Babyratgeber

Spielen mit anderen Kindern: Wie Sie die richtige Spielgruppe für Ihr Kind finden

Was ist besser als spielen? Genau: Gemeinsam mit anderen Kindern im selben Alter zu spielen. Falls Ihr Kind nicht schon in einer Kita ist, bietet eine Spielgruppe eine gute Ergänzung zu Spielplatz-Bekanntschaften. Doch worauf muss man dabei achten? Und wo findet man eine solche Gruppe?

Nützliche Informationen

Nützliche Informationen

Das Wichtigste in Kürze:

  • In einer Spielgruppe treffen sich Kinder ab etwa zweieinhalb oder drei Jahren bis zum Eintritt in den Kindergarten.
  • Die Treffen finden einmal oder mehrmals wöchentlich statt, dauern aber im Unterschied zu Kitas nie länger als einen halben Tag.
  • Die Teilnahme ist verbindlich.
  • Die Gruppengrösse beträgt etwa acht bis zehn (höchstens zwölf) Kinder.
  • Die Spielgruppen werden von ausgebildeten LeiterInnen geleitet.
  • In den Gruppen findet frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung statt.

Mal ist auf dem Spielplatz viel los, mal ist niemand da. Auch die Nachbarskinder sind nicht immer zum Spielen verfügbar. Wenn ein Kind in die Phase kommt, in der es neugierig auf andere Kinder wird und offensichtlich gerne mit ihnen spielt, es aber noch nicht im Kindergarten ist, ist die Zeit der Spielgruppen angebrochen. Das ideale Alter dafür beginnt etwa im Alter von zweieinhalb Jahren. Üblicherweise wird das Angebot bis zum Eintritt in den Kindergarten wahrgenommen. Vor allem Einzelkinder, die nicht in einer Kita sind, finden es spannend, neue Spielkameraden zu finden. In Spielgruppen treffen sie so regelmässig einmal oder mehrmals die Woche auf die gleichen anderen Kinder zum Spielen.

Freies Spiel, neue Erfahrungen und wichtige Kontakte

Unter der Leitung von ausgebildeten GruppenleiterInnen spielen etwa acht bis zehn Kinder miteinander. Im Unterschied zur Kita ist nach etwa zwei bis drei Stunden Schluss. Die Treffen können aber auch einen ganzen Vor- oder Nachmittag dauern. Dabei handelt es sich nicht nur um ein beaufsichtigtes Treffen, während dem die Eltern etwas Freiraum haben. Die Spielgruppen sind in der Regel auch zielgerichtet: So fördern die LeiterInnen durch das Spielen mit den Kleinen auch die sozialen, emotionalen, kognitiven, körperlichen sowie psychischen Entwicklungsschritte und Fähigkeiten der Kinder. So lernen die Kleinen schon früh, sich in Gemeinschaften einzufügen und Schritt für Schritt selbstständiger zu werden.

Aber auch Elternkontakte werden durch die Spielgruppen gefördert, denn die Spielgruppenarbeit beinhaltet auch Angebote für Zusammenkünfte und Besprechungen der Eltern. Auch Elterngespräche mit den GruppenleiterInnen sind möglich, in denen auf das Verhalten und die Entwicklung der einzelnen Kinder eingegangen wird und bei dem Besonderheiten besprochen werden können.

Passt diese Spielgruppe zu uns?

Eine Spielgruppe ist nicht an staatliche Vorgaben gebunden. Deshalb sollten Eltern selbst auf den Standard der Gruppe achten. Hier ein paar Kriterien, die dabei wichtig sind:

  • Welche Ausbildung kann die Leiterin vorweisen?
  • Wie viele Kinder sind in der Gruppe?
  • Sind die Räume sicher und kindgerecht gestaltet?
  • Gibt es einen Hof oder einen Garten?
  • Wie werden die Kinder eingewöhnt?
  • Gibt es noch eine weitere Aufsichtsperson?
  • Inwiefern sind die Eltern einbezogen?
  • Ist das pädagogische Leitbild der Gruppe passend? Verfügt die Gruppenleitung über eine entsprechende Ausbildung?
  • Wie geht die Leiterin mit Konflikten um?
  • Wie wird die Gruppe verwaltet?

Waldspielgruppen & Co: frühkindliche Bildung auf spielerische Art

Manche Spielgruppen sind auch auf bestimmte Schwerpunkte spezialisiert: So sind heute Waldspielgruppen oder Gruppen auf dem Bauernhof sehr beliebt. Es gibt aber auch Spielgruppen, die heilpädagogisch und integrativ ausgerichtet sind und sich an Kinder wenden, die besondere Bedürfnisse in der Betreuung und Förderung haben. Wer unsicher ist, ob eine bestimmte Spielgruppe zum eigenen Kind passt, kann sich nach Schnupperstunden erkundigen.
 
Haben die Eltern erst einmal die richtige Spielgruppe für ihr Kind gefunden, kann es losgehen. Die Kleinkinder können dann in einem geschützten Raum sowohl frei spielen als auch erste intensive Erfahrungen im Umgang mit Gleichaltrigen machen, die sie jede Woche wieder sehen. So können sich erste Sympathien verstärken oder gar erste Freundschaftsbande schliessen, die sich vielleicht im Kindergarten fortsetzen. Dafür gibt es aber keine Agenda. Es gibt kein «Muss». Aber sicher wird das Kind in der Spielgruppe einiges lernen, sowohl von den Spielkameraden als auch von den Leiterinnen. Denn die bieten neben dem Freispiel auch Aktivitäten an, bei denen sie die Kinder anleiten. Kreisspiele, Fingerspiele, basteln und malen sind dabei sehr beliebt. Die Eltern ziehen sich nach einer Eingewöhnungsphase nach und nach zurück. So lernen die Kinder, für ein paar Stunden ohne Mama und Papa zu sein, was sie ideal auf ihre Kindergartenzeit vorbereitet.
 
Aber auch die Eltern profitieren von den Spielgruppen. Im Kontakt mit der Gruppenleitung dürfen sie Unsicherheiten in der Erziehung oder bei der Entwicklung ihrer Kinder ansprechen und finden Gehör. Der Austausch über pädagogische Themen, auch mit anderen Eltern, ist oft hilfreich. Nicht zu unterschätzen ist auch die Möglichkeit einer kurzen Verschnaufpause im doch oft recht stressigen Wochenalltag der Eltern.

Gruppen in Ihrer Region

Der Verband Schweizerischer Spielgruppen-LeiterInnen vergibt Qualitätslabel für Spielgruppen und bietet auf seiner Website www.spielgruppe.ch unter anderem ein Verzeichnis an, in dem Interessierte Spielgruppen in ihrer Nähe finden können.

Foto: Getty Images

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