Babyratgeber

So fördern Sie den Hörsinn Ihres Babys

In den ersten Lebensmonaten reift der Hörsinn von Babys immer mehr aus. Wir geben Tipps, wie Sie Ihr Kind und sein Gehör jetzt fördern können.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Babys kommen bereits mit einem funktionsfähigen Gehör auf die Welt.
  • Mit unterschiedlichen Reizen können Sie den Hörsinn Ihres Babys schulen.
  • Achten Sie nach Erkrankungen wie einer Mittelohrentzündung darauf, wie sich der Hörsinn weiterentwickelt.

Über den Hörsinn nimmt ein Embryo bereits im Mutterleib die erste Verbindung mit der Aussenwelt auf: Der Herzschlag der Mutter, ihre Stimm-Melodie, ihre Verdauungsgeräusche oder gar das Magenknurren – und die vielen anderen Geräusche ausserhalb des Bauches. Über zu laute Geräusche kann es bereits jetzt erschrecken. Der Hörsinn gehört zu den ersten Sinnesorganen, die der Fötus im Mutterleib ausbildet.
Früher nahm man an, dass Neugeborene gar nicht hören können, das Gehör sei unreif, und es befinde sich noch etwas Fruchtwasser im Mittelohr. Doch heute ist klar: Gesunde Säuglinge kommen mit einem funktionsbereiten Gehör auf die Welt. Das Baby nimmt von Anfang an Geräusche wahr und reagiert sogar darauf.

Babys freuen sich über unterschiedliche Geräusche

Allerdings reift das Hörvermögen in den ersten Monaten nach der Geburt noch nach und bildet sich weiter aus. Aber dafür brauchen die Ohren des Babys Reize in Form von Geräuschen. Am liebsten hört es am Anfang seines Lebens die Stimme der Mutter und die Stimmen anderer vertrauter Menschen. Mamas Stimme kann das Baby von allen anderen Stimmen, die es hört, unterscheiden. 
Und es kann menschliche Stimmen im Allgemeinen schon jetzt aus allen anderen Geräuschen der Umwelt herausfiltern. Im Verlauf der ersten Monate lernt es bereits, unterschiedliche sprachliche Laute zu erkennen. Aber auch dafür braucht es Erfahrung mit seinem Hörsinn, sprechen Sie also von Anfang an mit Ihrem Baby. 
Es wird zunehmend nicht nur von der Stimme der Eltern, sondern auch von den Tönen der Spieluhr, des Staubsaugers, der Türklingel, von Musik oder den Melodien seiner Spielzeuge begeistert sein. Manche Geräusche, die vielleicht zu schrill sind, wird es weniger mögen und dies auch signalisieren.

10 Tipps zur Förderung des Hörsinns

  1. Etwa ab dem Alter von fünf Monaten kann der Säugling hören, aus welcher Richtung ein bestimmtes Geräusch kommt. Gehen Sie in verschiedene Ecken des Raums und rufen Sie das Baby von dort aus mit seinem Namen. Diesen kann es nun auch schon erkennen und wird seine Aufmerksamkeit in die richtige Richtung lenken.
  2. Singen Sie Ihrem Baby regelmässig Lieder vor und sprechen Sie Reime.
  3. Sprechen Sie mit Ihrem Säugling in unterschiedlichen Tonlagen.
  4. Sprechen Sie mal ganz leise und dann wieder lauter.
  5. Setzen Sie sich mit Ihrem Kind an ein Instrument, zum Beispiel an ein Klavier und spielen sie ihm unterschiedliche Töne. Schlagen Sie im Vergleich dazu eine Triangel an.
  6. Bieten Sie Ihrem Baby Rasseln, Glöckchen und Trommeln in unterschiedlichen Tonlagen an.
  7. Lassen Sie regelmässig Musik laufen, Babys mögen zum Beispiel gerne Stücke von Mozart.
  8. Machen Sie Ihr Baby auf verschiedene Geräusche aufmerksam und ordnen sie sie den entsprechenden Bezeichnungen zu. Wenn etwa der Wasserhahn läuft: „Da ist Wasser. Hörst Du es plätschern?“ oder „Da bellt ein Hund.“ Imitieren Sie das Geräusch dann.
  9. Klatschen Sie unterschiedliche Rhythmen vor.
  10. Achten Sie dabei immer darauf, dass die Geräusche nicht zu laut sind.

Sprechen Sie viel mit Ihrem Baby

Den Hörsinn des Säuglings zu fördern ist ganz einfach: Sprechen Sie möglichst viel mit Ihrem Kind, rezitieren Sie Reime oder singen Sie Lieder. Es wird mit Freude darauf reagieren. Dabei wird nicht nur der Hörsinn geschult. Das Baby wird auch jetzt schon angeregt Wörter zu imitieren, denn hören und sprechen sind eng gekoppelt. Schon ab dem dritten Monat beginnt ein Baby, seine Stimme bewusster auszuprobieren: Es brabbelt, gurrt, quietscht, gluckst, brummt und lacht. Ein Zeichen für einen guten Hörsinn ist es, wenn Sie mit ihrem Säugling nun auf diese Weise eine Art Rede- und Antwortspiel initiieren können.

Den Hörsinn des Neugeborenen überprüfen

Das Neugeborenen-Hörscreening wird in den ersten Lebenstagen durchgeführt. Dabei wird geprüft, ob Nervenimpulse aus dem Innenohr an das Gehirn weitergegeben und dort verarbeitet werden. Der Test ist schmerzfrei und kann sogar im Schlaf angewendet werden. Angeborene (und möglicherweise bleibende) Hörstörungen können so früh erkannt werden. In vielen Fällen lassen sich solche Störungen behandeln.
Sollte ein solcher Test unauffällig ausgefallen sein, könnte zu einem späteren Zeitpunkt eine Mittelohrentzündung Auslöser für Hörschäden sein. Deshalb sollten Eltern stetig darauf achten, ob Ihnen etwas an Ihrem Kind auffällt: Reagiert es ungewöhnlich auf bestimmte Geräusche, oder gar nicht so, wie man es erwarten würde? Besonders sensibel sollten Sie in dieser Hinsicht sein, falls es in der Familie andere Mitglieder mit Höreinschränkungen gibt.

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Foto: Getty Images

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