Lernen

Sinnvolle Freizeitaktivitäten für Kinder: Hobbys mit Lerneffekt

Sieben kreative Hobbys, die ganz nebenher überraschende Vorteile für den Schulalltag mit sich bringen.

Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, Probleme zu lösen sind im Schulzimmer genau so gefragt wie ein Flair für Algebra und Grammatik. Die erste gute Nachricht: Es gibt Hobbys, die genau diese Skills fördern. Die zweite gute Nachricht: Kinder sind von Natur aus neugierig und lernfreudig, solange man ihnen genug Raum einräumt, die eigenen Interessen und Begabungen zu entdecken.  

In unserem schnelllebigen Alltag sei es für Kinder besonders wichtig, sich Erlebniswelten zu schaffen, die in erster Linie Spass machten, sagt Anna von Senger, psychologische Paar- und Familienberaterin in Zürich. Sie plädiert dafür, der Kreativität im Alltag mehr Platz einzuräumen: «Das Gefühl, das entsteht, wenn man mit den eigenen Händen etwas erschaffen kann oder in etwas gut ist, das nicht jede oder jeder kann, stärkt die Selbstwirksamkeit und schafft Selbstbewusstsein.» Auch auf Social Media sieht die Expertin Möglichkeiten für «Ich kann das!»-Erlebnisse: einfach mal Neues ausprobieren, sich mit Gleichgesinnten austauschen und sich gegenseitig motivieren. 

Text: Steffi Hidber

Nützliche Informationen

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Sieben Hobbys mit verstecktem pädagogischen Bonus

1. Kooperation fördern: Breakdance oder Capoeira

«Du musst dich bewegen!» hören Kinder nicht gerne. Insbesondere, wenn sie gerade einen Bildschirm in der Hand halten. Während Ballett und Tanzen, aber auch Kampfsportarten wie Judo oder Karate nach wie vor beliebt sind, locken Mischformen aus Musik und Tanz wie Breakdance oder Capoeira mit neuen Möglichkeiten, nebst sportlichen Skills die Sozialkompetenz zu verfeinern, zu kooperieren und sich als Teil einer Gruppe auszudrücken. 

2. Verbesserte Fingerfertigkeit: Häkeln

Auf Social Media boomt gerade die Häkelbewegung, bei der Mädchen wie auch Jungs dank Häkel-Influencern im «Crochet»-Fieber sind. Vom Häkeln japanischer Manga-Figürchen (Amigurumi) bis hin zu Kleidung und Accessoires wird die Kreativität und Fingerfertigkeit genauso gefördert wie die Sozialkompetenz, indem man sich in «Crochet»-Gemeinschaften online austauscht und neue Designs mit seiner Community teilt. 

3. Für mehr Individualität: DJing und Musik produzieren

Nicht jedes Kind muss ein Geigengenie werden: Musikalische Kinder können auch ohne Unterricht lernen, eigene Songs zu schreiben oder Tracks zu mischen. Mit Youtube-Tutorials und günstigen Mixing-Programmen können erste Schritte in die Songkreation recht einfach (und kostenfrei!) gewagt werden und die eigenen Kreationen auf Wunsch auf Social Media geteilt werden. Eine wunderbare Art, sich auszudrücken und neue Seiten seiner Persönlichkeit auszuprobieren.  

4. Empathie und Sprachkompetenz fördern: Lesegemeinschaften auf Social Media 

In fremde Welten eintauchen und Gleichgesinnte finden: Hashtags wie #booktok und #bookclub boomen auf TikTok, Instagram und Snapchat. Und trotz hoher Bildschirmaffinität und Netflix-Abo ist das Eintauchen in fremde Welten lesend oder Podcast hörend viel individueller und persönlicher. Der Bonus: Lesen fördert die Sprachkompetenz, aber auch Empathie und die Fähigkeit, Probleme zu lösen, während der Austausch in Gemeinschaften auf Social Media auch sozial unglaublich wertvoll ist.  

5. Für mehr Konzentration: Handlettering

Bücher, Youtube-Anleitungen und Social Media haben die Kunst der Schönschrift cool gemacht: Mit Hand Lettering (von Hand gezeichnete Buchstaben), Scrapbooking (hübsch dekorierte Fotoalben und Tagebücher) und Bullet Journaling (Tagebuch mit Listen und Aufzählungen) bieten Kindern und Jugendlichen Vorteile, die auch in der Schule helfen: Verbesserte Konzentration, Kreativität und mit der eigenen Gefühlswelt in Verbindung zu treten.  

6. Ausdauer erhöhen: Skaten

Skateboarder haben eine eigene Community, in der man sich untereinander stärkt und fördert: Skaten verbindet Adrenalin mit Durchhaltevermögen, denn auch einfache Tricks wie ein Ollie müssen tausendfacht geübt werden, bis sie sitzen. Dabei wird nicht nur die Ausdauer oder das Gleichgewicht gefördert, sondern auch die Sozialkompetenz – insbesondere auch unter Mädchen und jungen Frauen, die vermehrt die Skateparks für sich entdecken.  

7. Für mehr Fokus: Comics zeichnen

Ob in Ferien-Workshops, Youtube Tutorials oder auf TikTok: Wer Trickfilme liebt, findet oft fast wie von selbst in die Welt der Comics und Mangas. Der Prozess, der vom technischen Erlernen des Zeichnens bis hin zum Umsetzen eigener Ideen führt, fördert nicht nur die Feinmotorik und die Kreativität, sondern helfen Kindern und Jugendlichen, sich über längere Zeit komplett auf eine Arbeit zu fokussieren.  

Foto: Getty Images

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