Babyratgeber

Das Familienbett: Welche Vor- und Nachteile es wirklich hat

Darf das Kind im Familienbett schlafen oder nicht? Wir erklären, welche Vorteile es hat, wenn Eltern und Baby in einem Bett schlafen – und unter welchen Umständen Gefahren drohen.

Nützliche Informationen

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Die WHO und Unicef unterstützen Co-Sleeping im Familienbett.
  • Die Schweizerische Gemeinschaft für Pädiatrie mahnt zu Vorsicht beim Bedsharing und rät eher davon ab. Bis 2013 haben die Kinderärzte ganz davon abgeraten, die Empfehlungen wurden dann aber leicht überarbeitet. Dennoch: Vorsichtsmassnahmen müssen getroffen werden. 
  • Ein dem Elternbett beigestelltes Gitterbettchen oder Babybalkon ist eine gute Alternative zum gemeinsamen Schlafen in einem Bett.

Noch vor etwa hundert Jahren hatte in den westlichen Industrieländern so gut wie kein Baby ein eigenes Bett, geschweige denn ein eigenes Zimmer. Vor allem in Städten herrschte ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Platz zum Wohnen war Luxus, die meisten Menschen mussten also nahe zusammenrücken. Im Verlauf der Jahrzehnte wurden grosse Wohnungen oder Eigentumshäuser zum Statussymbol. Man konnte sich eigene Zimmer für die Babys und Kinder leisten.

Das Familienbett kann die Selbstständigkeit fördern

Dazu kommt, dass im westlichen Leistungsdenken schon lange die Vorstellung herrscht, Kinder müssten möglichst schnell selbstständig und unabhängig werden. Doch das steht gar nicht im Gegensatz zu einer engen Bindung an die Eltern: Gerade die Nähe zu den Eltern im Schlaf, so haben Kinderärzte wie der US-Amerikaner James McKenna beobachtet und untersucht, stärke die Babys und Kinder in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Beziehungsfähigkeit. Das Familienbett mache sie also ausgeglichener, gar glücklicher und in jedem Fall weniger ängstlich.
In anderen Teilen der Welt, so zum Beispiel in Japan, in Südamerika oder Afrika ist es absolut üblich, dass Babys und Kinder mit den Eltern in einem Bett schlafen. Doch auch hierzulande wandeln sich die Gewohnheiten. Was vor ein paar Jahrzehnten noch verpönt war, gewinnt als neumodisch formuliertes «Co-Sleeping» oder «Bed-sharing» immer mehr Anhänger. Babys und Kinder dürfen oder sollen in immer mehr Familien wieder im Bett der Eltern «mit-schlafen». 

Vom Elternbett zum Familienbett

Nicht immer wird das gemeinsame Schlafen im Familienbett bewusst geplant oder gewollt. Es ergibt sich auch oft aus der Familiensituation heraus. Gerade für frisch gebackene Mamis kann es eine Erleichterung sein, zum Stillen in der Nacht nicht aufstehen zu müssen, sondern sich nur auf die andere Seite zu drehen, wo das Baby liegt. Doch gehören Säuglinge nachts wirklich zwischen Mama und Papa?
Viele Eltern machen sich Sorgen, ihr Nachwuchs könnte in der Nacht beim Co-Sleeping aus Versehen unter die Decke geraten und nicht genug Luft bekommen oder eingequetscht werden – oder noch schlimmer: dem plötzlichen Kindstod erliegen. Doch ist Schlafen im Elternbett wirklich so gefährlich?

Das sagen Schweizer Kinderärzte zum Co-Sleeping

Tatsächlich birgt das Schlafen im Elternbett die ein oder andere Gefahr. So unterstützt auch die Schweizerische Vereinigung für Kinderärzte das Schlafen im Elternbett nur nach einer differenzierten Elternberatung mit Analyse der Risikofaktoren. Diese Voraussetzungen müssen laut der SGP gegeben sein für einen sicheren Babyschlaf: Das Kind sollte auf dem Rücken auf einer festen Unterlage liegen. Die Umgebung muss rauchfrei sein. Die optimale Raumtemperatur beträgt 18 °C, vermeiden Sie Überwärmung. Trotzdem: «Der sicherste Schlafort für einen Säugling ist das eigene Kinderbett im Schlafzimmer der Eltern», schreibt die Gesellschaft für Pädiatrie (SGP). 

Familienbett light: Das Bett des Babys nah am Elternbett

Dazu passt der englische Slogan «Stay close – sleep apart» (Bleibe nahe – schlafe getrennt) wunderbar. Damit ist gemeint, dass es für einen Säugling im ersten Lebensjahr am sichersten sei, sein eigenes Bett zu haben, er aber nachts in unmittelbarer Nähe der Eltern schlafen sollte. Dafür eignet sich etwa ein Gitterbettchen, das mit der offenen Seite ans Elternbett gestellt wird. So hat das Kind seinen eigenen Raum, in dem es sicher nicht unter eine Decke der Eltern rutschen kann. Manche Eltern bevorzugen ein eigenes Bett fürs Baby und die Säuglinge können auch darin gut einschlafen. Auch die Experten der SPG empfehlen als sinnvolle Alternative Kinderbetten, die an das elterliche Bett angedockt werden können oder sogenannte Babybalkone.

6 Tipps: So wird das Familienbett sicher

  • Das Baby sollte auf dem Rücken schlafen 
  • Das Kind sollte im Familienbett in seinem eigenen Baby-Schlafsack schlafen.
  • Haustiere sind im Bett tabu.
  • Kissen gehören nicht in die Nähe des schlafenden Säuglings.
  • Das Baby muss nach allen Seiten im Bett gesichert sein, wenn es abends alleine darin liegt.

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Foto: Getty Images

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