Schwangerschaft

Übelkeit in der Schwangerschaft: Tipps gegen flauen Magen und Brechreiz

Steffi Schlüchter
Bild wird geladen

Steffi Schlüchter

Dipl. Ernährungsberaterin HF und Leiterin Nutrinfo und Medienservice bei der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung

Viele schwangere Frauen leiden unter Schwangerschaftsübelkeit. Bei den meisten Betroffenen verschwinden die unangenehmen Nebenerscheinungen nach den ersten Monaten wieder. Vielleicht helfen Ihnen folgende Tipps, um die Beschwerden etwas zu lindern.

Bis zu 85 Prozent der schwangeren Frauen leiden während ihrer Schwangerschaft an Übelkeit und Erbrechen. Die Ursachen dafür sind weitestgehend unklar - vermutlich sind die Hormone Schuld am flauen Gefühl im Bauch. Ab wann die Schwangerschaftsübelkeit auftritt, ist ebenso unterschiedlich wie deren Dauer und Häufigkeit. Man spricht zwar hin und wieder von Morgenübelkeit, aber der Begriff ist irreführend. Manchen Frauen ist den ganzen Tag lang schlecht, bei anderen löst ein bestimmter Geruch Übelkeit aus.

Unwohlsein und Brechreiz sind unangenehm und können den Alltag beeinträchtigen. In der Regel ist die Übelkeit aber harmlos für Mutter und Kind. Tröstend ist der Umstand, dass dieses Schwangerschaftssymptom bei den meisten Frauen nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel ausgestanden ist. Nach zwölf bis 16 Wochen geht es vielen wieder besser. Wem in der ersten Schwangerschaft übel war, sollte sich für Folgeschwangerschaften auf ähnliche Symptome einstellen.

Tipps zur Schwangerschaftsübelkeit

Schwangerschaftsübelkeit – ab wann ist sie gefährlich?

Die Schwangerschaftsübelkeit kann von Frau zu Frau ganz unterschiedlich sein. Manche Schwangere kämpft die ganze Schwangerschaft hindurch mit dem Brechreiz, was belastend für die ganze Familie sein kann. Gefährlich wird es, wenn Sie sich ständig übergeben müssen. Können Sie keine Flüssigkeit und kein Essen bei sich behalten, wenden Sie sich rasch an Ihre Hebamme oder an die Frauenärztin. Diese werden dafür sorgen, dass Sie nicht dehydrieren, also zu viel Wasser und Mineralstoffe verlieren. Fälle von heftigem Schwangerschaftserbrechen sind allerdings selten: Nur etwa ein Prozent der Schwangeren sind davon betroffen.

Was tun bei Schwangerschaftsübelkeit

Es gibt viele kleine Tipps und Hausmittelchen, die bei der Schwangerschaftsübelkeit helfen können. Sprechen Sie mit Freundinnen, oftmals haben sie gute Ratschläge. Oder Sie versuchen die Tipps aus unserer Liste:

  • Halten Sie ZwiebackStudentenfutter oder andere Snacks auf dem Nachttisch bereit und essen Sie noch vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit. Mit leerem Magen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen schlecht wird. Geben Sie dem Verdauungsapparat also etwas zu tun.
  • Aus demselben Grund dürfen Sie den ganzen Tag lang snacken, natürlich am besten viel Obst und Gemüse. Ihre Hauptmahlzeiten fallen dafür kleiner aus. Lassen Sie den Bauch nicht ganz leer, aber überfüllen Sie ihn auch nicht.
  • Essen Sie, worauf Sie Appetit haben, auch wenn Ihnen der Sinn nur nach Reis oder Teigwaren steht. Vermeiden Sie fette und frittierte Speisen, davon wird Ihnen eher schlecht.
  • Keine Panik, wenn Sie während der ersten Schwangerschaftsmonate zu wenig essen oder vielleicht sogar ein wenig abnehmen. Sobald die Schwangerschaftsübelkeit vorüber ist, können Sie das ohne Schaden für sich und das Baby nachholen.
  • Gehen Sie viel an die frische Luft und lüften Sie regelmässig die Räume.
  • Falls Sie erbrechen müssen, trinken Sie anschliessend viel, um den Flüssigkeitsverlust zu ersetzen. Ist Ihr Urin dunkel, sollten Sie mehr trinken.
  • Müdigkeit kann die Übelkeit noch verstärken. Darum holen Sie sich Ihren Schlaf, wann immer Sie können.
  • Ingwer, Zitrone und Pfefferminze wird nachgesagt, gegen Übelkeit in der Schwangerschaft zu nützen. Kleingeschnittener Ingwer lässt sich mit Wasser zu einem Tee aufgiessen, ein Spritzer Zitrone peppt das Wasser auf und Pfefferminzblättchen kann man in der Hand verreiben und daran schnuppern oder gegen schlechten Geschmack kauen.
  • Versuchen Sie es mit Akupressur: In Apotheken und Drogerien gibt es Armbändchen, die gegen Übelkeit helfen sollen, indem sie einen Punkt am Handgelenk stimulieren.
  • Auch wenn kein Kraut gegen die Schwangerschaftsübelkeit gewachsen ist – Verständnis vom Gynäkologen sowie von Familie und Freunden ist schon viel wert. Was Sie in dieser Zeit brauchen, ist nicht die Aufforderung, sich bitteschön zusammenzureissen, sondern handfeste Unterstützung im Alltag.
     

Foto: iStock

Noch mehr über die spannenden neun Monate

Guter
Rat