Babyratgeber

Spielideen für Zweijährige: Wie Ihr Kind spielerisch die Welt entdeckt

Ein zweijähriges Kind will die Welt entdecken, immer Neues erfahren und lernen. Das zeigt sich auch im Spiel. Vertrautes wird nun schnell langweilig. Immer neue Ideen und Spielsachen müssen her. Doch was ist wirklich sinnvoll für ein zweijähriges Kind? Spielideen, mit denen Sie Ihr Kind beschäftigen, fordern und fördern.

Nützliche Informationen

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren folgen einem angeborenen Forscherdrang: Sie beginnen, die Welt zu entdecken.
  • Für eine gesunde körperliche, geistige und soziale Entwicklung benötigt ein Kind altersgerechtes Spielzeug.
  • Bei Spielzeug für Zweijährige gilt: Weniger ist mehr und teuer muss es nicht sein.
  • In diesem Alter stehen für ein Kind vor allem das Nachahmen, die Bewegung und die Stimme im Vordergrund.

Ein zweijähriges Kind zu beschäftigen kann auf die Dauer ganz schön schwierig sein. Zum Glück gibt es Beschäftigungen, die in jedem Alter Sinn machen und auf die Sie jederzeit zurückgreifen können – wie das Vorlesen und das gemeinsame Betrachten von Bilderbüchern. Davon kriegen auch zwei Jahre alte Kinder nicht genug. Aber: Die ruhigen Momente auf dem Sofa werden oft schnell wieder abgelöst von einem interessierten Aktionismus der Kleinen. Denn für Zweijährige ist gerade alles spannend: Das Kleinkind möchte alles ausprobieren, entdecken, erforschen, aufheben, öffnen, verändern.

Das Kind will ausprobieren und entdecken – freies Spiel macht das möglich

Ihr Kind hat mittlerweile Fähigkeiten entwickelt, die ihm dabei helfen, spielerisch die Welt zu entdecken: Es kann klettern, drücken, hochsteigen, drehen, schrauben, schieben. Es hat Kraft und bereits eine gewisse motorische Fingerfertigkeit. Auch verbal sind die Kleinen nun so weit, dass sie sich zu ihren Wünschen schon bald dezidiert äussern können, auch dazu, was sie wie spielen wollen. Die Entdeckung des eigenen «Ich» eröffnet ihnen die Welt des Willens und gleichzeitig der Verweigerung. Das Kleinkind weiss: Es ist kein Baby mehr und verlangt darum auch ständig neue Herausforderungen.

Eltern können diese Persönlichkeitsentwicklung fördern, indem sie ihr Kind frei spielen lassen, ohne ihm eine Agenda aufzudrücken, was es nun tun und lassen sollte. Der Spass ist jetzt das Mass. Doch zum freien Spielen braucht ein Kind Dinge, mit denen es seine Ideen umsetzen kann und von denen es inspiriert wird. Und ganz ohne Anleitung geht es manchmal auch nicht. Tipps von den Eltern, wie man etwas tun könnte, wird das Kind vielleicht nicht gleich umsetzen, aber sie werden mit der Zeit in ihm fruchten, wenn es sie immer wieder hört.

Zuordnen, suchen, singen: Das gefällt dem Kleinkind

Im Alter zwischen zwei und etwa dreieinhalb Jahren lieben es Kinder, Dinge zuzuordnen, einzuordnen. Mit entsprechendem Spielzeug treffen Eltern bei ihren Kindern in dieser Zeit also immer ins Schwarze. Besonders geeignet sind nun Puzzles mit wenigen grossen Teilen oder Sortierspiele, bei denen das Kind Farben zuordnet. Aber auch ein einfaches Memory-Spiel erzeugt nun grosse Freude, denn das Erinnerungsvermögen der Kinder verbessert sich nun rasant. Schön auch, wenn hier die ganze Familie mitspielt.

Überhaupt sind Spiele, die die Konzentration fordern und fördern nun eine gute Idee. Aber alles in Massen. Konzentration und Entspannung müssen ausgewogen sein. Zu lange darf die geistige Anstrengung also nicht dauern, sonst werden die Kinder überfordert. Es reichen wenige Seiten im Malbuch oder wenn das Puzzle drei Mal komplett ist. Dann ist wieder Müheloses an der Reihe, wie zum Beispiel ein «Gespräch» mit dem Lieblings-Teddybär oder eine Klettertour übers Sofa.

Was den Kindern in dieser Altersphase besonders Freude bereitet ist das gemeinsame Singen und «Musizieren». Sie merken sich alle möglichen Melodien sowie sogar schon ganze Textpassagen und erfinden neue Wörter hinzu. Sie haben ein Tambourin oder ein Xylophon mit Schlägeln? Perfekt, dann kann die ganze Familie für Musik im Haus sorgen.

Was dem Kind jetzt Spass macht beim Spielen

Zu viele Spielsachen überfordern das Kind. Vor allem braucht Ihr Kind in dem Alter gar nicht viel, um Spass zu haben. Ein paar Ideen für Spielsachen, bei denen sich ein Kauf lohnt:

  • ein Glockenspiel

  • eine Trommel

  • grosse Holzperlen zum Auffädeln

  • Nachahm-Spielzeug, wie zum Beispiel ein Spiel-Handy, eine kleine Küche und weiteres

  • Holz-Puzzle

  • Wachsmalstifte

  • Handfarben

  • Schaumstoffbälle

  • Sandkasten-Spielzeug

  • Schachtel-Pyramiden

  • Bobbycar

  • grosse Spielzeug-Autos oder Bagger

Ich kann das auch: Spielerisch die »Grossen» nachahmen

Wie machen es die Grossen? Kinder im Alter von zwei Jahren machen den Erwachsenen oder Älteren gerne alles nach. Nachahmen gehört ab jetzt zum wichtigsten Lernmittel. Das Kleinkind will «vollwertig» dazugehören, wichtig sein und sich nützlich machen. Also wird es Mama und Papa in der Kinderküche stolz zeigen, wie das geht mit dem Backen und Kochen, schliesslich hat es das in der Küche der Eltern doch gut beobachtet. Aber auch das Hämmern mit dem Plastikhämmerchen an der kleinen Kinder-Werkbank funktioniert doch schon ganz gut. Genauso wie Mama letzthin einen Nagel in die Wand gehämmert hat, als sie das Bild aufgehängt hat. Genau so. Alle Spielutensilien, die es dem Kind ermöglichen die Welt um sich herum nachzuahmen, sind jetzt sinnvolle Anschaffungen.

Ideen für drinnen und draussen: Bewegung macht Spass und hält gesund

Sinnvoll ist auch immer alles, was mit Bewegung zu tun hat. Denn Kleinkinder bewegen sich oft und gerne. Ausserdem hält sie das gesund. Auch hier kann man Kinder langsam an die Beschäftigungen der Erwachsenen heranführen. Zum Beispiel indem sie die ersten Fahrzeuge fahren dürfen: Ein Bobbycar, ein Tretroller oder ein Dreirad sind die perfekte Vorstufe fürs erste eigene Fahrrad.

Spielideen fürs freie, selbstständige Spiel

Meist braucht Ihr Kind gar nicht viel für Spiel und Spass. Damit kann sich ein zweijähriges Kind selbst beschäftigen:

  • mit Steinen, Sand, Schlamm, Pfützen und Ästen etwas bauen
  • mit Stiften Bilder kritzeln oder mit Farben malen
  • in der Natur Tiere und Pflanzen erkunden und beobachten
  • mit Puppen und Plüschtieren spielen
  • Spielautos und Holz-Züge herumfahren
  • Bälle werfen, Luftballons anstupsen
  • mit Instrumenten wie Trommeln, Rasseln, einem Glockenspiel oder einer Pfeife Geräusche erzeugen
  • Klötze und andere Gegenstände ein- und ausräumen

Foto: Getty Images

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