Schwangerschaft

Verschiedene Geburtsmethoden im Vergleich

Nützliche Informationen

Früher gab es schlichtweg nur die natürliche Methode ein Kind zu gebären. Heute ist das anders. Kommen die Wehen nicht automatisch, wird die Geburt eingeleitet. Sind die Komplikationen schwerwiegender, wird das Kind per Kaiserschnitt geholt. Erfahren Sie hier die Vor- und Nachteile der verschiedenen Geburtsmethoden.

«Wenn das Kind da ist, ist alles vergessen». Diese Redewendung ist sicherlich richtig. Das einzige, was dann nämlich noch zählt, sind das Betrachten des eigenen Kindes und zärtliche Liebkosungen. 

Bis man die Liebe seines Lebens aber in die Arme nehmen darf, muss man einiges tun. Wir stellen drei Geburtsmethoden vor:

Die Spontangeburt ist die natürlichste Art, ein Kind auf die Welt zu bringen. Es wird der Natur überlassen, wann das Kind das Licht der Welt erblickt. Zwar ist sie meist mit heftigen Schmerzen verbunden. Diese klingen nach der Geburt aber rasch ab und die Mutter regeneriert sich schnell. 

Die Spontangeburt umfasst folgende vier Phasen:

1) Die Eröffnungsphase:

Die Geburt beginnt mit regelmässigen Wehen, die in einem Abstand von weniger als sieben Minuten kommen. Fühlt die Hebamme einen dünnen Rand um das Köpfchen des Babys, wenn sie den Muttermund untersucht, ist die erste Phase geschafft.

2) Die Übergangsphase:

Das ist die Zeit, in der sich der Muttermund von 8 cm auf die zur Geburt nötigen 10 cm öffnet. Die Wehen sind jetzt besonders stark, da sie das Köpfchen des Kindes drehen müssen, damit sich dieses seinen Weg durch den Geburtskanal bahnen kann.

3) Die Austreibungsphase:

Die letzte Phase der Geburt beginnt, wenn das Köpfchen auf dem Beckenboden der Mutter angekommen ist. Jetzt kann sich die Gebärende nicht mehr zurückhalten und wird pressen und drücken wollen. Je mehr sie dem Druck nachgibt, umso eher kann sich das Dammgewebe dehnen, ohne dabei zu reissen.

4) Die Nachgeburtsphase:

Es ist geschafft, das Kind ist auf der Welt! Nun muss sich aber noch die Plazenta lösen. Sobald das Kind (meist innerhalb von ca. einer halben Stunde) an der Brust trinkt, sorgt der Saugreiz dafür, dass der Mutterkuchen sich von der Gebärmutterwand löst und vom Körper nach draussen geschaffen wird.

Was sind die Vorteile einer Spontangeburt?

Auf dem Weg durch den Geburtskanal wird der Körper des Babys einem immensen Druck ausgesetzt und intensiv massiert. Dieser «Geburtsstress» hat durchaus positive Folgen: Die Lungenflüssigkeit wird wie aus einem Schwamm ausgedrückt. Zudem werden Hormone und Nervenbotenstoffe ausgeschüttet, die zur Reifung der Lungen beitragen. Und nicht zuletzt stimuliert die Wehentätigkeit auch das Immunsystem des Kindes.  

Meistens setzen die Wehen von alleine ein. Braucht Mutter Natur aber dennoch einen Anstoss, wird die Geburt eingeleitet. Gründe hierfür sind meist folgende:

  • Die Mutter ist zwischen 41 und 42 Wochen schwanger, der Geburtstermin ist also schon seit einem Weilchen überschritten und es wird langsam eng in der Gebärmutter
  • Sie Mutter hatte einen Blasensprung, jedoch haben die Wehen nicht innerhalb von 24 Stunden eingesetzt. Die Gefahr einer Infektion besteht für sie und das Baby
  • In der Schwangerschaft wurde Diabetes festgestellt. Hier wird der Mutter in der 38. Schwangerschaftswoche aus Sicherheitsgründen eine Einleitung empfohlen

Es gibt  verschiedene Arten, eine Geburt einzuleiten. Zwei davon werden nachfolgend beschrieben.

Vaginales Einleiten:

Wenn der Gebärmutterhals noch erhalten und der Muttermund geschlossen ist, bekommt die Schwangere ein prostaglandinhaltiges Zäpfchen in die Vagina gesetzt. Dadurch reift der Muttermund und Gebärmutterkontraktionen werden angeregt. Setzten die Wehen nicht ein, wird der werdenden Mutter nach sechs Stunden eine weitere Dosis verabreicht. Die Herztöne des Kindes werden dabei regelmässig überwacht.

Intravenös Einleiten:

Ist der Gebärmutterhals bereits verkürzt und der Muttermund vielleicht schon etwas geöffnet, wird Oxytocin eingeleitet. Dies ist ein Hormon, das auch bei einer natürlichen Geburt für Wehen sorgt. Die Infusion erfolgt über eine Armvene und die Kontraktionen beginnen meist innerhalb von kurzer Zeit. Auch hierbei wird das Kind überwacht.

Wie hoch ist die Erfolgschance, dass die Geburt nach dem Einleiten beginnt?

Je geburtsreifer der Muttermund ist, desto grösser ist die Chance, dass die Wehen nach dem Einleiten beginnen.

Rund 15 Prozent aller Einleitungen bei unreifem Muttermund sind erfolglos. Das Geburtsteam entscheidet, ob mit stärkeren Mitteln zu einem späteren Zeitpunkt nochmals probiert wird oder ob ein Kaiserschnitt notwendig wird.

In der Schweiz werden immer mehr Kaiserschnitte durchgeführt: Rund 25 Prozent der Kinder erblicken auf diesem Wege das Licht der Welt. Dies kommt einerseits daher, dass immer mehr Geburten mit einem Risiko verbunden sind. Die Gründe dafür sind das höhere Alter der Mutter, deren Übergewicht oder die hohe Rate an Zwillingsgeburten – hervorgerufen durch künstliche Befruchtungen. Andererseits sind Kaiserschnitte für Spitäler einfacher zu handhaben (da planbar) und lukrativer.

Man unterscheidet zwischen folgenden zwei Kaiserschnittarten:

Primärer Kaiserschnitt

Der Primäre Kaiserschnitt ist eine im Voraus geplante Schnittentbindung. Er wird frühestens nach Beendigung der 37. Schwangerschaftswoche - noch bevor die Fruchtblase platzt oder Wehen einsetzen - durchgeführt. Die Gründe dafür sind meist folgende:
 

  • Die werdenden Eltern möchten das so (Wunschkaiserschnitt)
  • Es gibt Komplikationen beim Kind oder es sind welche bei der Geburt zu erwarten (z.B. Zwillingsgeburt)

Sekundärer Kaiserschnitt

Der sekundäre Kaiserschnitt wird erst während der Geburt notwendig. Und zwar dann, wenn die Gesundheit des Kindes oder der Mutter auf dem Spiel steht.

Was ist bei einem Kaiserschnitt nach der Niederkunft anders als bei einer spontanen Geburt?

  • Zwar hat die Mutter während der Geburt keine Schmerzen, da sie währenddessen ab dem Bauch betäubt ist, jedoch dauert die Erholungsphase nach der Geburt einiges länger als bei einer spontanen Entbindung
  • Nach dem Kaiserschnitt kann die Mutter mindestens einen Tag lang nicht aufstehen. D.h. wenn das Baby weint, ist sie auf die Hilfe einer Hebamme oder des Vater angewiesen, da sie das Kind nicht selber aus dem Bettchen heben kann
  • Mutter und Kind bleiben zwischen vier und sieben Tagen im Spital

Foto: Getty Images

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