Babyratgeber

Wie Sie Ihrem Kind Höflichkeit und gutes Benehmen erklären und beibringen

Bitte, Merci, Grüezi – Anstand und Höflichkeit müssen Kinder erst lernen. Dabei geht es nicht nur um Floskeln: Höflichkeit ist wichtig für das Zusammenleben mit anderen Menschen und wer höflich ist, zeigt Respekt. Doch wie bringt man einem Kind gute Manieren bei?

Nützliche Informationen

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Höflichkeit und gutes Benehmen signalisieren Respekt gegenüber anderen Menschen.
  • Die Grenzen der anderen Menschen werden damit berücksichtigt.
  • Vorbild sein – auch in Sachen Benehmen: Eltern geben Kindern ein Beispiel.
  • Kindern sollte ein höflicher Umgang nicht zwanghaft beigebracht werden. Mit Humor kommt man manchmal viel weiter.

Sie begegnen der Nachbarin auf der Strasse, Sie grüssen sich freundlich, doch ihre Tochter bleibt stumm. Dabei hat sie ihr letzthin erst eine Tafel Schokolade geschenkt. Auch da blieb das «Merci» aus. Was tun? Sie können ihrer Tochter erklären, dass es höflich ist, zu grüssen und sich zu bedanken. Sie können mit ihr schimpfen. Doch ob das etwas bringen wird?

Kinder müssen Umgangsformen und Höflichkeit erst lernen. Und das braucht Zeit – und ab und zu auch gute Ideen seitens der Eltern.

Der Mensch lernt von Vorbildern

Wann sagt man Danke? In welchen Situationen sind Umgangsformen besonders wichtig? Kinder lernen am besten mit konkreten Beispielen. Vielleicht versuchen Sie es mit einem kleinen Rollenspiel. Sie spielen Verschenken und bedanken sich überschwänglich für die wunderbaren Dinge, die ihre Tochter Ihnen in die Hände legt. Oder sie spielen einmal das Gegenteil: Zeigen Sie, welches Verhalten gar nicht angebracht ist. Drehen Sie sich demonstrativ um und mimen eine ganz andere (überraschende) Reaktion. Mit Sicherheit wird das für Ihre Tochter oder Ihren Sohn eindrücklicher sein, als jede lange Erklärung, was man tut und was nicht.

Der respektvolle Umgang innerhalb der Familie ist genauso wichtig. Auch wenn man einmal seiner Wut Ausdruck verleiht oder ungehalten reagiert, so sollte doch grundsätzlich jedes Familienmitglied respektiert werden. Auch dabei helfen kleine Worte wie «Danke», «Bitte» oder «Entschuldigung». Natürlich geht es in der Familie über Höflichkeit und gutes Benehmen hinaus, im besten Fall behandelt man sich dort vor allem liebevoll.

Bis gute Manieren und Umgangsformen selbstverständlich sind, kann das einige Zeit dauern. Eltern brauchen dafür Geduld wie in so vielen Aspekten der Erziehung. Doch mit der Zeit wird ein Kind es den Eltern nachmachen und ebenfalls grüssen und sich bedanken – vielleicht auch erst nach einer kleinen sanften Erinnerung.

Benimm dich! Warum Schimpfen kontraproduktiv ist

Ein Kind sollte allerdings keinesfalls zu Höflichkeit gezwungen werden, denn dann wird es sich erst recht dagegen sträuben und sich vielleicht sogar kategorisch weigern das zu tun, was von ihm verlangt wird. Wichtig ist, dass es vor Fremden nicht bloss gestellt und ausgeschimpft wird. Ein solches Verhalten wäre kontraproduktiv. Erst zu Hause, unter vier Augen, ist es angebracht dem Kind, wenn nötig, mit Deutlichkeit zu erklären, was es versäumt oder falsch gemacht beziehungsweise in Zukunft besser machen kann.

Ein harmonisches Zusammenleben basiert zu einem Teil auf höflichen Umgangsformen. Auf den ersten Blick scheinen die ritualisierten Worte vielleicht wie Floskeln, leer und oberflächlich, doch eigentlich sind sie von grosser Bedeutung. Sie zeigen nämlich, dass man vor einem anderen Menschen Respekt hat und dass man seine Grenzen wahrnimmt. Eine Gesellschaft funktioniert so am besten. Gleichzeitig macht Höflichkeit den Weg frei für Kompromisse, ebenfalls ein Grundpfeiler des sozialen Lebens.

Gutes Benehmen lernen – aber wie?

  • Eltern müssen ihre eigenen Werte für sich klar definieren: Welcher Grad an Höflichkeit ist uns wichtig? Gelten innerhalb der Familie andere Umgangsformen als mit anderen Menschen? Was ist das Minimum an Höflichkeit und guten Manieren, das wir erwarten?
  • Konsequenz ist das A und O in der Erziehung, so auch beim Thema Höflichkeit und gutes Benehmen. Kinder müssen wissen, worauf sie sich verlassen können und an was sie sich halten müssen. Regeln sollen eingehalten werden, sonst sind sie nichts wert. 
  • Eltern sind immer Vorbild: Sie sollten genauso einen höflichen Umgang und gute Manieren pflegen. Sie fordern gutes Benehmen von Ihren Kindern, also zeigen Sie, wie's geht.
  • Kinder verdienen Lob und Anerkennung, wenn sie etwas richtigmachen – auch bei den Manieren. Wenn Sie Ihr Kind für sein gutes Benehmen loben, motiviert das, auch in anderen Situationen höflich und anständig zu reagieren
  • Verbissenheit führt selten zum gewünschten Ziel. Regeln mit Humor zu kommentieren oder einmal auf den Kopf zu stellen, um darüber zu lachen, bringt mehr als jede Schimpftirade.

Was tun, wenn das Kind flucht oder Schimpfwörter benutzt?

Schon im Kindergarten schnappen Kinder Wörter auf, die sie zu Hause vielleicht normalerweise nicht hören. Ein Kind weiss oft noch gar nicht, dass solche Ausdrücke andere Menschen verletzten können. Wie sollen Eltern damit umgehen, wenn ihr Kind solche Flüche und «bösen» Wörter im Mund führt? Auf keinen Fall verbieten! So wird jedes Wort noch interessanter und präsenter. Erklären Sie Ihrem Kind kurz, warum es ein bestimmtes Wort besser nicht verwenden sollte und machen Sie ihm klar, dass es selbst ja auch nicht damit bezeichnet werden will.

Foto: Getty Images

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