Babyratgeber

Dank Ämtli lernen Kinder, Verantwortung zu übernehmen

Eltern sollten ihren Kindern schon früh Aufgaben im Haushalt übertragen. So gewöhnen sie sich daran, auch später ihren Beitrag zu leisten. Kinder im vierten Lebensjahr können zum Beispiel in der Küche helfen oder den Tisch decken. Ein Ämtliplan hilft bei der Organisation im Familienhaushalt. Unsere Tipps und Ideen, wie Ihnen Ihr Kind schon jetzt helfen kann.

Nützliche Informationen

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Es schadet Kindern nicht, im Haushalt zu helfen. Im Gegenteil. Sie profitieren davon.
  • Kleinkinder sind stolz darauf, Ämtli zu bekommen und zu übernehmen. Es macht sie selbstbewusster.
  • Ein Ämtliplan ist nützlich, weil jedes Familienmitglied weiss, welche Aufgaben wann zu erfüllen sind.

Die Spülmaschine ausräumen helfen, Wäsche zusammenlegen, Karotten schälen – bestimmte Ämtli kann schon ein Kleinkind ausführen, ohne dass es überfordert würde. Im Gegenteil, kleine Kinder können sich fast nichts Schöneres vorstellen als nützlich zu sein, wichtig und «erwachsen». Gibt man ihnen eine Aufgabe im Haushalt, erfüllen sie diese meist mit Inbrunst und grösster Konzentration. Denn ein Lob nach getaner Arbeit ist für sie eine Wohltat. Es macht sie stolz und glücklich und ihr Selbstbewusstsein wächst gleich mit.

Wie ein Ämtliplan den Familienalltag regelt

Vor allem, wenn die Familie grösser ist und mehrere Mitglieder im Haushalt leben, bietet sich ein sogenannter Ämtliplan an. Darin listet man die Aufgaben auf, die jedes Familienmitglied übernehmen soll und wann. So lassen sich ganz einfach alle anfallenden Arbeiten verteilen. Gerade wenn ältere Kinder involviert sind, kommt es ohne einen solchen Ämtliplan häufig zu Streit, wer nun was schon häufiger erledigt hat als der andere. Mit einem Ämtliplan behält man den Überblick.

Doch sollte der Plan den Familienmitgliedern nicht einfach aufgedrückt werden. Klar, die Kleinsten können dabei vielleicht noch nicht so gut mitplanen, aber auch sie können einbezogen werden, indem sie gefragt werden, welche Aufgabe sie am liebsten übernehmen würden. Dabei sollten die Eltern ihnen einige altersgerechte Aufgaben zur Wahl stellen.

Wie Sie einen Ämtliplan aufstellen, der auch funktioniert

Setzen Sie sich zusammen und machen Sie sich gemeinsam Gedanken, wer in der Familie was am besten kann oder am liebsten tut. Hilfreich ist es, wenn die Eltern davor eine Liste aller Aufgaben machen, die im Haushalt die Woche hindurch anfallen. Selbstverständlich sollten Kinder dabei nicht überlastet werden, schliesslich müssen sie noch ihre Hausaufgaben erledigen und brauchen Zeit für Spiel und Spass. Aber sicher kann jedes Kind sich in einem gewissen Mass einbringen. Das ist nicht nur für die Eltern entlastend, sondern auch für die Kinder gut, denn sie lernen, Verantwortung zu übernehmen und wissen, dass sie ernst genommen werden und dass ihr Einsatz geschätzt wird. Denn gerade für Kinder – und das jeden Alters – ist das Lob und die Anerkennung von grosser Bedeutung, weil das motiviert und bestätigt.

Sind bei der gemeinsamen Besprechung für den Ämtliplan, der nach Wochentagen und vielleicht auch Tageszeiten unterteilt ist, noch nicht alle Aufgaben vergeben, weil niemand sich dafür bereit erklärt hat, gibt es dafür die Möglichkeit eines rotierenden Systems, bei dem die Aufgaben im Turnus von allen dafür in Frage kommenden Familienmitgliedern übernommen werden.

Jetzt kann es losgehen! 

Ein Ämtliplan ist verbindlich

Doch was, wenn der Ämtliplan nicht wie vereinbart eingehalten wird? Was wenn dennoch Aufgaben unerledigt bleiben? Allen Beteiligten sollte klar sein, dass der Plan verbindlich ist. Eine wirkliche Bestrafung sollte es allerdings dafür nicht geben, weil so die Motivation in der Zukunft mitzuhelfen mit Sicherheit bedeutend gedämpft würde. Aber vielleicht kann die Familie sich auf eine Vereinbarung einigen, bei der derjenige, der die Erfüllung seiner Aufgabe versäumt hat, eine Zusatzaufgabe übernimmt. 

Wenn eine Woche besonders gut gelaufen ist, können die Kinder aber auch eine Belohnung bekommen: Neben einem anerkennenden Schulterklopfen erstrahlen ihre Augen sicher auch angesichts eines kleinen Geschenks oder wenn sie eine halbe Stunde länger am Abend aufbleiben dürfen.

Diese Ämtli eignen sich jetzt für Ihr Kind

Welche Aufgaben kann ein Kind in welchem Alter ohne Probleme übernehmen?

Zwischen drei und sechs Jahren:

  • Spielsachen/Zimmer aufräumen
  • den Tisch decken
  • Geschirr abräumen helfen
  • Das Zmorge und das Znacht vorbereiten (gemeinsam mit einem Elternteil)
  • Abfall in den Müll werfen
  • Dinge holen und bringen
  • Blumen giessen
  • Obst waschen
  • Schuhe putzen
  • das Bett machen helfen
  • Wäsche zusammenlegen
  • Haustiere füttern
  • Gemüse und Obst schälen (noch unter Aufsicht)
  • Eier aufschlagen beim Backen

Ab sechs Jahren:

  • das Bett machen
  • das eigene Zimmer aufräumen
  • den Abfall in den Container bringen
  • die Spülmaschine aus- und einräumen (Achtung noch bei scharfen Messern!)
  • für ein Haustier verantwortlich sein
  • kochen und backen helfen

Mitarbeit als Chance zur positiven kindlichen Entwicklung

Die bekannte Pädagogin Maria Montessori, nach der in vielen Kindergärten erzogen und (Grund)-Schulen unterrichtet wird, hielt die Mitarbeit von Kindern im Haushalt für besonders wichtig. Sie hat sich dafür ausgesprochen, dass Kinder helfen WOLLEN, mitarbeiten WOLLEN, allerdings auf ihre eigene Weise und nicht auf die «perfekte» Art der Eltern. Montessori postulierte, dass Kinder sich sowohl beim Spielen als auch beim Mitarbeiten geistig-schöpferisch erproben können, dass sie innerlich an dem wachsen, was sie tun. 

Foto: Getty Images

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