Körperpflege

Deo und Körperpflege in der Pubertät: Wie sag ich's meinem Kind?

Wird aus dem zartriechenden Baby ein muffelnder Teenie, brauchen Eltern eine neue Strategie. „Waschen!“ fordern, Deo für Kind kaufen oder resignieren?

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Text: Kristina Reiss

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„Ich wusste genau, wenn meine älteste Tochter Besuch von einer bestimmten Freundin hatte“, erinnert sich Caroline Märki. „Dieser Geruch, sobald ich die Wohnungstür aufschloss!“ Damals wunderte sich die heute 49-Jährige: „Wieso halten die Eltern das Kind nicht an, sich öfter zu waschen?“ Bei ihrer eigenen 12-Jährigen war das Ganze kein Thema. Erst als Tochter Nummer zwei in die Pubertät kam und ebenfalls begann, „sehr streng zu riechen“, realisierte Märki: Ob und wie stark Jugendliche Ausdünstungen haben, ist sehr unterschiedlich.

Während der hormonellen Umstellung in der Pubertät – bei Mädchen ab ca. neun Jahren, bei Jungen ab etwa elf – entwickeln sich Schweissdrüsen unter den Armen und im Bereich der Geschlechtsorgane. Wird der Schweiss von Bakterien zersetzt, entsteht ein übel riechender Geruch – bei manchen Teenagern mehr, bei manchen weniger. Sehr unterschiedlich geht auch die Jugend damit um: Verlegen sich die einen auf fast schon übertriebene Hygiene und blockieren stundenlang das Bad, scheinen andere die Existenz von Dusche & Co. völlig zu vergessen und finden nichts dabei, Unterhose oder Socken tagelang nicht zu wechseln.

Wer ist verantwortlich für die Körperpflege in der Pubertät?

Eltern wiederum, die eben noch ein zartriechendes Baby im Arm hielten, fühlen sich meist verantwortlich für den muffelnden Teenager, der plötzlich Teil der Familie ist, weiss Caroline Märki. Die dreifache Mutter ist Familienberaterin und Leiterin von familylab Schweiz. Kindern am Anfang der Pubertät könne man noch sagen: „Ich möchte, dass du künftig einmal am Tag duschst und regelmässig deine Kleider wechselst“. Doch spätestens mit 13 oder 14 Jahren liege die Verantwortung über die Körperpflege komplett beim Nachwuchs – „was nicht heisst, dass das Kind es dann so macht wie Mutter oder Vater es erwarten.“

Im Jugendalter befinde sich die Hirnrinde im Umbau. „Alles, was auf der Vernunftsschiene läuft, kommt dann oft nicht an“, so die Elternberaterin. Ausserdem gebe es in dieser Phase schon genug Konfliktpotential. „Deshalb lieber den Mund halten und sich als Eltern auf das Positive fokussieren“, so Märki. Wie etwa: „Ich liebe mein Kind, wie es ist. Immerhin sitzt es mit am Tisch und fragt mich um Rat.“ Eltern müssten realisieren: Wir haben keine Macht mehr. „Pubertät heisst auch: Bis hierher habe ich das Kind begleitet. Nun muss ich los lassen und darauf vertrauen, dass es gut kommt. Dies gilt es auszuhalten.“

Kinder und Körperpflege: Was Eltern tun können

  • Mit 9/10 Jahren das Kind sanft aber deutlich darauf hinweisen („Ich möchte, dass du einmal am Tag duschst“. Oder konkret ausmachen: „Nach dem Sport immer duschen.“), ab 13/14 Jahren: Sämtliche Kommentare zur Körperhygiene verkneifen.
  • Ist der Geruch sehr störend, etwa beim gemeinsamen Znacht am Tisch, in Ich-Botschaften reden: „Ich habe echt Mühe damit, dass du so riechst. Ich bin da empfindlich.“ „Allerdings“, so dämpft Elterncoach Caroline Märki die Erwartungen: „ist es fraglich, ob dies etwas bringt.“
  • Hygiene umstellen: Täglich waschen/duschen, ein mildes Deo verwenden (möglichst mit wenig Eigengeruch), regelmässig frische Kleidung anziehen, Schuhe täglich wechseln (damit diese auslüften können), Kleider aus Naturfasern tragen

Was tun gegen Körpergeruch? Hilft das Rasieren der Achselhaare? Erfahren Sie noch mehr Wissenswertes zu Körpergeruch auf iMpuls.

Deos für Kinder

Foto: Getty Images

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