Babys zweites Jahr

Bewegungsspiele: So entwickelt dein Kind ein gutes Körpergefühl

Viel Bewegung ist wichtig für die Entwicklung von Kindern: Aktive Kinder sind körperlich gesünder und geistig wacher. Hier findest du Tipps und Ideen, wie du dein Kind spielerisch dazu bringst sich mehr und auch koordiniert zu bewegen.

Nützliche Informationen

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Das Wichtigste in Kürze

  • Bewegung fördert die kindliche Entwicklung und Gesundheit.
  • Kinder, die viel in Bewegung sind, können sich besser konzentrieren.
  • Bewegung fördert die Ausgeglichenheit und Selbstsicherheit von Kindern.
  • Bewegungsspiele motivieren zu mehr Bewegung und machen Spass.

Vom Krabbeln bis zum Laufen, während dem sie spielen oder mit den Eltern die Welt entdecken: In den ersten Lebensjahren lernen Kinder vor allem in Verbindung mit Bewegung. Sie probieren etwas aus und entdecken Neues, indem sie ihren Körper dazu benutzen. Dadurch bilden sich im Gehirn ständig neue Nervenbahnen, Synapsen, Vernetzungen. Bei körperlicher Bewegung wird durch die angeregte Durchblutung das Gehirn auch bestens mit Sauerstoff versorgt und kann deshalb gut funktionieren. So wird unter anderem auch die Sprachentwicklung durch die Bewegung gefördert. 

Spielen und lernen: Das Gehirn denkt vor, der Körper macht's nach

Das Tolle ist: Fast jedes Spiel beinhaltet Bewegung! Solche Bewegungsspiele sind besonders stimulierend, weil das Gehirn vorausdenkt, was die Muskeln des Körpers ausführen werden und wie wohl der andere sich verhalten wird. Aber ein Kind fühlt sich auch einfach wohler, wenn es seinem Bewegungsdrang nachgeben kann, denn sein Gehirn sendet dann Botenstoffe aus, die die Stimmung heben und den Geist anregen.

Ein gutes Körpergefühl ist wichtig – in der Kindheit und im späteren Leben: Kinder mit einem kräftigen Bewegungsapparat sowie mit geübter Kraft, Ausdauer und Geschicklichkeit werden sich später auch mehr zutrauen, selbstsicherer sein und weniger Unfälle haben. Kinder sollten darum so früh wie möglich an körperliche Betätigung gewöhnt werden, damit sie zur Normalität wird.

Spiel und Spass sorgen für Bewegung im Familienalltag

Sobald ein Kind laufen kann, sollte es dies auch so oft wie möglich tun. Der Kinderwagen oder Buggy kann dann auch mal stehen bleiben. Wie wäre es, einmal gemeinsam zu Fuss zum Einkaufen oder zur Spielgruppe zu gehen? Auf dem Weg gibt es auch immer viel zu entdecken.

Spielplätze sind der ideale Ort, damit ein Kind seinem Kletterdrang nachgeben kann. Nieselregen oder Wind sollten Eltern von solchen regelmässigen Exkursionen nicht abhalten. Bewegung ist gut, Bewegung im Freien bei frischer Luft ist noch besser. Und wenn man einmal wirklich nicht draussen spielen kann, sollten drinnen zumindest auf dem Boden Matratzen, Kissen, Schachteln und Bälle Anregung zur Bewegung geben. Und natürlich sind Eltern wieder als gutes Vorbild gefragt: Benutze selbst so häufig wie möglich das Fahrrad oder gehe zu Fuss, benutze – ohne zu murren oder andere negative Bemerkungen - die Treppe und nicht den Fahrstuhl, damit dein Kind das früh verinnerlicht. Es wird später viel sitzen und sollte von Anfang an in seinem System verankern, wo es sich den Bewegungsausgleich herholen kann.

So animierst du dein Kind zu mehr Bewegung

Schon Kleinkinder mögen Bewegungsspiele. Probiere es doch mal aus – animiere dein Kind zum Ausprobieren, Toben und Spielen. Wir haben hier ein paar Ideen gesammelt für drinnen und draussen. 

  • Stelle deinem Kind spielerische Aufgaben, bei denen es sich bewegen soll: «Hüpfe zehn Mal nach vorne und zehn Mal wieder zu mir zurück!» «Dreh Dich drei Mal im Kreis, in die eine Richtung und drei Mal in die andere!»
  • Fordere dein Kind heraus – und mache es vor: Wie wär's mit einem Wettrennen ums Haus? Oder einem Weitsprung-Wettbewerb? Wer wohl gewinnt? 
  • Die Macht der Musik nutzen: Kinder bewegen sich gern zu Musik und Rhythmen. Erfinde eine kleine Choreografie, einen Tuchtanz tanzt den gemeinsam im Kreis.
  • Mache eine Kissenschlacht
  • Spiele im Garten mit einem weichen Ball Torschiessen.
  • Hüpfe mit deinem Kind von einer Pfütze in die nächste (am besten mit Gummistiefeln!)
  • Lasse dein Kind auf niedrigen Mauern oder umgefallenen Baumstämmen balancieren (am Anfang noch an der Hand)
  • Fang mich! Spiele doch mal wieder «Fangis»!
  • Stoppe die Zeit, wenn dein Kind rennt und lasse es seine Zeit in mehreren Läufen verbessern
  • Mache Wurfspiele mit einem (Soft-)Ball
  • Jage gemeinsam einem aufgeblasenen Luftballon hinterher
  • Ab auf die Autobahn: Male auf der Strasse Strecken und Routen mit Kreide. Dein Kind kann diese abrennen oder als Rennauto abfahren.
  • Hüpfspiele sind super! Erfinde selbst ein Spiel oder zeichne «Himmel und Hölle » aufs Trottoir.
  • Spiele «Spiegelpantomime». Dabei stellst du dich vor dein Kind und machst eine Bewegung vor, die dein Kind dann nachahmt. Später drehst du die Rollen um.
  • Stelle dich und dein Kind etwa zwei Meter auseinander mit dem Rücken zu einander auf, beugt euch beide nach vorne und schaut euch durch eure weit gegrätschten Beine an. Nun rollt ihr einen Ball hin und her. Das fördert die Entwicklung des Gleichgewichtssinns.
  • Mimt Tiere nach «Wie geht ein Fuchs?» «Wie streckt sich eine Giraffe?» «Wie zeigt sich ein Bär, wenn er wütend ist?»

Wichtige Bewegungsabläufe, die dein Kind jetzt für eine gesunde Entwicklung braucht:

  • hüpfen, springen
  • sich hochziehen, etwas erklimmen, sich gegen etwas stemmen
  • herumrutschen und heruntergleiten
  • schaukeln, pendeln
  • sich rollen und drehen (auch einen Taumel spüren)
  • bis zur Erschöpfung rennen
  • von etwas hinunterspringen und sich fallen lassen
  • auf Baumstämmen balancieren und das Gleichgewicht halten (mit Hilfe der Eltern)
  • klettern

Bewegung im Familienalltag

Foto: Getty Images

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