Babys zweites Jahr

Malen fördert die kognitive und persönliche Entwicklung

Sobald ein Kind einen Stift in der Hand halten kann, wird es sich kritzelnd und malend ausdrücken. Auf diese Weise kommuniziert es mit seiner Umwelt und entwickelt dabei wichtige Fähigkeiten. Mit unseren Tipps kannst du die Begeisterung fürs Malen nutzen und dein Kind so fördern.

Nützliche Informationen

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Das Wichtigste in Kürze

  • Malen fördert die Konzentrationsfähigkeit, Geduld, Feinmotorik sowie das Erinnerungsvermögen, die Fantasie und das Selbstbewusstsein.
  • Bei ganz kleinen Kindern wird durch das Malen vor allem die Hand-Augen-Koordination geschult.
  • Die Kunstwerke des Nachwuchses sollten nie negativ kritisiert werden. Kunst bedeutet individuelle Ausdrucksfreiheit.

Was für eine Leistung: Gerade noch ein Baby, gelingt es dem Kleinen schon, einen Stift in der Hand zu halten. Der ganze Arm, ja der ganze Körper geht mit, wenn ein farbiger Kringel auf dem weissen Papier erscheint. Kinder scheinen oft ganz versunken in ihre Tätigkeit, wenn sie malen oder zeichnen. Die kreative Betätigung beruhigt sie: Die Kleinen konzentrieren sich voll und ganz auf die Entstehung ihres Kunstwerkes, auch wenn dieses für Erwachsene nur nach Farbkringeln aussieht.

Kreativität als Training für die Hirnentwicklung

Für Kinder ist das Malen eine ganze neue Art, sich auszudrücken. Statt mit Worten können sie sich so auch in Bildern ausdrücken und etwas Bleibendes schaffen. Darum: Ermuntere dein Kind, weiterzumachen: Jedes positive Wort, jeder leuchtende Blick beim Betrachten der Bilder wird ein Kind ermutigen, kreativ zu sein und bleiben. Aber du solltest deine Kinder nicht zwingen oder bedrängen: Wenn die Kinder nicht malen wollen oder noch nicht so konkret zeichnen können wie ihre Freunde, ist das absolut in Ordnung. Jedes Kind entwickelt sich auch da in seinem Tempo.

Eltern können ganz entspannt bleiben: Mit einem Jahr kann man von einem Kind noch nicht viel mehr als Kritzeleien erwarten. Erst im Alter von etwa drei Jahren fangen Kinder an Linien, Kreise und Kopffüssler zu malen. Dann versucht das Kind, Dinge zu erfassen und wiederzugeben, was ein hervorragendes Training fürs Gehirn ist. Neue Synapsen werden gebildet, wenn Hand und Auge zusammen etwas schaffen. Kognitive Fähigkeiten werden also spielerisch trainiert.  Aber Vorsicht: Ohne Erwartung der Eltern!

Was ist bei Linkshändern zu beachten?

Für das Malen gilt dasselbe wie für das Schreiben: Linkshänder-Kinder sollten nie gezwungen werden den Buntstift oder den Pinsel mit der rechten Hand zu halten, wenn sie die Tendenz zur linken Hand haben.

Raum und Platz für kreative Stunden

Du hast genügend Platz in der Wohnung oder im Haus? Für Kleinkinder ist ein extra Malplatz oder eine Malecke ein besonders schöner und förderlicher Ort. Dort warten immer verschiedene Papiere und altersgerechte (selbstverständlich schadstofffreie) Stifte in den unterschiedlichsten Arten und Farben, mit denen sie ihre Ideen umsetzen können. Auch Wasserfarben und Pinsel gehören zum Repertoire sobald das Kind dafür alt genug ist. Für ganz kleine Kinder sind Wachsmalstifte oder -blöcke allerdings noch am geeignetsten. Die Stifte sollten dick sein und auf eine leichte Berührung auf dem Papier hin schon Farbe abgeben, damit das Malen nicht zu anstrengend ist.

Es muss nicht immer ein Blatt Papier sein: Auch leere Papierrollen regen zum Anmalen an. Wenn die Malsachen immer bereit stehen, motiviert und inspiriert das die Kinder, sich selbstständig an ein neues Kunstwerk zu wagen. So lässt du im Tag deines Kindes Platz und Raum für Kreativität.

Aber Achtung, wenn du die kleinen Künstler unbeaufsichtigt lässt: mit Wachsmalstiften ausgerüstete Kinderhände verzieren auch sehr gerne weiss gestrichene Wohnzimmerwände!

Wie man einen Mal-Muffel motiviert

Auch wenn es eher selten ist, so hat doch nicht jedes Kind grosse Lust zu malen. Manchen Kindern fällt es auch schwerer, sich mit Stiften oder Farben künstlerisch auszudrücken. Hier ein paar Tipps, wie du in einem Kind die Freude am Malen steigerst:

  • Male immer wieder gemeinsam mit deinem Kind. Schlage Formen, Farben und Motive vor.
  • Stelle auch Malvorlagen zur Verfügung, an denen sich das Kind orientieren kann oder die es ausmalen kann.
  • Sprich mit deinem Kind über die Bilder, die es malt. Sag ihm, wenn du sie schön findest.
  • Beurteile die Bilder nie negativ. Lass dem Kind in seiner Ausdrucksweise jede Freiheit.
  • Biete deinem Kind unterschiedliche Stifte, Farben und Materialien an.

Offenes Malen und Kurse

Malen macht übrigens auch in grösserer Gesellschaft Spass. In vielen Städten gibt es offenes Malen in Gemeinschaftszentren, Kunstkurse oder gar Kunstschulen für Kinder. Ganz kleine Kinder malen dort schon gemeinsam in der Gruppe in Begleitung eines Elternteils, später ohne. Dort lernen die älteren Kinder (und die Eltern) verschiedene Techniken und werden fachkundig inspiriert.

Meilensteine der motorischen Mal-/Schreibentwicklung

  • im Alter von ein bis zwei Jahren: kritzeln
  • im Alter von etwa drei Jahren: Linien, Kreise, Kopffüssler
  • im Alter von etwa fünf Jahren: Buchstaben
  • im Alter von etwa sechs Jahren: schreiben und detaillierte Bilder

Foto: Getty Images

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