Schwangerschaft

19. Schwangerschaftswoche (SSW 19)

In dieser Schwangerschaftswoche kann Ihr Baby bereits verschiedene Geschmacksrichtungen erkennen. Erfahren Sie mehr über die Entwicklung Ihres Kindes in der 19. Schwangerschaftswoche.

Ihr Baby ist jetzt bereits rund 15 cm gross und wird mit allem Notwendigen versorgt. Seine Haut bildet weitere Schichten und passt sich auf natürliche Weise dem Leben im Wasser an, indem sie von einer schützenden Fettschicht (Käseschmiere) überzogen wird. Die Geschmacksknospen sind nun komplett ausgereift. Ihr Baby kann sogar schon verschiedene Geschmacksrichtungen erkennen. Es bewegt sich immer häufiger, strampelt mit den Beinen und fuchtelt mit den Armen.

Tipp: Ihr Baby schmeckt jetzt, was Sie essen

Da der Fötus nicht atmet, werden die Geruchs- und Geschmacksrezeptoren von Geschmacksträgern im Fruchtwasser stimuliert. Ihr Baby ist jetzt schon fähig, die vier Grund-Geschmacksrichtungen zu unterscheiden: süss, salzig, bitter, sauer - wobei es Süsses eindeutig bevorzugt! 

Es entdeckt aber auch andere Geschmacksrichtungen, je nachdem, womit Sie sich ernähren; d.h. Ihr Baby kann jetzt durch das Fruchtwasser schmecken, was Sie essen. Manche dieser Geschmacksempfindungen wird es sogar im Gedächtnis speichern. Es beginnt eine Art kulinarischer Lernprozess. Falls Sie stillen möchten, sollten Sie wissen, dass Ihr Kind manche Geschmacksaromen später in der Milch wiedererkennt.

Gut zu wissen: Der Hauptschutz Ihres Babys - die Käseschmiere

Damit die Haut Ihres Babys vor dem Fruchtwasser geschützt wird, bilden die Talgdrüsen der Lanugo-Behaarung eine Art Paste, die so genannte Käseschmiere oder Vernix caseosa, die wie ein wasserundurchlässiger Schutzfilm wirkt. Diese weissliche, cremige Schicht wird nach und nach den ganzen Körper Ihres Babys bedecken. Zusammen mit dem zarte Lanugo-Haarflaum verhindert sie, dass seine Haut vom Fruchtwasser zu sehr aufgeweicht wird. 

Vor der Geburt beginnt sie sich meistens wieder aufzulösen und ist bei Neugeborenen teilweise nur noch in den Hautfalten vorhanden. Manche Babys hingegen sind bei der Geburt noch gänzlich von dieser Fettschicht bedeckt.

Ihr Babybäuchlein wird immer runder. Vermutlich haben Sie auch gewisse Veränderungen an Ihrer Haut und Ihren Haaren nun deutlicher feststellen können. Der hohe Östrogenspiegel kann dafür sorgen, dass Ihre Haare dicker und glänzender sind. 

Wadenkrämpfe können sich jetzt vermehrt bemerkbar machen, besonders nachts. Das kann an einem Kalziummangel liegen, denn Ihr Baby benötigt gerade sehr viel Kalzium, um die Knochen zu verknöchern und wachsen zu lassen. Zieht sich Ihr Bauch hin und wieder schmerzlos zusammen? Diese Kontraktionen könnten erste so genannte Übungswehen sein. Sie sind mit den Geburtswehen nicht zu vergleichen und in der Regel harmlos.

Tipp: Bei Wehen ist Ruhe angesagt

In dieser Phase Ihrer Schwangerschaft sind Wehen häufig ein Zeichen dafür, dass Sie alles ein wenig ruhiger angehen sollten. Ihr Wohlbefinden steht jetzt im Mittelpunkt. Manche Frauen müssen einfach nur ihren Alltagsrhythmus etwas drosseln. Bleiben Sie bei Kontraktionen gelassen und entspannt. 

Wenn Übungswehen in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft vermehrt auftreten, kann es sein, dass Ihnen der Arzt aus medizinischen Gründen sogar Ruhe verordnet und Ihnen rät, alle Tätigkeiten einzustellen oder sogar striktes Liegen verordnet. Oft handelt es sich ganz einfach um eine Vorsichtsmassnahme, um sicher zu gehen, dass die restliche Schwangerschaft unter optimalen Bedingungen verläuft.

Gut zu wissen: So erkennen Sie Übungswehen

Mit den so genannten Braxton-Hicks-Kontraktionen, besser bekannt als Übungswehen oder auch wilde Wehen, bereitet sich Ihr Körper langsam auf die Geburt vor, die Muskeln Ihrer Gebärmutter üben sozusagen den Ernstfall. Sie können während der gesamten Schwangerschaft immer wieder in unregelmässigen Abständen und zu jeder Tages- und Nachtzeit auftreten. 

Die meisten Frauen spüren die ersten Wehen etwa ab Mitte der Schwangerschaft, manche auch schon früher oder erst später. Bei den Übungswehen ziehen sich die Muskeln der Gebärmutter etwa eine halbe bis zu einer Minute zusammen und Ihr Bauch wird dabei ganz hart und entspannt sich anschliessend wieder. Diese vereinzelten Kontraktionen sind verhältnismässig schmerzlos, unregelmässig und verebben langsam – nicht mit Geburtswehen zu vergleichen, die im Gegensatz immer stärker werden. 

Das Wichtigste ist: Diese Übungswehen leiten keine Geburt ein, sondern sind lediglich ein Muskeltraining. Sie sind in dieser Phase in der Regel harmlos, solange sie nicht in Geburtswehen übergehen. 

Treten die Wehen jedoch sehr häufig, regelmässiger und schmerzhafter zusammen mit weiteren Symptomen (Pulserhöhung, Unwohlsein, Blutverlust) auf, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen. Denn es könnte sich um Geburtswehen handeln, die in dieser Zeit mit Wehenhemmern unterdrückt werden müssen. Gegen Übungswehen hilft meistens ein warmes Bad. Auch ein Verlagern der Position kann helfen.

Geburtsvorbereitungskurse

Gänzlich lässt sich der Geburtsschmerz nicht vermeiden. Dank guter Vorbereitung können Sie aber besser damit umgehen. Nach Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt können Sie ungefähr zwischen der 20. und 24. Schwangerschaftswoche mit einem Kurs starten. Die meisten Kurse bestehen aus 8 - 12 Einheiten à 90 Minuten. Viele werdende Eltern schätzen diese Art Coaching durch die Schwangerschaft. Dabei geht es um Entspannung und Körperarbeit, richtiges Atem, Relaxübungen. Sie erhalten auch Informationen über die Geburt, eine Stillberatung und bekommen Tipps für die Säuglingspflege. 

Die Krankenkasse übernimmt an einem Geburtsvorbereitungskurs in der Regel 100 Franken, wenn die Kursleiterin eine Hebamme ist. Es lohnt sich, herumzufragen und einen Kurs zu suchen, der Ihren Bedürfnissen am besten entspricht. 

Zusätzlich haben Sie dabei die Gelegenheit, andere Schwangere kennen zu lernen und sich mit ihnen auszutauschen. Neben der traditionellen Geburtsvorbereitung gibt es auch alternative Methoden. Vorsicht: Sie ersetzen nicht die traditionelle Geburtsvorbereitung, sondern können diese nur sinnvoll ergänzen.

Mit oder ohne Partner

Nehme ich den Partner mit oder nicht? Seien Sie ganz ehrlich mit sich: Wünschen Sie sich, dass er dabei ist – oder lieber nicht? Manche Frauen sind entspannter, weniger gehemmt und besser auf sich konzentriert, wenn weder ihr eigener Mann noch die Männer der anderen Teilnehmerinnen dabei sind. 

Sprechen Sie mit Ihrem Partner darüber. Welche Form der Geburtsvorbereitung stimmt für ihn? Nur so finden Sie heraus, welcher Kurs wirklich zu Ihnen und auch zum Partner passt.

Mehr Informationen zum Thema: Geburtsvorbereitungskurs

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