Sport & Bewegung

So kommen Sie zum passenden Familien-E-Bike

Ein E-Bike kann heute zumindest auf kurzen Strecken die Familienkarosse gut ersetzen. Auf was sollten Sie beim Kauf eines E-Bikes achten? Und welche Transportsysteme stehen zur Wahl? Eine praktische Wegleitung zum passenden E-Bike für Ihre Familie.

Für die Wahl des richtigen Familien-E-Bikes sollte man sich etwas mit der Technik auseinandersetzen. Masseinheiten wie Wattstunden und Newtonmeter enthalten entscheidende Informationen. Zudem gilt es einen Grundsatzentscheid zu fällen, ob man das Kind im Kindersitz, im Anhänger oder mit dem Lastenvelo transportieren will. Und last but not least: Bevor man sich definitiv für ein Modell entscheidet, sollte man unbedingt eine Testfahrt machen – am besten gleich mit Kind und Einkäufen.

Andrea Freiermuth

Journalistin

Sie ist 2018 mit einem E-Bike nach China gefahren. Die gesammelten Reiseberichte bei Ex Libris erhältlich: «Mit dem E-Bike auf der Seidenstrasse. 2 Akkus, 17, Länder 16000 Kilometer.» 

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Weitere Bike-Beratungstipps finden Sie hier:

Andrea Freiermuth

Journalistin

Sie ist 2018 mit einem E-Bike nach China gefahren. Die gesammelten Reiseberichte bei Ex Libris erhältlich: «Mit dem E-Bike auf der Seidenstrasse. 2 Akkus, 17, Länder 16000 Kilometer.» 

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Auf was muss ich achten beim Kauf von E-Bikes?

Der Akku

Das Leistungspotenzial eines Akkus beschreibt sich in Wattstunden. Heute gibt es Akkus mit bis zu 1200 Wattstunden und einer Reichweite von über 100 Kilometern. Wer aber nicht total ab vom Schuss wohnt, wird im Alltag mit rund 600 Wattstunden zufrieden sein. Eine Garantie über zwei Jahre oder 500 volle Ladezyklen spricht für einen qualitativ hochwertigen Akku.  

Der Motor

Wer das zusätzliche Gewicht von Kindern und Einkäufen bewegen muss, sollte sich für einen relativ starken Motor mit einem Drehmoment von mindestens 60 Newtonmeter entscheiden. 

Allgemein gilt: Je mehr Newtonmeter ein Motor hat, desto kraftvoller fährt das E-Bike. Das ist vor allem wichtig, wenn man im hügligen Gelände lebt. Die gängigste Antriebsart ist der sogenannte Mittelmotor. Bei dieser Bauweise befindet sich der Antrieb beim Tretlager. Der Vorteil des Mittelmotors: Der Schwerpunkt liegt tief und in der Mitte, was die Fahrsicherheit erhöht.

Das Tempo 

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen E-Bikes mit einer Tretunterstützung bis maximal 25 Kilometer pro Stunde und solchen, die bis zu 45 Kilometer pro Stunde unterstützen. Die schnelleren E-Bikes eignen sich vor allem für längere Strecken. Egal ob schnell oder langsam: Das Tempo von E-Bikes wird von anderen Verkehrsteilnehmern oft unterschätzt. Darum sollte man besonders wachsam fahren, wenn man elektrisch unterwegs ist. Dabei gilt: Je schneller man fährt, desto grösser wird das Risiko. Darum sind schnelle E-Bikes nicht unbedingt als Familienkutschen zu empfehlen. 

Der Rahmen 

Bei der Mehrheit der Modelle ist der Akku inzwischen im Unterrohr integriert. Das sieht schnittig aus, hat aber auch seinen Preis: Das Einpassen des Akkus macht den Bau des Rahmens komplexer und teurer. Sitzt der Akku zwischen Sattelrohr und Hinterrad, macht man zwar optisch Abstriche, bekommt aber für denselben Preis oft mehr. Die Lösung, den Akku auf dem Gepäckträger zu montieren, ist noch günstiger. Allerdings liegt hier der Schwerpunkt höher, was sich negativ aufs Fahrverhalten auswirkt. Bei allen drei Varianten gilt: Im Laden überprüfen, ob sich die Batterie gut ein- und ausfädeln lässt. 

Die Schaltung 

Immer mehr Modelle sind auch mit Nabenschaltung erhältlich. Die Übersetzung befindet sich dabei verkapselt in der Nabe des Hinterrades. Der Vorteil dieser Lösung: Nabenschaltungen sind wartungsarm. Eine Nabenschaltung ist zudem Voraussetzung für den Einsatz eines Riemenantriebes. Dabei wird die Kette durch einen Riemen aus Gummi-Mischgewebe ersetzt. Diese Riemen haben in der Regel eine Lebensdauer von bis zu 20000 Kilometern. Nabenschaltung und Riemenantrieb verteuern das Velo, sind aber zu empfehlen – vor allem wenn das E-Bike viel zum Einsatz kommt.  Egal welche Art von Gangschaltung und egal ob Kette oder Riemen: Je schwerer die Last und je steiler die Anstiege, desto kleiner sollte der kleinste Gang sein.  

Tipp: Gewisse E-Bikes kann man auf Wunsch mit Riemenantrieb und Nabenschaltung ausstatten lassen. Fragen Sie bei Ihrem Bike-Spezialisten nach oder kontaktieren Sie das E-Bike-Beratungsteam!

Die Bremsen

Gute Bremsen sind ein Muss für Familien-E-Bikes. Schliesslich erhöht sich der Bremsweg mit der Geschwindigkeit und Gewicht exponentiell. Scheibenbremsen sind die Regel, bei allen anderen Bremssystemen sollte man ganz genau hinschauen. Und apropos Bremsen: Einmal im Jahr sollte man sein E-Bike von einer Fachperson warten lassen – nicht nur, aber sicher auch, damit Verschleissmaterial wie Bremsbacken immer rechtzeitig ersetzt werden. 

Transportmöglichkeiten mit E-Bikes

Auf dem Kindersitz

Der Kindersitz ist sicher die günstigste und wendigste Transportlösung. Die meisten Modelle sind für Kinder bis zu 22 Kilogramm zugelassen. Das System hat jedoch den Nachteil, dass es den Schwerpunkt des Velos erhöht, womit es eher ins Schwanken kommt. Ein im Rahmen integrierter Gepäckträger wiederum wirkt sich positiv auf die Stabilität und das Fahrgefühl aus. Mit Kindersitz auf dem Gepäckträger sollte man sich auf jeden Fall für einen Tiefeinsteiger entscheiden, also für ein Bike ohne Oberrohr, bei dem man das Bein nicht über den Sattel schwingen muss. Damit das Velo beim Parkieren sicher steht, empfiehlt sich zudem ein zweibeiniger Ständer. 

Im Anhänger 

Der Anhänger gilt als die sicherste Lösung für das Kind. Denn bei einem Sturz des Bikes bleibt er dank der flexiblen Achse meist unbeirrt auf zwei Rädern stehen. Zudem bietet er viel Stauraum und schützt vor Wind und Wetter. Ein weiteres Plus: Im Anhänger darf man zwei Kinder gleichzeitig transportieren. Sogar schon ganz kleine Fahrgäste können in speziellen Babyschalen ab sechs Monaten mitfahren, grössere Kinder dürfen bis im Alter von sieben Jahren im Anhänger mit.

Auf dem Lastenvelo 

Vater fährt Famigros Cargo-Bike mit Kindern
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Cargobikes sind gerade sehr hipp. Aber leider auch ziemlich teuer. Auf dem Lastenvelo gelten bezüglich Alter und Anzahl der Kinder dieselben Regeln wie im Anhänger. Meist befinden sich die Kinder in einer Schale vor dem Lenker, wodurch man die wertvolle Fracht immer im Blickfeld hat. Zudem dürfen die kleinen Fahrgäste so eine spannendere Aussicht geniessen. Der Nachteil: Ein Cargobike lässt sich nicht zu einem herkömmlichen Fahrrad umrüsten. Hat man nicht noch ein Zweitvelo, ist das als ob man stets mit dem Lastwagen unterwegs wäre.

Pflege und Wartung von E-Bikes

E-Bike-Akkus: Tipps für Lagerung und Aufladen

  • Lagerung und Aufladung bei 5 - 20 Grad Celsius
  • Trocken lagern
  • Temperaturschwankungen vermeiden
  • Nicht am Ladegerät angeschlossen lassen
  • Optimaler Ladezustand bei Lagerung: 50 - 60 Prozent

Kettenantrieb reinigen

  • Schmutz an der Kette soweit möglich mit einem Wasserstrahl entfernen.
  • Kette und Zahnräder des Umwerfers mit einem alten T-Shirt reinigen.
  • Kette bei ständigem Rotieren mit Pflegemittel einölen. 
  • Kette und Zahnräder des Umwerfers von überflüssigem Schmiermittel befreien. 
  • Wirkt die Kette danach noch immer schmutzig, erneut einölen und erneut das überflüssige Schmiermittel entfernen. So kommt auch der Schmutz mit. 
  • Wichtig: Bleibt zu viel Öl an der Kette, verfängt sich daran auch eher Schmutz. Das verursacht mehr Abrieb und lässt die Kette schneller altern. 

Tipp: E-Bike-spezifische Reinigung gibt es höchstens bezüglich der Kontakte. Wenn man den Akku einsetzt und es passiert einfach nichts beim Anschalten, dann sind meist bloss die Kontakte verstaubt. Wenn man sie mit einem Taschentuch säubert, klappt es dann meist ohne Probleme. 

E-Bike-Check beim Spezialisten

Den kompletten Check beim Profi lohnt sich, denn die Spezialisten überprüfen dabei neben Bremsen, Schaltung, Räder, Ketten auch alle mechanischen Funktionen und Batterien Ihres E-Bikes sowie bieten Software-Updates an. 

Weitere Infos zum E-Bike-Check bei Bike World by SportXX finden Sie hier.

Mehr Info zum Thema E-Bikes in der Schweiz

Auf der Seite von Pro Velo Schweiz, dem Dachverband für die Interessen der Velofahrenden in der Schweiz, findet man weiterführende Informationen rund ums E-Bike sowie Kinder und Velo.

Bild: Getty Images

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