Babyratgeber

Die orale Phase – Wieso Babys alles in den Mund stecken

Etwa im vierten Monat beginnt bei den Babys die orale Phase. Sie wollen alles, was sie greifen, im Mund spüren. Warum es wichtig ist, dass Ihr Baby diese Phase durchläuft, erfahren Sie hier.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Über die Lippen und den Mund nimmt Ihr Baby die Welt nun am intensivsten wahr.
  • Die orale Phase dauert etwa bis zum Ende des zweiten Lebensjahres.
  • In der oralen Phase müssen Sie besonders darauf achten, dass Ihr Baby nichts Kleinteiliges oder Giftiges zum Mund führt.
     

Die Empfindlichkeit im Mund ist aufgrund der sich dort befindenden Nervenenden um vieles höher als an den Händen. Und obwohl Babys ja vieles noch nicht können: Die Lippen und die Zunge haben sie sofort unter Kontrolle, weil das für sie lebenswichtig bei der Nahrungsaufnahme ist. Da Ihr Baby nun alles intensiv wahrnehmen möchte – und wer weiss, vielleicht ist es ja wirklich etwas zum essen? –, ist der Mund der Ort der Wahl. 
Das frische Lätzchen, Mamas Finger, Opas Brille, die Rassel, die Zeitung, der Löffel, das Kabel des Kopfhörers: Einfach alles scheint dem kleinen Spatz nun bestens zu schmecken. Und nicht nur der Geschmack ist für das Baby interessant, vor allem die unterschiedlichen Konsistenzen und Texturen der Dinge, die in seinem Mund landen, sind das Spannendste, was es gibt. 

Die Gefahren während der oralen Phase

Damit ist für Sie als Mama und Papa Alarm Stufe Rot eingeläutet. Ab jetzt gilt es, jedes Teilchen, das in Babys Mund passt, aus seiner Reichweite zu entfernen.Vor allem grössere Geschwister sind sich der Gefahr, dass das neue Familienmitglied sich verschlucken oder gar ersticken könnte, nicht bewusst – und schwupps landet die Kappe eines Filzstiftes aus einem Mäppchen in Babys Hand und – oh Schreck – auch noch in seinem Mund. 
Aber nicht nur die Grösse der Gegenstände spielt als Gefahrenquelle eine Rolle. Scharfe Kanten, vom Baby angeleckt, können zu Verletzungen in seinem Mund führen. Zudem dürfen keine Substanzen in den Magen Ihres Säuglings kommen, die für ihn toxisch wären. 
Wer Haustiere besitzt, ist nun besonders auf den Hygiene-Plan gerufen: Katzenklo, Streu und Futter gehören so gut verstaut, dass Ihr Baby weit davon entfernt ist. Denken Sie bitte auch am Tisch daran, was alles verschluckt und somit gefährlich werden kann. Vieles kann im Hals stecken bleiben. Und das bedeutet: Höchste Erstickungsgefahr! Das alles hört sich nach einem Spiessrutenlauf an. Aber keine Angst, auch diese Phase geht irgendwann vorbei.

Der Mund: Das wichtigste Werkzeug

Der Mund ist das Werkzeug, um Durst, Hunger und das Bedürfnis nach Nähe zu stillen. Dieses Wissen hat Ihr Kind vom ersten Tag an. Aber nun kommt für Ihr Baby noch eine weitere Qualität hinzu. Sein Gehirn vermittelt ihm: Wenn ich etwas im Mund spüre, bin ich zufrieden, ruhig und entspannt – ein tolles Gefühl. 
Sobald Ihr Baby nun etwas greift, führt es den Gegenstand auch zu seinem Mund und schult damit gleichzeitig die Hand-Augen-Koordination. Wenn die Dinge, die Ihr Baby jetzt in den Mund nimmt, unbedenklich für seine Gesundheit sind, sollten Sie sie ihm unbedingt lassen. Es soll ruhig das alles mit seinem Lieblingswerkzeug erforschen dürfen.
Doch das Schönste ist bei all dem, dass die engste Bindung vor allem zur stillenden Mama (aber auch zum Papa, falls der das Baby mit Milch in einem Schoppen füttert) über den Mund geschieht. Geborgenheit und Urvertrauen saugt Ihr Baby vor allem über den Mund auf. 

Sauber, aber nicht steril

Ein hygienisches Umfeld ist für Säuglinge wichtig. Doch nur, weil Ihr Kind in der oralen Phase nun alles ableckt und in den Mund steckt, muss Ihre Wohnung nicht einem sterilen Spital gleichen. Im Gegenteil: Zu viel Sauberkeit ist sogar schädlich. Dass Kinder mit bestimmten Bakterien und Viren in Berührung kommen, stärkt ihre Abwehrkräfte. Es gilt als erwiesen, dass Kinder einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, Allergien zu entwickeln, wenn sie in einem zu sauberen Umfeld aufwachsen und nicht an bestimmte Mikroben gewöhnt sind. Wie immer sollten hier das vernünftige Mittelmass und der gesunde Menschenverstand herrschen. 

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