Babyratgeber

Schlaf Kindlein, schlaf: Der Mittagsschlaf als wichtige Erholungsphase

In den ersten Lebensjahren schläft das Kleinkind nicht nur nachts, sondern auch tagsüber. Aber: Wieviele Nickerchen braucht das Kind, wie lange sollte es schlafen und was ist der beste Ort für den Mittagsschlaf? Wir geben Tipps, erklären, was beim Einschlafen hilft und zu welchen Massnahmen Schlafforscher raten.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Schlaf-Rhythmus von Neugeborenen muss sich in den ersten Monaten erst einpendeln.
  • Die meisten Babys machen im Alter von 6-12 Monaten meist zweimal am Tag ein Schläfchen. Erst etwa ab 18 Monaten schlafen Kinder nur noch nachmittags.
  • Wie lange die Kinder schlafen ist sehr individuell. Aber Eltern sollten darauf achten, dass die Kinder abends müde sind. Wenn das Einschlafen am Abend Probleme macht, sollten sie den Tagesschlaf kürzen.

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, wird die Nacht oft zum Tag und umgekehrt – durch den fehlenden Tag-Nacht-Rhythmus des Neugeborenen gibt es keinen festen Ablauf. Einige Minuten Dösen, dann wieder hellwach und dann Tiefschlaf... Im Laufe der Monate pendelt sich beim Kleinkind ein Schlafmuster während des Tages ein. Es lernt, dass der Tagesschlaf guttut.

Im Alter von 6-12 Monaten pendeln sich bei vielen Babys 2 Tagesschläfchen ein. Oft halten sie vormittags ein Nickerchen und nachmittags noch eines. Eine Wohltat für die Eltern, die sich nun so langsam auf einen relativ planbaren Ablauf mit ihrem Baby einstellen können. Ab ca. 18 Monaten reicht es vielen Kindern, einmal am Tag einen Mittagsschlaf zu machen. Dieses Ritual behalten einige Kinder bis zum Vorschulalter bei.

Der Mittagsschlaf ist gut fürs Hirn und die Gesundheit

Ein Baby ist nämlich tagsüber so vielen Eindrücken ausgesetzt, dass es immer wieder diese Phasen der Ruhe braucht. In diesen Phasen lernt das Kleinkind, es verarbeitet, was es erlebt und gesehen hat. Im Schlaf verankert das Kind das Gelernte in seinem System. Der Schlaf schützt aber auch vor Überforderung und Erschöpfung. Die regelmässige Erholung ist dringend notwendig und wichtig für die Gesundheit. Auch für den Wachstumsprozess ist der Mittagsschlaf von Bedeutung, denn im Schlaf schüttet der Körper vermehrt die dazu nötigen Hormone aus. Aber auch die Mama oder der Papa kann die Zeit, in der das Kind schläft, nutzen – entweder um sich selbst etwas auszuruhen oder um Dringendes zu erledigen, was Ruhe erfordert. Die kurze Babypause ist dann oft ein Segen im Baby-Aufmerksamkeits-Marathon des Tages.

Der Mittagsschlaf ist bei jedem Kind anders

Wie oben erwähnt, genügt dem Kind ab dem Alter von ca. 18 Monaten ein Schläfchen pro Tag. Wann genau der richtige Zeitpunkt für den Mittagsschlaf ist, ist von Kind zu Kind verschieden. In vielen Fällen bietet sich die Zeit nach dem Mittagessen an, also etwa zwischen 12 und 14 Uhr. Auch die Dauer des Mittagsschlafes ist von Kind zu Kind verschieden. Am besten achten Sie darauf, ob das Kind abends Einschlaf-Probleme hat oder morgens sehr früh aufwacht. Ist das der Fall, versuchen Sie einmal, das Kind früher aus dem Mittagsschlaf zu wecken. Experten raten zudem, dass zwischen Mittagsschlaf und Nachtruhe mindestens vier Stunden liegen.  

Ein klarer Zeitrhythmus, zu dem ein Kind zum Mittagsschlaf animiert wird, ist hilfreich. Das Kleinkind kann lernen, sich an die «festen» Zeitfenster zu halten. Diese Zeitfenster sollten wenn möglich nur in Ausnahmefällen wie zum Beispiel bei wichtigen Terminen verrückt werden. Eine feste Struktur gibt dem Kind Sicherheit und Verlässlichkeit. Davon profitieren auch die Eltern bei der Tagesplanung.

Im Bett oder unterwegs? Für die meisten Babys in diesem Alter ist der Ort, an dem es schläft, noch nicht von allzu grosser Bedeutung. Sie machen ihr Nickerchen z.B. bei einem Spaziergang oder in einer boden-niedrig gehängten Korbschaukel im Garten oder im Bett. Andere Kinder können nur an einem bestimmten Ort einschlafen. Lassen Sie Ihrem Kind die Freiheit, seinen Schlafort auszuwählen.

Die Schlafforscher propagieren weiter, dass man nicht in jedem Fall eine künstliche Verdunkelung vorzunehmen braucht. Das Baby sollte von Anfang an verstehen, dass es sich hier nicht um den Nachtschlaf handelt, sondern um ein Nickerchen während des Tages. So könne sich der Nacht-Tag-Rhythmus leichter entwickeln. Aber schädlich ist es sicher auch nicht, wenn die Eltern die Vorhänge zuziehen und ihr Baby im Halbdunkel seinen Mittagsschlaf machen lassen.

Was, wenn ein Kind nicht einschläft?

Einzuschlafen ist unter Umständen bei Babys eine heikle Sache. Bei keinem Kind läuft diese Phase immer reibungslos ab. Mal ist ein Kind etwas früher müde, mal etwas später. Oder vielleicht war eine neue Erfahrung so eindrücklich, dass das Baby noch ganz aufgekratzt davon ist. Doch was, wenn ein Kind nicht einschläft, obwohl es doch offensichtlich müde ist?

So können die Eltern beim Einschlafen helfen: Rituale wie zum Beispiel das immer gleiche Schlaflied helfen dem Baby einzuschlafen. Das Zeitfenster, indem ein Baby nach den ersten Müdigkeitsanzeichen problemlos einschlafen kann, dauert nur etwa 10 bis 15 Minuten. Sie bemerken also, dass Ihr Kind quengelig wird, sich die Augen reibt und an etwas nuckelt? Jetzt ist der Moment da: Zeit fürs Bett. Ohne zu zögern sollte das Kind in eine ruhige Schlafposition gebracht und ihm gezeigt werden, dass es Zeit für den Mittagsschlaf ist und es jetzt einschlafen kann. Haben Sie den Moment dennoch verpasst? Kein Problem: Das nächste Zeitfenster kommt schon in etwa einer Dreiviertelstunde wieder. Bis dahin heisst es, die Geduld zu wahren.

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