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Online-Gaming bei Jugendlichen: Leitfaden für Eltern

Online-Gaming ist sehr beliebt bei Teenies. Gewaltverherrlichende Computerspiele oder lange Spielzeiten sind dabei problematisch. Tipps für Eltern.

Teenies verbringen gerne Zeit mit Videospielen – sei es aus Langeweile, weil sie fasziniert sind von den zahlreichen virtuellen Welten oder weil ein Spiel gerade im Trend liegt. Zum Gamen bietet sich Ihrem Jugendlichen eine breite Fülle an Konsolen und  Computer- und Handyspiele an. 

Manche dieser digitalen Spiele oder Apps mögen bei Ihrem Teenie zwar beliebt sein, beinhalten aber gewalttätige oder sexuelle Inhalte. Deshalb und weil Ihr Kind möglicherweise zu viel Zeit mit Gamen verbringt, kann es zwischen Eltern und Ihren Kids im Teenageralter zu Konflikten kommen. Dabei ist auch Ihre Reaktion auf den Online-Konsum Ihres Kindes ausschlaggebend. Doch wie gehen Sie am besten damit um?

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Ihr Kind verbringt zu viel Zeit vor dem Bildschirm? Hier ein paar Tipps für den richtigen Umgang mit Medien. 

Computerspiele, Egoshooter & Co. – was ist beliebt bei Jugendlichen?

Die beliebtesten Spiele auf dem Computer oder auch der Konsole unter Jugendlichen sind FIFA, Call of Duty und Grand Theft Auto (GTA). Während es sich bei FIFA um ein harmloses Fussballspiel handelt, geht es bei Call of Duty und GTA gröber zu und her. Call of Duty ist dem Genre des Ego-Shooters zuzuordnen und der Spieler oder die Spielerin muss sich als Soldat in einem virtuellen Krieg gegen andere Mitspieler beweisen. Bei GTA schlüpft man in eine meist männliche Protagonistenrolle, die eine Verbrecherkarriere in einer amerikanischen Grossstadt anstrebt.

Die Spiele sind in der Regel auf dem Computer und gleichzeitig auf Konsolen verfügbar. Beliebte Games gibt es zudem auch als Mini-Version als nicht immer kostenlose App.

Gefahren des Online-Gaming

Das Online-Gaming macht zwar Spass, birgt aber auch einige Gefahren. Dies sind die wichtigsten:

Gewalt und Kriminalität

Viele Eltern beunruhigen Online-Spiele mit Gewalt und Kriminalität und sie fragen sich: Will ich meinem Kind erlauben, solche Games zu spielen? Kann und soll ich es verbieten? Oft ist es jedoch so, dass es den Jugendlichen nicht nur um das Spielen geht, sondern auch um ein Zugehörigkeitsgefühl. Denn durch das Gamen können sie in der Schule mitreden und soziale Kontakte pflegen. Mit allzu strengen Regeln schaffen Sie deshalb vielleicht kurz Abhilfe, laufen aber Gefahr, Ihr Kind von sich zu distanzieren.

Zu hohe Spielzeit des Jugendlichen

Liegt das Problem darin, dass Ihr Teenie zu oft spielt und viel Zeit vor dem Computer oder vor der Konsole verbringt? Sobald der Freundeskreis oder gar alltägliche Aufgaben darunter leiden, wird ein Eingreifen notwendig.

In-Game-Käufe

Bei vermeintlich kostenlosen Games gibt es oftmals die Möglichkeit versteckter In-Game-Käufe. Je nach Spiel kauft man mit echtem Geld virtuelle Münzen, um sich beispielsweise eine neue Rüstung leisten zu können oder neue Level freizuschalten. Somit besteht das Risiko, dass Ihr Teenie schnell einmal viel Geld ausgibt.

Kontakte via Online-Games

Online-Games bieten die Möglichkeit, gemeinsam mit Freunden oder Gleichgesinnten zu spielen und auch live zu kommunizieren, zum Beispiel via Kopfhörer oder via Chat. Spielt Ihr Kind mit Freunden aus der realen Welt, hat dies durchaus einen positiven, sozialen Aspekt. Suchen jedoch Fremde via des Spiels Kontakt, ist Vorsicht geboten. 

Cybermobbing

Die Anonymität des Internets wird von manchen Jugendlichen oder auch Erwachsenen – solche, die Ihr Kind kennt ebenso wie Fremde – ausgenutzt, um andere zu belästigen oder ihnen die Freude am Spiel zu nehmen. In manchem Fällen kann daraus Cybermobbing entstehen, zum Beispiel über sogenannte Whisper-Kanäle im Sprachchat oder durch Überflutung des globalen Chats mit abfälligen Kommentaren. 

Tipps fürs Online-Gaming

Der Umgang mit digitalen Spielen und dergleichen soll für Sie als Eltern und für Ihren Nachwuchs keine negativen Konsequenzen haben. Mit unseren Tipps gelingt das bestimmt.

Informieren Sie sich

Fortnite, Battlefield oder Assassin’s Creed sagen Ihnen nichts? Informieren Sie sich über das (Wunsch-)Spiel Ihres Kindes und probieren Sie es ruhig selbst einmal aus. Somit bekommen Sie einen besseren Eindruck davon, wie gewalttätig es ist oder eben nicht. Scheint Ihnen ein Online-Spiel gewaltverherrlichend oder beinhaltet es andere heikle Themen? Dann sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und thematisieren Sie dabei auch die Unterscheidung der echten Welt von der Online-Welt.

Spielzeiten festlegen

Definieren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wann und wie viel es gamen darf. Seien Sie aber flexibel im Umgang mit dem genauen Ende der Spielzeit. Ein vorzeitiges Beenden vor Abschluss einer Storyline oder eines Levels hat oft zur Folge, dass Ihr Kind seinen Spielfortschritt im Game verliert.

Altersfreigabe beachten

Die Altersfreigabe PEGI (Pan European Game Information) gibt Ihnen einen Überblick über die Charakteristik des Spieles. Beispielsweise können digitale Spiele ab 16 Jahren real wirkende Gewaltszenen, eine vulgäre Sprache oder Drogenkonsum beinhalten. Es handelt sich bei PEGI jedoch lediglich um eine Empfehlung an den Händler, nicht um eine verbindliche Vorgabe.

In Deutschland ist zudem die Altersbeschränkung USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) verbreitet. Dies hat auch Auswirkungen auf die Schweiz, finden sich hierzulande doch teilweise USK- ebenso wie PEGI-Angaben auf demselben Produkt.

Konzentriert bleiben

Spielt Ihr Teenie auf dem Smartphone, ist er mobil und kann dies überall tun. Jedoch birgt dies auch seine Gefahren, zum Beispiel wenn er unterwegs vielleicht im falschen Moment nicht auf die Strasse schaut. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber. Denn «Warte, luege, lose, laufe» gilt auch für coole Teenager.

Grenzen setzen bei In-Game-Käufen

In-Game-Käufe sind Käufe, welche innerhalb eines Spiels getätigt werden, um neue Inhalte, Spielfunktionen oder Features zu bekommen. Legen Sie bewusst ein Budget hierfür fest, welches Ihr Kind nicht überschreiten darf. Empfehlenswert ist es, Geschenkkarten zu verwenden anstelle von Kreditkarten.

Keine persönlichen Angaben weitergeben

Im Rahmen von Online-Games kann Ihr Kind in Kontakt kommen mit Mitspielern, die es nicht kennt. Das ist in Ordnung und kann das Spiel bereichern, solange Ihr Teenie gewisse Regeln einhält. Sprechen Sie deshalb in einem Eltern-Kind-Gespräch darüber, welche Gefahren Online-Kontakte bergen können. Machen Sie ihm klar, dass es niemals persönliche Angaben an Fremde weitergegeben und dass es sich bei seltsamen Äusserungen seiner Online-Freunde an Sie wenden soll. Um die Privatsphäre zu schützen, sollte Ihr Kind zudem niemals Nutzernamen wählen, die Rückschlüsse auf seinen Namen oder seine Herkunft erlauben.

Mehr zum Kinderschutz im Internet zeigen wir hier.

Webcam im Auge behalten

In den meisten Laptops ist heute eine Webcam integriert. Diese kann von Cyberkriminellen gehackt werden, sodass diese die Kamera steuern können. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind die Webcam standardmässig deaktiviert hat und untersuchen Sie das System des Laptops regelmässig auf Malware. 

Alternativen zu Computerspielen

Auch Spiele in der realen Welt sind eine Möglichkeit, wie Ihr Teenager seine Spielfreude ausleben kann – so zum Beispiel Brettspiele oder Gesellschaftsspiele. Wie wäre es, einen familiären Spielabend durchzuführen? Das gemeinsame Spielen macht Eltern und Kindern Spass und ist wertvolle Familienzeit, in der das Smartphone auch mal weggelegt wird. Dazu eignen sich zahlreiche Brettspiele wie Monopoly, Gruppenspiele wie Tabu oder Geschicklichkeitsspiele wie Jenga oder Mikado. Oder wie wäre es mit einem Puzzle oder ein spannendes Jugendbuch?

Für gemütliche Stunden zu Hause

Foto: Getty Images

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