Babyalltag

Warum Säuglinge weinen – und wie du dein Baby beruhigst

Ein weinendes Baby kann die Eltern an ihre Grenzen bringen. Wir erklären, weshalb Säuglinge schreien und wie du dein Kind beruhigen kannst.

Nützliche Informationen

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Babys kennen noch keine andere Sprache als das Weinen. Eltern können aber lernen, die verschiedensten Gründe aus dem Weinen ihres Kindes herauszulesen und darauf zu reagieren.
  • Um ihr Baby zu beruhigen, sollten auch die Mütter und Väter ruhig bleiben, denn die Nervosität der Eltern überträgt sich auf das Kind.
  • Eltern sollten ihr weinendes Baby niemals schütteln, denn die Säuglinge können ihren Kopf aus eigener Kraft noch nicht halten. Es drohen Hirnblutungen, Behinderungen oder sogar der Tod des Kindes.
  • Sandra Guyer vom Verein Babyschreihilfe gibt im Interview Tipps, was Eltern von Schreibabys beachten sollten und wo sie Hilfe finden.

Hilfreiche Tipps:

  • Warum weinen Babys? 8 häufige Gründe (siehe weiter unten im Text)
  • 6 Tipps: (siehe weiter unten im Text) So kann ich mein Baby beruhigen

Den ersten Schrei ihres Babys hören Eltern wohl am liebsten: Das Kleine ist auf der Welt und begrüsst alle Anwesenden lautstark. Die nächsten Schreiattacken hingegen lösen weniger Freude aus. Doch das Kleine kann sich noch gar nicht anders ausdrücken. 

Vor allem abends haben viele Säuglinge länger anhaltende Schreiphasen, weil sie die vielen Eindrücke des Tages verarbeiten müssen. Hier helfen vor allem Geduld und Zuwendung. Tagsüber können die verschiedensten Gründe wie Hunger, Unwohlsein, ein Nähebedürfnis oder auch eine volle Windel für lautes Weinen sorgen. 

Atme zunächst einmal tief durch, nimm das Kind auf deinen Arm und ergründe, weshalb dein Baby gerade weinen könnte. Mache dir immer bewusst: Dein Baby weint nicht grundlos und es schreit nicht, um dich zu reizen. Es kennt einfach noch keine andere Sprache. Besonders häufige Gründe fürs Weinen haben wir hier für dich zusammengestellt.

Warum weinen Babys? 8 häufige Gründe

1.) Ich habe Hunger!

Wie lange liegt eigentlich die letzte Mahlzeit deines Säuglings zurück? Es kann sein, dass dein Kind einfach weint, weil es Hunger hat. Und selbst wenn du der Meinung bist, das Kleine habe doch erst vor Kurzem gegessen: Die Mahlzeiten am Anfang seines Lebens lassen sich noch nicht genau planen. Es kann sein, dass die Abstände zwischen den Milchzeiten, die das Baby einfordert, zunächst einmal variieren. Wundere dich nicht, wenn der Säugling an manchen Tagen schon wenige Minuten nach der letzten Mahlzeit wieder Milch trinken will. Probiere es also aus: Vielleicht möchte dein weinendes Baby gestillt werden oder das Fläschchen bekommen.

2.) Autsch, ich habe Blähungen!

Viele Babys haben am Anfang ihres Lebens noch mit der Verdauung zu kämpfen. Kein Wunder, schliesslich ist die Umstellung von der Rundum-Versorgung im Mutterleib hin zum Milchsaugen für den kleinen Körper ein starkes Stück Arbeit. 

3.) Unangenehm, meine Windel ist voll!

Nicht immer merken es die Eltern sofort, dann muss das Baby eben durch Weinen darauf aufmerksam machen: Es braucht dringend eine frische Windel. Warten Mami und Papi zu lange mit dem Wechseln, kann es sein, dass der Po wund wird – noch ein Grund zum Weinen.

4.) Ich bin so müde, aber kann nicht schlafen!

Wir erleben es alle ab und zu: Wir sind müde, aber finden nicht in den Schlaf. Das ist doch zum Heulen. Auch Babys kann so etwas passieren. Eltern können solchen Situationen vorbeugen, indem sie schon früh auf einen gewissen Tagesrhythmus mit Schlaf- und Wachzeiten achten.

5.) Überstimulation: Ich habe heute zu viel erlebt!

Mit einem Neugeborenen am Samstagnachmittag ins überfüllte Einkaufszentrum zu gehen, ist keine gute Idee. Und es beim Grossfamilientreffen von einem Verwandten zum nächsten zu reichen ebenso wenig. Die Überreiztheit rächt sich in vielen Fällen spätestens am Abend mit einer ausgedehnten Schreiphase, in der die Eltern viel Geduld brauchen.

6.) Ich bin krank! 

Dein Baby weint viel, obwohl ihm das gar nicht ähnlich sieht? Vielleicht ein erstes Anzeichen dafür, dass es sich einen Virus eingefangen hat. Beobachte es genau und achte auf eine erhöhte Körpertemperatur.

7.) Mir ist zu warm oder zu kalt!

Vielleicht hast du es zu gut gemeint und dein Baby allzu dick eingepackt, damit es nicht friert. Vielleicht stört es aber auch die Zugluft und es friert im Kurzarmbody. Es ist am Anfang nicht ganz leicht einzuschätzen, wie viele Schichten Kleidung das Baby braucht. Als Faustregel gilt: Das Baby braucht eine Schicht mehr als du selbst.

8.) Ich möchte Nähe und Körperkontakt!

Oft will ein Baby vor allem eins: ganz nah bei Mami und Papi sein, denn dort fühlt es sich geborgen. Vielleicht hat es sich einfach nach einer Kuscheleinheit gesehnt. Vielleicht wollte es auch seine Position ändern, konnte das aber nicht alleine. Versuche, dein Baby beim erneuten Ablegen anders hinzulegen. Das könnte schon helfen.

Vorsicht! Weshalb du dein weinendes Baby nie schütteln sollten

Dein Baby hört nicht auf zu weinen und du würdest es am liebsten schütteln? Tue das niemals! Neugeborene und Säuglinge können ihr Köpflein aus eigener Kraft noch nicht halten. 

Sobald sich der ungestützte Kopf des Säuglings durch Schütteln ruckartig hin und her bewegt, kann das Kind ein Schütteltrauma erleiden. Dabei reissen feine Äderchen und es kann zu Hirnblutungen kommen, die irreparable Schäden verursachen. Starkes Schütteln kann zum Tod führen, in vielen Fällen überleben Babys aber mit schweren geistigen oder auch körperlichen Behinderungen.  

Deshalb: Sobald du merkst, dass das Weinen des Babys dich an deine Grenzen bringt, lege dein Kind in sein Bettchen, verlasse den Raum und nimm ein paar tiefe Atemzüge. Du kannst dir auch einen Tee aufsetzen oder das Kind deinem Partner übergeben. Für den Fall, dass du keine Unterstützung hast: Es wird deinem Baby nicht schaden, ein paar Minuten lang allein zu sein, während du dich beruhigst.  

Solltest du merken, dass du dich kaum beruhigen kannst, zögere nicht, dir Hilfe zu holen und beispielsweise die Nummer des Elternnotrufs zu wählen: 0848 35 45 55.

6 Tipps: So kann ich mein Baby beruhigen

1.) Körperkontakt herstellen

Wenn das Baby weint, reagieren Eltern häufig reflexhaft damit, ihr Kind auf den Arm zu nehmen. Babys lieben die Nähe zu Mami und Papi. Du kannst zum Beispiel ein Tragetuch nutzen, um dein Baby nah bei dir und dennoch die Hände frei zu haben. Besonders beruhigend wirkt auf viele Säuglinge übrigens der direkte Hautkontakt. Lege das bis auf die Windel ausgezogene Baby also auf deinen entblössten Oberkörper – und mache das gerne zu einem täglichen Beruhigungsritual.

2.) Überreiztheit vermeiden und Alltagsrituale einführen

Das Familientreffen, der Gang durchs Einkaufszentrum – all das kann deinen Säugling überstimulieren. Vergesse nie: Bis vor Kurzem war das Kleine noch in deinem Bauch vor allen äusseren Einflüssen geschützt, denen es nun ausgesetzt ist. Prasseln zu viele Eindrücke auf das Baby ein, kann es sein, dass es die Überforderung durch Weinen abbaut. Lerne daraus und lasse es in Zukunft ruhiger angehen. Auch feste Alltagsrituale wie ein täglich zur selben Zeit stattfindender Mittagsschlaf sorgen bei deinem Baby für Orientierung, geben ihm Sicherheit und beruhigen es.

3.) Eine beruhigende Bauchmassage

Gerade bei Blähungen kann eine Bauchmassage dein Baby beruhigen. Am besten entkleidest du es dazu und ziehen ihm auch die Windel aus, damit es an keiner Körperstelle beengt wird. Nun kannst du beispielsweise mit zwei Fingern sanft um den Nabel deines Babys kreisen. Du kannst auch seine Beinchen anwinkeln und die Knie zu seinem Bauch führen, damit sich Blähungen lösen. Es wirkt auch lindernd, wenn du deine Hand zuerst über, dann unter den Bauchnabel legst und sie sanft vibrierend bewegst. Probiere aus, was deinem Baby gefällt.

4.) Diese Griffe beruhigen dein Baby

Dein Baby ist auf deinem Arm, aber weint immer noch? Probiere einmal verschiedene Griffe aus, die als besonders beruhigend gelten. Du kannst dein Kind zum Beispiel im Fliegergriff halten: Das Baby liegt mit dem Bauch nach unten auf deinem Arm. Mit der freien Hand kannst du zusätzlich seine Beine anwinkeln. Das wirkt lindernd bei Blähungen. Der Kinderarzt Dr. Hamilton aus Santa Monica in den USA hat den Griff «The Hold» entwickelt, mit dem er weinende Säuglinge zuverlässig beruhigt, wie in seinem Video zu sehen ist. Dabei faltet er die Arme des Babys vor dessen Brust, fixiert sie mit seiner linken Hand, greift den Säugling mit der rechten Hand im Windelbereich und schaukelt das Kind in einem 45-Grad-Winkel. 

5.) Beruhigung mit dem Nuggi oder Finger

Viele Babys lassen sich mit dem Nuggi zuverlässig beruhigen. Aber nicht alle Eltern wollen, dass Ihr Kind sich daran gewöhnt – und nicht alle Babys nehmen einen Nuggi an. Du kannst deinem Kind auch deinen Finger zum Nuckeln anbieten, wenn es sich von selbst nicht beruhigt. Nehme dazu deinen gewaschenen kleinen Finger, achte darauf, dass der Fingernagel kurz ist. Zudem sollte immer die Unterseite des Fingers am Gaumen liegen, damit der Fingernagel dein Baby nicht verletzt. 

6.) Lautes Rauschen beruhigt dein Baby

Es mag überraschend scheinen, aber laute, gleichmässige Geräusche wie Föhn, Staubsauger, Dampfabzug oder Tumbler haben eine beruhigende Wirkung. Diese erinnern Babys an die Zeit im Mutterleib, wo sie von einer ziemlich lauten Geräuschkulisse umgeben sind. Praktisch für unterwegs ist der von Eltern für Eltern entwickelte Babyshusher mit verschiedenen Einstellmöglichkeiten.

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Foto: Getty Images

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