Babyratgeber

Zeit für den Kindergarten: So gelingt der Start im Chindsgi

Nicht mehr lange – und das Kind geht in den Kindergarten. Wissenswertes zum Kindergartenstart, was das Kind dort erwartet, mit Tipps, wie der Start gelingt und sich das Kind so richtig darauf freut.

Nützliche Informationen

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Kind sollte bestimmte Voraussetzungen mitbringen, bevor es in den Chindsgi kommt.
  • Der Kindergarten bestimmt den Tagesablauf neu. Es gibt praktische Veränderungen.
  • Jedes Kind geht anders mit der Umstellung um. 

Der vierte Geburtstag naht und damit ein neuer Lebensabschnitt für die meisten Kinder in der Schweiz: Sie kommen in den Kindergarten. Eine spannende Phase beginnt: Die ersten Ablösungsschritte zwischen Eltern und Kind vollziehen sich. Der Übergang in die Kindergartenstufe ist für alle Beteiligten oft eine Herausforderung. Schon allein der Tagesablauf ändert sich mit dem Start des Kindergartens, der Tag ist nun fester strukturiert. 

Der Kindergarten bringt eine neue Struktur und neue Freunde

Pläne und Ferien, vorgegeben vom Kanton und der Gemeinde, bestimmen den Ablauf der Monate. Aber auch emotional gibt es nun eventuell Höhen und Tiefen. Zum einen freuen sich viele Eltern, dass ihr Kind nun schon gross und selbständig genug ist, um in den Kindergarten zu gehen. Andererseits müssen sie jetzt auch ein wenig loslassen.

Das geht bei manchen Eltern mit einer gewissen Wehmut einher. Die Kleinkindphase ist vorbei, sie haben nun ein Kindergartenkind zuhause. Auch heisst es zu akzeptieren, dass neue Bezugspersonen Einfluss auf das Kind nehmen und es mehr Zeit mit eigenen ersten Freunden oder auch der Kindergärtnerin verbringt.

Das erste Kindergartenjahr: Erstmals ohne Eltern

Aber auch das Kind selbst erlebt nun viel Neues, auch gefühlsmässig. Das eindrücklichste Erlebnis ist natürlich die Trennung von den Eltern und allenfalls auch der Kita. Es muss sich nun in eine grössere Gruppe integrieren, an eine neue Bezugsperson gewöhnen, die nicht nur für es selbst da ist, sondern auch für andere Kinder. Es muss Beziehungen zu anderen Kindern aufbauen und Rücksicht nehmen. Es muss neue Regeln lernen und sich an einen anderen zeitlichen Rhythmus gewöhnen als Zuhause. 

Sich in einer fremden Umgebung zurechtzufinden, die Sicherheit des Vertrauten aufzugeben und das alles ohne die Eltern in der Nähe, bedeutet für die meisten Kinder eine grosse Umstellung. 

Eingewöhnungsphase: Lassen Sie Ihrem Kind Zeit

Jedes Kind geht mit diesen Veränderungen anders um. Während das eine spontan und freudig auf Neues zugeht und gleich «Gschpänlis» um sich schart, wartet ein anderes schüchtern und ängstlich ab. Bei Letzteren kann es mehrere Wochen oder gar Monate dauern, bis es unbeschwert seinen Platz gefunden hat und sich in seiner Kindergartengruppe wohlfühlt. 

Wenn das Kind etwas mehr Zeit braucht

Was tun, wenn ein Kind noch nicht bereit für den Kindergarten ist? In der Schweiz liegen zwischen dem Anmeldetermin für den Kindergarten und dem vierten Geburtstag des Kindes mindestens sechs Monate. In dieser Zeit kann sich ein Kind noch stark verändern. Deshalb sind Eltern oft unsicher, ob es schon der richtige Zeitpunkt für den Eintritt in den Kindergarten ist. Wenn Eltern denken, dass ihr Kind wohl noch etwas Zeit braucht, bevor es in den Kindergarten geht, sollten sie Folgendes beachten: Erkundigen Sie sich – welche Regeln gelten in Ihrem Kanton, falls Sie tatsächlich entscheiden, Ihr Kind ein Jahr später einschulen zu lassen? Hilfreich ist es auch, sich mit allfälligen weiteren Betreuungspersonen auszutauschen (Kita-BetreuerInnen, Nanny, Grosseltern). Eine professionelle Einschätzung kann Ihr Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin vornehmen.

Bereiten Sie Ihr Kind auf den Kindergarten vor

Ob zum regulären Zeitpunkt oder später: Damit der Start im Kindergarten gelingt, helfen gewisse Vorbereitungen. Drei- bis Vierjährige wollen beschäftigt und gefördert werden. Sie sind wissbegierig und gerne aktiv. Freies Spiel ist wichtig. Aber der Spielplatz alleine reicht dafür vielleicht nicht mehr ganz aus. Falls Ihr Kind noch nicht in einer Kita ist, finden Sie vielleicht eine Spielgruppe oder ein anderes Angebot für Kinder, an dem Ihr Kind teilnehmen kann. So lernt es den Umgang in der Gruppe und erhält neue Eindrücke von aussen. Sie sollten Ihr Kind also privat so gut es geht fördern.

Wie Sie erkennen, ob Ihr Kind bereit ist für den Chindsgi

Ein Kind sollte bestimmte Voraussetzungen erfüllen und einen bestimmten Entwicklungsstand haben bevor es in den Kindergarten geht. Allerdings wird hier keine Perfektion erwartet. Aber es sollte deutlich sein, dass das Kind bereit ist sich mit Hilfe der Kindergärtnerin in die Selbständigkeit zu bewegen. Dazu gehört:

  • mindestens vier Stunden ohne seine Mama oder seinen Papa sein zu können.
  • keine Windeln mehr zu brauchen und selbstständig auf die Toilette gehen zu können.
  • warten können, bis man an der Reihe ist
  • mindestens zehn bis fünfzehn Minuten still sitzen zu können
  • grobmotorische Fähigkeiten: klettern, Treppe steigen etc.
  • feinmotorische Fähigkeiten: Schere handhaben, kleben, basteln, malen
  • kleine Aufgaben auszuführen
  • mit Spiel- und Bastelsachen sorgfältig umzugehen
  • ohne grossen Widerstand aufzuräumen
  • sich eigenständig Jacke und Schuhe an- und auszuziehen
  • sich längere Zeit mit einer Sache beschäftigen zu können
  • ruhig zuhören können
  • Regeln und Grenzen zu respektieren
  • rücksichtsvoll mit anderen Kindern umzugehen

Foto: Getty Images

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