Schwangerschaft

Zigaretten, Alkohol und Medikamente: Finger weg!

Als schwangere Frau tragen Sie massgeblich zum guten Gedeihen Ihres ungeborenen Kindes bei. Daher gilt die strenge Regel: Verzichten Sie - nicht nur in den ersten Schwangerschaftswochen - auf Zigaretten, Alkohol und Medikamente!

Eine Langzeitstudie aus England aus dem Jahre 2013 kommt zum Schluss, dass Kinder im Alter von zehn Jahren gleich gut über einen Balken balancieren oder auf einem Bein stehen können wie ihre Altersgenossen, auch wenn ihre Mütter während der Schwangerschaft wenig (bis zu einem Glas à 1 dl pro Tag) Wein oder Bier getrunken haben. Das Balanciervermögen sei ein guter Indikator für die neurologische Entwicklung, sagen die Forscher. 

Dennoch raten Schweizer Experten den Müttern während der Schwangerschaft, ganz auf Alkohol zu verzichten. Es ist nicht genau bekannt, wie viel Alkohol vielleicht doch nicht ganz ungefährlich für das ungeborene Kind wäre. 

Was man dagegen ganz genau weiss, ist, welche fatalen Folgen regelmässiger und hoher Alkoholkonsum auf die Gesundheit des Kindes hat: Das Risiko einer Fehlgeburt steigt um das Doppelte bis Vierfache, zudem erschwert Alkohol die Aufnahme und Verwertung wichtiger Nährstoffe und Vitamine. Im schlimmsten Fall wird das Kind mit dem fetalen Alkoholsyndrom geboren. Dieses geht mit einer Reihe von angeborenen Störungen einher. Überaktivität, Kleinwuchs, Hirn- und Nervenschäden oder Krampfanfällen sind nur einige davon.

Damit Sie ohne Alkohol nicht zum Partymuffel werden, hier ein paar Tipps, wie Sie die 0-Promill-Grenze zehn Monate lang problemlos überstehen:

  • Lassen Sie sich einen leckeren alkoholfreien Cocktail mixen (z.B. Flauder-Caipirinha oder Mojito, der Rum wird hierbei durch Ginger Ale ersetzt)
  • Stossen Sie mit einem Gläschen Perldor an, dieser ist nicht nur für Kinder gedacht
  • Bringen Sie ein paar Flaschen alkoholfreies Bier mit, wenn Sie eingeladen sind. Trinkt man es hin und wieder, schmeckt es schon bald fast wie «Echtes».

Jede Zigarette ist eine zu viel

Sie haben es sicher auch schon gehört: Schwangere Raucherinnen, die sagen, sie rauchen ihrem Kinde «zuliebe» weiterhin ein paar Zigaretten am Tag, um es langsam vom Nikotin zu entwöhnen und damit es keine Entzugserscheinungen bekommt. 

Diese Aussage ist natürlich Schwachsinn! Denn jede einzelne Zigarette schadet dem Kind. Durch die gefässverengende Wirkung des Nikotins wird die Sauerstoffversorgung des Mutterkuchens und damit des Babys beeinträchtigt. Nikotin kann ungehindert über die Plazenta auf das Ungeborene übergehen. Dort zeigt es direkt Wirkungen, indem es zum Beispiel den Herzschlag des Kleinen beschleunigt.

Es wird daher dringend empfohlen, sobald die Schwangerschaft festgestellt wird, mit dem Rauchen aufzuhören. Je mehr Zigaretten pro Tag geraucht werden, desto schlimmer ist es für die Gesundheit Ihres Kindes.

Natürlich wirkt sich auch das passive Rauchen negativ auf die Gesundheit aus. Deshalb sollten auch künftige Väter die Finger vom Glimmstängel lassen.

Medikamente können das Ungeborene schädigen

Vor der Schwangerschaft konnten Sie bei Kopfschmerzen einfach ein Aspirin nehmen und bei Halsschmerzen eine Lutschtablette aus der Apotheke. In der Schwangerschaft geht das nicht mehr so einfach. Denn nicht alle Medikamente, die Ihnen helfen, tun auch Ihrem Baby gut. 

Gerade im ersten Schwangerschaftsdrittel, wenn die Organe gebildet werden, ist der Fötus besonders sensibel. Wird die Entwicklung durch schädliche Stoffe einer bestimmten Arznei gestört, kann es im schlimmsten Fall zu Fehlbildungen beim Kind kommen.

Später in der Schwangerschaft ist das Risiko dafür nicht mehr so gross wie zu Beginn, jedoch können gewisse Medikamente Wehen auslösen oder das Kind beeinträchtigen.

Auch bei pflanzlicher Arznei und Vitaminen ist Vorsicht geboten. So kann Salbei beispielsweise Wehen auslösen oder zu viel Vitamin A das Ungeborene schädigen.

Dennoch gibt es Schwangere, die auf Medikamente angewiesen sind und solche auch nehmen müssen und können, ohne dass das Kind zu Schaden kommt. Eine Absprache mit dem Gynäkologen ist hier wichtig.

Die Grundregel für den richtigen Umgang von Medikamenten in der Schwangerschaft sieht folgendermassen aus:

  • Nehmen Sie nie ohne Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker Medikamente ein, auch keine Altbewährten
  • Achten Sie auf die Dosierung. Generell gilt: So viel wie nötig, so wenig wie möglich
  • Brechen Sie eine ärztlich verschriebene Behandlung nicht einfach ohne Rücksprache mit dem Arzt ab, es gibt Krankheiten, die für das Kind schädlicher sind als deren Behandlung. Darunter fallen zum Beispiel eine Schwangerschaftsvergiftung, psychische Erkrankungen oder Infektionen
  • Wenn Sie bereits vor der Schwangerschaft regelmässig Medikamente einnehmen mussten, sollten Sie offen mit Ihrem Arzt über einen allfälligen Kinderwunsch reden.

Foto: Getty Images

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