Schwangerschaft

38. Schwangerschaftswoche (SSW 38)

Nützliche Informationen

Sollte Ihr Baby heute geboren werden, gilt es nicht mehr als Frühgeburt, sondern als «termingerecht geboren». Erfahren Sie mehr über Ihre Schwangerschaft und die Entwicklung Ihres Kindes in der 38. Schwangerschaftswoche.

Genau wie Sie wartet auch Ihr Baby darauf, endlich aus seiner beengten Lage erlöst zu werden. Wenn es wach ist, sind seine Augen jetzt ständig geöffnet. In seinem Zahnfleisch sind jetzt starke Furchen zu erkennen, unter denen der kleine Kiefer liegt. 

Mit angewinkelten Beinen und verschränkten Armen liegt es jetzt idealerweise mit dem Köpfchen nach unten im Becken relativ fixiert. Erschrecken Sie deshalb nicht, wenn es sich kaum noch bewegt. Immerhin ist es jetzt ausgestreckt schon rund 50 cm lang!

Gut zu wissen: Auch die Blickrichtung Ihres Babys hat Einfluss auf die Geburt

Neben der Schädellage (Kopf nach unten) ist es für eine normale Geburt auch wichtig, in welche Richtung das Baby schaut. Eine möglichst unkomplizierte, einfache Geburt können Sie erleben, wenn Ihr Baby nach hinten, zu Ihrem Rücken hin schaut und den Kopf zur Brust geneigt hat, Rücken und Hinterkopf zeigen nach vorne (vordere Hinterhauptslage).

Bei der so genannten hinteren Hinterhauptslage zeigen Rücken und Hinterkopf nach hinten, Ihr Baby schaut nach vorne zu Ihrem Bauch hin. In dieser Lage dauern Geburten häufig länger oder kommen zum Stillstand, da das Kind viel Zeit benötigt, um sich während der Geburt nach vorne zu drehen. Dreht es sich gar nicht und kommt dadurch mit dem Gesicht nach oben zur Welt und schaut den Geburtshelfer direkt an – dann wird es als Sternengucker bezeichnet. Dann kann die Geburt etwas schwieriger ablaufen. 

Allerdings ist es Ärzten und Hebammen oft möglich, das Baby mit speziellen Handgriffen von aussen zu drehen, um eine normale Geburt zu ermöglichen. Wenn nicht, ist in diesen Fällen die Unterstützung von Saugglocke oder Zange nötig. 

Manchmal liegen Babys auch in der so genannten Vorderhauptslage. Dabei haben sie den Kopf nicht auf die Brust geneigt, sondern leicht in den Nacken gelegt. Auch diese Geburt dauert in der Regel länger und benötigt oft Unterstützung durch Zange oder Saugglocke.

Sind Sie jetzt häufiger ganz in sich versunken und horchen unablässig in sich hinein, ob es vielleicht früher losgeht? Sie sollten jetzt bewusst entspannen können. Denn eine bequeme Körperhaltung gibt es für Hochschwangere nicht mehr. Kein Wunder: Die Gebärmutter ist nun zwanzig Mal schwerer als vor der Schwangerschaft. Alle Muskeln, Sehnen und Bänder sind maximal beansprucht. Das macht sich vor allem im Ihrem Kreuz bemerkbar. 

Versuchen Sie, den Rücken so gerade wie möglich zu halten und das Becken beim Gehen etwas nach vorne zu kippen: Ein Hohlkreuz verschlimmern nur die Rückenschmerzen. Die Zeit des Wartens hat bald ein Ende. Dann können Sie Ihren Liebling endlich in den Armen halten.

Tipp: Angst und Alpträume vor der Geburt

Viele Frauen haben vor der Geburt regelrechte Alpträume. Lassen Sie sich nicht verrückt machen; das sind keine «Vorahnungen», sondern nur ein seelisches Reinemachen.
Angeblich soll nach intensiven Alpträumen die Geburt leichter sein. 

Die Angst vor der Geburt ist ausserdem völlig normal. Zuviel Unbekanntes und auch Unangenehmes liegt darin, das man in seinen Ausmassen nicht erfassen kann. Schliesslich ist da auch noch die Angst, während der Geburt die Kontrolle zu verlieren, nicht mehr über seinen eigenen Körper bestimmen zu können und anderen so restlos ausgeliefert zu sein. 

Machen Sie sich auch immer klar, dass der Geburtsschmerz ein natürlicher Teil des Geburtserlebnisses ist – und Sie wissen zu jedem Zeitpunkt, wofür Sie die Schmerzen ertragen. Dieses Gefühl macht die Geburt für die meisten Frauen leichter. Das Nachgeben, das Mitgehen, das Sich-Öffnen ist für den Ablauf einer Geburt wichtig. Da steht Körperkontrolle nur im Weg!

Wie Sie «echte» Geburtswehen erkennen können

Die Geburt rückt näher und näher und vermutlich fragen Sie sich, woran Sie merken, wenn es dann endlich losgeht? Diese Frage beschäftigt viele Erstgebärende spätestens um die 38. SSW. 

In diesem Zeitraum treten die so genannten Senkwehen und Übungswehen häufig auf. Senkwehen ereignen sich bei Erstgebärenden etwa zwei bis vier Wochen vor der Geburt, also ab der 36. SSW. Dabei rutscht das Kind merklich tiefer. Sie äussern sich durch ein leichtes Ziehen im Rücken oder in der Hüfte. Die Übungswehen oder wilde Wehen sind unregelmässige, schmerzhafte oder schmerzfreie kurzzeitige Verhärtungen der Gebärmutter, die sich wieder lösen. Sie können während der ganzen Schwangerschaft auftreten und trainieren den Körper sozusagen für die Geburt. 

Manche Frauen empfinden die Wehen von Anfang an als schmerzhaft, andere erst später. Viele Frauen bemerken weder Senk- noch frühere Übungswehen. Die Geburtswehen unterscheiden sich von den Senk- und Übungswehen dadurch, dass sie immer stärker/heftiger werden, in immer kürzeren Abständen auftreten (alle 5-10 Minuten) und länger andauern (ca. 1 Minute). Versuchen Sie gelassen zu bleiben, wenn die Geburtswehen einsetzen und möglichst nicht dagegen anzukämpfen. Jetzt ist die Bauchatmung gefragt! Atmen Sie tief ein und aus, um sich und Ihrem Baby viel Sauerstoff zuzuführen, und machen Sie sich langsam auf den Weg in die Geburtsklinik.

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