Babyratgeber

Geborgenheit und Freiheit stärken das Selbstvertrauen

«Das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut», sagt Pippi Langstrumpf, wenn sie sich an etwas Unbekanntes wagt. Wäre es nicht schön, wenn auch das eigene Kind so voller Zuversicht, Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen durchs Leben ginge?

Nützliche Informationen

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Geborgenheit vermittelt innere Ruhe, Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen.
  • Neben Geborgenheit braucht ein Kind die Freiheit, eigene Erfahrungen zu machen. So kann es sich als selbstwirksam erleben, aus Fehlern und Erfolgen lernen und an ihnen wachsen.
  • Wertschätzende Kommunikation trägt wesentlich dazu bei, das Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen des Kindes zu stärken.

Seit 75 Jahren ist Pippi Langstrumpf ein beeindruckendes Beispiel für Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und Zuversicht. «Wenn das Herz nur warm ist und schlägt, wie es schlagen soll, dann friert man nicht», sagt Pippi zum Beispiel. Es sind Überzeugungen wie diese, die viele Eltern ihrem Kind mit auf den Lebensweg geben wollen. Doch wie gewinnen Kinder diese innere Wärme? Wie können Eltern Selbstvertrauen stärken? Die Schriftstellerin Astrid Lindgren erzählte einmal von sich selbst: «Zwei Dinge hatten wir, die unsere Kindheit zu dem machten, wie sie war – Geborgenheit und Freiheit.»

Von Geborgenheit …

Eltern vermitteln Geborgenheit, indem sie die wichtigen Bedürfnisse ihres Kindes prompt und zuverlässig erfüllen und es mit all seinen Gefühlsäusserungen annehmen. Dann spürt das Kind die Liebe seiner Eltern und fühlt sich aufgehoben und verstanden. Es vertraut darauf, dass es getröstet wird, wenn es traurig ist. Dass es keine negativen Konsequenzen befürchten muss, wenn es wütend ist. Dass es Schutz bekommt, wenn es Angst hat. Und dass es Menschen hat, die mit ihm lachen, wenn es sich freut. All das vermittelt eine tiefe innere Ruhe – und stärkt das Selbstwertgefühl.

… und von Freiheit

Auch die Kinderbuchfigur Pippi Langstrumpf fühlte sich stets bei ihrem Vater, Kapitän Efraim Langstrumpf geborgen, während sie mit ihm und seiner Besatzung auf dem Schiff Hoppetosse um die Welt segelte. Obwohl er während eines Sturms über Bord geht, bleibt Pippi voller Zuversicht, dass er am Leben ist. Nicht nur das Gefühl der Geborgenheit hat sie geprägt, sondern auch die Freiheit, die sie geniesst. Efraim Langstrumpf erlaubt ihr stets, eigene Erfahrungen zu machen und daran zu wachsen. «Lass das!» - «Mach das!» Solche Anweisungen, die eher Widerstand statt Kooperation hervorrufen, hört sie von ihrem Vater nicht. 

Auch ausserhalb der Kinderliteratur gilt: Ein Kind wird selbstständig, wenn es eigene Erfahrungen machen darf. So kann es sich selbst als wirksam erleben. Denn eigene Erfahrungen und Erfolgserlebnisse stärken das Selbstvertrauen, sodass es künftige Schwierigkeiten noch besser meistern kann. Die seelische Widerstandsfähigkeit des Kindes wächst also. Eltern können sich fragen, warum sie dem Kind verbieten sollen, das Kleid über die Hose und dazu verschieden farbige Strümpfe zu tragen. Pippi Langstrumpf hat es vorgemacht, dass jeder dem eigenen Geschmack vertrauen darf. 

Kommunikation ist das A und O

Doch wie lässt sich ein Kind ohne Vorschriften und Verbote anleiten? Schliesslich wollen Eltern nicht durchgehen lassen, dass das Kind mit Schokoladenhänden auf dem Sofa sitzt oder beim Frühstück laut herumschreit. Viel effektiver, als mit Verboten oder Geboten zu arbeiten, ist es, eigene Gefühle, Bedürfnisse,Sorgen und Wünsche auszudrücken. So machen Eltern ihrem Kind viel klarer, worum es ihnen im Grunde geht. 

Statt zu sagen: «Du saust auf dem Sofa herum wie ein Ferkel. Wenn du nicht sofort runtergehst, dann…» können Eltern ihr Anliegen so formulieren: «Du sitzt mit schmutzigen Händen auf dem Sofa. Es ärgert mich, wenn Schokoflecken auf das Sofa kommen, weil ich dann viel Mühe habe, sie wieder wegzumachen.» So formuliert muss sich das Kind nicht angegriffen fühlen und es kann das Anliegen der Eltern eher verstehen.

Lernen lässt sich diese Art der Gesunden Kommunikation in Elternkursen, zum Beispiel beim Kinderschutzschweiz, und im Eltern-Onlinetraining. Dort lernen Eltern, eine Sprache zu finden, die sie nicht wie bei Machtkämpfen vom Kind distanziert, sondern die das Kind erreicht.

Sich selbst bezaubernd finden

Ein Kind will gesehen und gehört werden. Wenn Eltern seine wichtigen Bedürfnisse wahrnehmen und seine Gefühle akzeptieren, kann es sich sicher, aufgehoben und geliebt fühlen. So entstehen Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und Optimismus – eine Basis, auf der das Kind Herausforderungen meistern und stabile Beziehungen knüpfen kann. Wenn es sich dann auch noch ausprobieren darf mit der Gewissheit, liebevoll aufgefangen zu werden, bekommt es eines der schönsten Geschenke, die Eltern machen können. 

«Wunderbar! Bezaubernd!» - «Was findest du so bezaubernd?», fragte Tommy.- «Mich», sagte Pippi zufrieden.

Altersgerechte Spiele

Foto: Getty Images

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