Babyernährung

Essen wie die Grossen: So gelingt der Umstieg vom Brei zur festen Nahrung

Nützliche Informationen

Von der Milchstrasse über den Brei in den Gourmethimmel: Nach seinem 1. Geburtstag darf Ihr Baby am Familientisch mitessen. Je nachdem, wie gut das Kauen und Schlucken schon klappt, darf das Kleinkind jetzt von allem probieren, was auf den Tisch kommt.

Wenn der Wonneproppen plötzlich seinen Brei verschmäht und lauthals nach dem Braten verlangt, von dem Sie gerade ein Stück verzehren, ist es an der Zeit, das Kleinkind am Familientisch mitessen zu lassen. Das heisst dann aber auch: ade, Extrawurst! Von nun an dreht sich der Familienkosmos nicht mehr um die gesonderten Essgewohnheiten des Babys.

Tipps zum Umstieg auf feste Nahrung

3 Tipps zur erfolgreichen Einführung von fester Kost

Das gemeinsame Speisen sollte von Anfang an als soziales Ritual zelebriert werden: Idealerweise finden die Mahlzeiten gemeinsam am Familientisch statt. Auch die beiden Zwischenmahlzeiten. Das fördert in erster Linie das familiäre Miteinander, hat aber noch weitere positive Nebeneffekte: Etwa, dass nach dem Essen nur der Küchenboden und nicht die ganze Wohnung wie ein Schlachtfeld aussieht. Denn bis das mit dem Babybesteck und den Tischmanieren klappt, sollen Kleinkinder das Essen zuerst mit den Fingern spielerisch erforschen und rummatschen dürfen. Lätzchen und Wachstischdecke helfen, das Chaos ein wenig einzudämmen. Ablenkungsmanöver wie TV, Tablet und Smartphone gehören nicht an den Esstisch.

  • Der Übergang vom Brei zur normalen Kost sollte langsam aufgebaut werden, damit das Verdauungssystem des Kleinkindes nicht überstrapaziert wird. Wenn die ersten Zähnchen durchbrechen, kann man beispielsweise damit aufhören, den Brei ganz fein zu pürieren: Durch die gröbere Beschaffenheit der Speisen lernt das Kleine frühzeitig, seine Beisserchen richtig einzusetzen.
  • Kleinkinder sind meist neugierig auf die neuen Geschmackserlebnisse, die sich ihnen nach der Breiphase eröffnen. Eltern sollten diese «goldenen Zeiten» nutzen und den Nachwuchs möglichst viele verschiedenen Speisen probieren lassen. Denn mit allergrösster Wahrscheinlichkeit wird früher oder später auch bei ihm die «Mag-ich-nicht!»-Phase eintreten, in der das Kind das Lieblingsessen plötzlich scheinbar grundlos verschmäht. 
  • Eine abrupte Wandlung vom Allesesser zum Suppenkasper lässt sich teilweise aus dem veränderten Wachstum nach dem ersten Geburtstag erklären. Während das Baby im ersten Lebensjahr sein Gewicht verdreifacht hat, braucht es nun verhältnismässig weniger Kalorien. Als Eltern sollte man auch wissen, dass der Magen eines Kleinkindes nicht grösser ist als ein kleiner Apfel. Kinder dazu zu zwingen, ihren Teller leer zu essen, ist Unsinn, weil man dadurch nichts erreicht und das Kind so auch nicht lernt, seinem natürlichen Sättigungsgefühl zu vertrauen. Essen sollte immer ein Angebot sein, kein Zwang. Bei Unsicherheiten wendet man sich am besten an eine Fachperson. 

Welche Lebensmittel eignen sich für mein Kind?

Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (www.sge-ssn.ch) empfiehlt, Kleinkindern ab dem 2. Lebensjahr eine abwechslungsreiche Mischkost zu verabreichen, die auf der Lebensmittelpyramide beruht. Das Essen sollte man anfangs in kindergerechte Stücke schneiden oder zerdrücken. Mit Salz, Gewürzen und blähendem Gemüse sollten Eltern noch sparsam umgehen. Das gleiche gilt für Junkfood und gesüsste Speisen. Seien Sie ihrem Kind beim Essen ein Vorbild. Denn es lernt, was ihm vorgelebt wird.

Allzu harte Lebensmittel wie rohe Rüebli oder Nüsse kocht, raffelt oder zermahlt man besser noch, weil sie versehentlich in die Luftröhre gelangen könnten. 

Honig, auf den Babys bis zum 1. Geburtstag aufgrund der Gefahr von Säuglingsbotulismus verzichten müssen, darf nun gegessen werden. Gemäss der WHO (World Health Organization) haben Babys im Alter von 12 Monaten natürliche Abwehrkräfte entwickelt, die das Wachstum der lebensgefährlichen Bakterien im Darm verhindern. 

Wird das Kind im 2. Lebensjahr nicht mehr gestillt, sollte es rund 350 ml Vollmilch pro Tag trinken, oder diese auch in Form von Quark, Joghurt oder Frischkäse zu sich nehmen. 

Tipp: Kleinkindern schmeckt das saure Nature-Joghurt besser, wenn man es ein bisschen süsst. Statt Kristallzucker eignen sich reife Früchten wie etwa Bananen. 

Auf den Geschmack kommen

Die meisten Kinder spucken und brüllen, wenn man ihnen eine bittere Speise zu Probieren gibt. Evolutionstechnisch macht diese Abneigung gegen Bitterstoffe durchaus Sinn: Bitter sind nämlich fast alle giftigen Pflanzen. So wurde uns auch die Schwäche für Süsses in die Wiege gelegt: Die Geschmacksrichtung «süss» kennen Kleinkinder von der Muttermilch her, welche selbst der untrainierte Geschmackssinn von Babys als Freund erkennt. Dieser ist zwar noch viel sensibler als der von Erwachsenen, doch muss das Gehirn die Informationsflut an Geschmäckern zuerst zuordnen lernen. Richten sie den Teller hübsch und farbenfroh an, geben Sie der verschmähten Zucchetti ein Gesicht. Denn was für Erwachsene gilt, gilt auch für die Kleinsten: Das Auge isst mit.

Alle guten Dinge sind 15

Als Eltern trägt man die Verantwortung für das Essverhalten der Kinder. Geschmack ist Gewohnheitssache und somit lernbar. So zeigen ernährungspsychologische Studien, dass Kinder einen neuen Geschmack eher mögen, je öfter sie von der unbekannten Speise probieren. Ein Kind, so sagt man sogar, muss eine Speise rund 15 Mal probiert haben, bevor es sie gerne mag. Bis das Kleine auf den Geschmack kommt, heisst es also: trainieren.

Foto: Getty Images

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