Schwangerschaft

Folsäure – das Schwangerschaftsvitamin

Maria Walliser
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Maria Walliser

Die ehemalige Schweizer Skirennfahrerin ist Mutter einer Tochter, die mit «Spina bifida» zur Welt kam. Sie spricht über die «Stiftung Folsäure Schweiz».

Ausreichend Folsäure kann in der Frühschwangerschaft das Zünglein an der Waage für die Gesundheit Ihres ungeborenen Babys sein. Das Vitamin spielt eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung in den ersten paar Schwangerschaftswochen. Das entsprechende Nahrungsergänzungspräparat ist übrigens auch für die zukünftigen Väter ratsam; starten Sie am besten gemeinsam die Reise Ihrer Familienplanung.

Folsäure in der Schwangerschaft

Folsäure – das Schwangerschaftsvitamin

Ausreichend Folsäure kann in der Frühschwangerschaft das Zünglein an der Waage für die Gesundheit Ihres ungeborenen Babys sein. Das Vitamin spielt eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung in den ersten Schwangerschaftswochen. Das entsprechende Nahrungsergänzungspräparat ist übrigens auch für die zukünftigen Väter ratsam; starten Sie am besten gemeinsam die Reise Ihrer Familienplanung. 

Das Lebensvitamin Folsäure

Die Folsäure, auch Vitamin B9 genannt, stärkt das Immunsystem, unterstützt das Zellwachstum und trägt zur Blutbildung bei. Folsäure greift im Stoffwechsel an einer lebenswichtigen Stelle ein –  bei der Zellteilung –  und ist somit ein essentielles Vitamin für alle Wachstumsprozesse im Körper. So wird Folsäure oder Folat beispielsweise für die Blutbildung, insbesondere für die Entstehung von roten Blutkörperchen, benötigt.  

Folsäure - Helfer beim Kinderwunsch

Wird bei Ihnen der Kinderwunsch konkret? Haben Sie vielleicht die Pille bereits abgesetzt oder versuchen Sie schon seit längerem, schwanger zu werden? Dann kann die Einnahme von Folsäure wertvolle Hilfe leisten, wenn sie das Vitamin rechtzeitig einnehmen. Es dauert nämlich einige Tage, bis Sie bemerken werden, dass in Ihrem Bauch ein kleines Wunder heranwächst. Aber schon in dieser Zeit ist Folsäure  für die Entwicklung Ihres Kindes von grosser Wichtigkeit.

Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an

Die meisten Frauen beginnen zu spät mit der Folsäure-Prophylaxe (erhältlich in der Migros oder in Ihrer Apotheke). Der optimale Startzeitpunkt ist mindestens 1 Monat, am besten 3 Monate vor der Schwangerschaft. Bereits dann sollte die Frau täglich 400 Mikrogramm Folsäure in Tablettenform zu sich nehmen – zusätzlich zu einer gesunden, folatreichen Ernährung. Nur so kann eine ausreichende Folsäure-Versorgung in den ersten Tagen und Wochen der Schwangerschaft sichergestellt werden. Das ist äusserst wichtig, denn die Entscheidung bezüglich «Spina bidifa» fällt bereits zwischen dem 18. und 25. Tag der Schwangerschaft.

Folsäure – nicht nur in Tablettenform

Selbstverständlich gibt es das Vitamin B9 auch in natürlichen Lebensmitteln. Leber, grüne Blattgemüse wie Spinat, Nüsslisalat, Endivie, Grünkohl, Rosenkohl und Broccoli sind zum Beispiel gute Quellen. Aber auch Früchte und Beeren, Milch- und Vollkornprodukte sowie Weizenkeime und Hefe sind wichtige Folsäurelieferanten. Kommt das Vitamin natürlich vor, wird es Folat genannt – Folsäure ist das synthetische Pendant.

Folat nicht gleich Folsäure

In den meisten Präparaten findet sich die synthetische Form der Folsäure. Neue Studien zeigen allerdings, dass die Umwandlung von Folsäure in Folat nicht immer reibungslos funktioniert. Daher werden mittlerweile auch Präparate angeboten, die Folat enthalten, welches im Körper nicht umgewandelt werden muss. Mehr nützliche Informationen rund ums Thema Folsäure finden Sie auch auf www.migros-impuls.ch.

Besprechen Sie offene Fragen zu diesem Thema am besten mit Ihrem Frauenarzt. 

Maria Walliser über die «Stiftung Folsäure Schweiz»

Maria Walliser, was ist die «Stiftung Folsäure Schweiz»?

Seit vielen Jahren informiert die Stiftung die Bevölkerung über die lebenswichtige Funktion der Folsäure. Leider wurde in der Schweiz der beste Weg, den Folsäuregehalt der Bevölkerung zu erhöhen, nicht begangen: Mehl mit dem Vitamin zu versehen. Aus meiner Sicht ist das ein politischer Fehlentscheid. Studien aus Ländern mit der obligatorischen Folsäureanreicherung zeigen, dass damit Fehlbildungen wie Spina bifida oder Herzfehler bei Neugeborenen über 60 Prozent reduziert werden. Deshalb war ich sofort von der Idee einer privaten Offensive begeistert, als mich deren Initiator, Erich P. Meyer, bat, das Patronat zu übernehmen.

Was hat die Stiftung Folsäure Schweiz erreicht?  

Das Resultat unserer Kampagne ist beachtlich: Heute kennen über 75 Prozent der Bevölkerung das Lebensvitamin Folsäure. Und unsere Partner haben rund 200 mit Folsäure angereicherte Produkte eingeführt.  

Was bewegt Sie zu Ihrem Engagement?

Meine Motivation ist meine Tochter Siri. Sie ist eine lebensfrohe junge Frau von 25 Jahren, die an der Uni Luzern studiert. Ihre Spezialität, sagt Siri, ist, das Leben zu geniessen — so gut das eben geht im Rollstuhl mit Spina bifida. 

Jede Frau mit Kinderwunsch sollte unbedingt spätestens vier Wochen vor Empfängnis und während der ersten 12 Schwangerschaftswochen täglich ein Folsäurepräparat einnehmen. Denn ob sich das Rückenmark richtig schliesst oder nicht, entscheidet sich in den ersten 18 bis 25 Tagen der Schwangerschaft — also schon vor dem Ausbleiben der Monatsblutung. 

Ist damit das Risiko eines offenen Rückens vollständig gebannt?

Leider nein. Es gibt auch andere, v.a. genetische Gründe, die für einen offenen Rücken verantwortlich sind. Aber bei entsprechender Vorsorge kann das Risiko um rund die Hälfte reduziert werden.

Für wen alles ist Folsäure wichtig? 

Neue Studien bringen Folsäure mit schlechter Spermienqualität, Depressionen, Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang. Deshalb ist es für Männer und Frauen jeden Alters wichtig, auf eine ausreichende Versorgung mit Folsäure zu achten. 

Interview: Anna Bürgin

Maria Wallisers einschneidendes Ereignis: Lesen Sie die Reportage im Migros-Magazin.

Alles zum Thema Folsäure finden Sie auf der Webseite der «Stiftung Folsäure Schweiz»

Foto: Getty Images

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