duschgel 
  • Shampoo 
  • Ggf. Make-up 
  • Ggf. Rasierschaum, After-Shave 
  • Parfüm, Eau de Toilette 
  • Brustwarzensalbe 
  • Bodylotion 
  • Waschmittel 

Babys lieben Hautkontakt. Denn Nähe und ein vertrauter Duft schenken ihnen Sicherheit und Geborgenheit. Wenn du dein Kind beim Tragen direkt an deinen Hals legst, dann kann es deinen natürlichen Duft besonders intensiv schnuppern. Dies hilft den biologischen Rhythmus des Babys zu stabilisieren und seine Entwicklung zu fördern. 

Parfümfreie Pflegeprodukte:

Wie kann ich den Geruchssinn meines Babys fördern?

1) Mama riecht am besten:

Wenn du dein Kind stillst, dann wasche dir die Brust am besten nur mit Wasser, damit das Kind deinen Geruch besonders intensiv wahrnehmen kann. Wundere dich nicht, wenn das Baby irritiert reagiert, wenn du ihm später das Fläschchen gibst. Schliesslich erwartet es stattdessen die weiche Brust, die nach Mama riecht. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, dass eine andere Person das Füttern übernimmt. Wenn du deinem Kind das Fläschchen gibst, dann kannst du das Bonding fördern, indem du direkten Hautkontakt herstellst. Trage dazu ein Top oder knöpfe einfach deine Bluse auf. 

2) Bekannte Gerüche beruhigen:

Weint das Kleine, sobald ihr bei jemand anders daheim seid oder es in einem anderen Bettchen schlafen muss? Dafür kann es viele Gründe geben. Eines davon, könnte sein, dass es mit fremden Gerüchen konfrontiert wird. Probiere in diesem Fall, das Kind mit z.B. einem Schmusetuch oder einem T-Shirt, das deinen vertrauten Duft trägt, zu beruhigen. Weitere Beruhigungstaktiken für weinende Babys findest du übrigens hier.

3) Die Vielfalt der Welt riechen:

Sobald Beikost verabreicht wird, wissen Kinder oft sehr genau, was ihnen schmeckt und was nicht. Denn Lebensmittel, die die Mutter während der Schwangerschaft gegessen hat, werden häufig wiedererkannt und bevorzugt. Als Eltern könnt ihr dazu beitragen, dass das Kind mit besonders vielen Gerüchen vertraut wird – natürlich ohne das Kleine zu überfordern. Sobald das Kind feste Nahrung zu sich nimmt, sollten verschiedene Gerichte und Gewürze auf dem Speiseplan stehen. Auch ist es eine gute Idee, neue Gerüche beim gemeinsamen Kochen zu entdecken. 

Geruchs- und Geschmackssinn sind eng verzahnt. Erfahre hier, was Neugeborene schmecken können und was es zu beachten gibt. 

Expertenquote:

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Die Ernährung des Kindes sollte variabel gestaltet werden, damit es so viele Gerüche wie möglich kennenlernt.

Prof. Dr. med. Oskar Jenni, Leiter Abteilung Entwicklungspädiatrie Kinderspital Zürich, Herausgeber des Buches «Die kindliche Entwicklung verstehen» 

Foto: Getty Images

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