Babyratgeber

Warum Säuglinge weinen – und wie Sie Ihr Baby beruhigen

Ein weinendes Baby kann die Eltern an ihre Grenzen bringen. Wir erklären, weshalb Säuglinge schreien und wie Sie Ihr Kind beruhigen können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Babys kennen noch keine andere Sprache als das Weinen. Eltern können aber lernen, die verschiedensten Gründe aus dem Weinen ihres Kindes herauszulesen und darauf zu reagieren.
  • Um ihr Baby zu beruhigen, sollten auch die Mütter und Väter ruhig bleiben, denn die Nervosität der Eltern überträgt sich auf das Kind.
  • Eltern sollten Ihr weinendes Baby niemals schütteln, denn die Säuglinge können ihren Kopf aus eigener Kraft noch nicht halten. Es drohen Hirnblutungen, Behinderungen oder sogar der Tod des Kindes.
  • Sandra Guyer vom Verein Babyschreihilfe gibt im Interview Tipps, was Eltern von Schreibabys beachten sollten und wo sie Hilfe finden.

Hilfreiche Tipps:

Den ersten Schrei ihres Babys hören Eltern wohl am liebsten: Das Kleine ist auf der Welt und begrüsst alle Anwesenden lautstark. Die nächsten Schreiattacken hingegen lösen weniger Freude aus. Doch das Kleine kann sich noch gar nicht anders ausdrücken. 

Vor allem abends haben viele Säuglinge länger anhaltende Schreiphasen, weil sie die vielen Eindrücke des Tages verarbeiten müssen. Hier helfen vor allem Geduld und Zuwendung. Tagsüber können die verschiedensten Gründe wie Hunger, Unwohlsein, ein Nähebedürfnis oder auch eine volle Windel für lautes Weinen sorgen. 

Atmen Sie zunächst einmal tief durch, nehmen Sie das Kind auf Ihren Arm und ergründen Sie, weshalb Ihr Baby gerade weinen könnte. Machen Sie sich immer bewusst: Ihr Baby weint nicht grundlos und es schreit nicht, um Sie zu reizen. Es kennt einfach noch keine andere Sprache. Besonders häufige Gründe fürs Weinen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Nützliche Informationen

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0-3 Jahre Baby

Warum weinen Babys? 8 häufige Gründe

1.) Ich habe Hunger!

Wie lange liegt eigentlich die letzte Mahlzeit Ihres Säuglings zurück? Es kann sein, dass Ihr Kind einfach weint, weil es Hunger hat. Und selbst wenn Sie der Meinung sind, das Kleine habe doch erst vor Kurzem gegessen: Die Mahlzeiten am Anfang seines Lebens lassen sich noch nicht genau planen. Es kann sein, dass die Abstände zwischen den Milchzeiten, die das Baby einfordert, zunächst einmal variieren. Wundern Sie sich nicht, wenn der Säugling an manchen Tagen schon wenige Minuten nach der letzten Mahlzeit wieder Milch trinken will. Probieren Sie es also aus: Vielleicht möchte Ihr weinendes Baby gestillt werden oder das Fläschchen bekommen.

2.) Autsch, ich habe Blähungen!

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Viele Babys haben am Anfang ihres Lebens noch mit der Verdauung zu kämpfen. Kein Wunder, schliesslich ist die Umstellung von der Rundum-Versorgung im Mutterleib hin zum Milchsaugen für den kleinen Körper ein starkes Stück Arbeit. 

3.) Unangenehm, meine Windel ist voll!

Nicht immer merken es die Eltern sofort, dann muss das Baby eben durch Weinen darauf aufmerksam machen: Es braucht dringend eine frische Windel. Warten Mami und Papi zu lange mit dem Wechseln, kann es sein, dass der Po wund wird – noch ein Grund zum Weinen.

4.) Ich bin so müde, aber kann nicht schlafen!

Wir erleben es alle ab und zu: Wir sind müde, aber finden nicht in den Schlaf. Das ist doch zum Heulen. Auch Babys kann so etwas passieren. Eltern können solchen Situationen vorbeugen, indem sie schon früh auf einen gewissen Tagesrhythmus mit Schlaf- und Wachzeiten achten.

5.) Überstimulation: Ich habe heute zu viel erlebt!

Mit einem Neugeborenen am Samstagnachmittag ins überfüllte Einkaufszentrum zu gehen, ist keine gute Idee. Und es beim Grossfamilientreffen von einem Verwandten zum nächsten zu reichen ebenso wenig. Die Überreiztheit rächt sich in vielen Fällen spätestens am Abend mit einer ausgedehnten Schreiphase, in der die Eltern viel Geduld brauchen.

6.) Ich bin krank! 

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Ihr Baby weint viel, obwohl ihm das gar nicht ähnlich sieht? Vielleicht ein erstes Anzeichen dafür, dass es sich einen Virus eingefangen hat. Beobachten Sie es genau und achten Sie auf eine erhöhte Körpertemperatur.

7.) Mir ist zu warm oder zu kalt!

Vielleicht haben Sie es zu gut gemeint und Ihr Baby allzu dick eingepackt, damit es nicht friert. Vielleicht stört es aber auch die Zugluft und es friert im Kurzarmbody. Es ist am Anfang nicht ganz leicht einzuschätzen, wie viele Schichten Kleidung das Baby braucht. Als Faustregel gilt: Das Baby braucht eine Schicht mehr als Sie selbst.

8.) Ich möchte Nähe und Körperkontakt!

Oft will ein Baby vor allem eins: ganz nah bei Mami und Papi sein, denn dort fühlt es sich geborgen. Vielleicht hat es sich einfach nach einer Kuscheleinheit gesehnt. Vielleicht wollte es auch seine Position ändern, konnte das aber nicht alleine. Versuchen Sie, Ihr Baby beim erneuten Ablegen anders hinzulegen. Das könnte schon helfen.

Vorsicht! Weshalb Sie Ihr weinendes Baby nie schütteln sollten

Ihr Baby hört nicht auf zu weinen und Sie würden es am liebsten schütteln? Tun Sie das niemals! Neugeborene und Säuglinge können Ihr Köpflein aus eigener Kraft noch nicht halten. 

Sobald sich der ungestützte Kopf des Säuglings durch Schütteln ruckartig hin und her bewegt, kann das Kind ein Schütteltrauma erleiden. Dabei reissen feine Äderchen und es kann zu Hirnblutungen kommen, die irreparable Schäden verursachen. Starkes Schütteln kann zum Tod führen, in vielen Fällen überleben Babys aber mit schweren geistigen oder auch körperlichen Behinderungen.  

Deshalb: Sobald Sie merken, dass das Weinen des Babys Sie an Ihre Grenzen bringt, legen Sie Ihr Kind in sein Bettchen, verlassen Sie den Raum und nehmen Sie ein paar tiefe Atemzüge. Sie können sich auch einen Tee aufsetzen oder das Kind Ihrem Partner übergeben. Für den Fall, dass Sie keine Unterstützung haben: Es wird Ihrem Baby nicht schaden, ein paar Minuten lang allein zu sein, während Sie sich beruhigen.  

Sollten Sie merken, dass Sie sich kaum beruhigen können, zögern Sie nicht, sich Hilfe zu holen und beispielsweise die Nummer des Elternnotrufs zu wählen: 0848 35 45 55.

5 Tipps: So kann ich mein Baby beruhigen

1.) Körperkontakt herstellen

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Wenn das Baby weint, reagieren Eltern häufig reflexhaft damit, ihr Kind auf den Arm zu nehmen. Babys lieben die Nähe zu Mami und Papi. Sie können zum Beispiel ein Tragetuch nutzen, um Ihr Baby nah bei sich und dennoch die Hände frei zu haben. Besonders beruhigend wirkt auf viele Säuglinge übrigens der direkte Hautkontakt. Legen Sie das bis auf die Windel ausgezogene Baby also auf Ihren entblössten Oberkörper – und machen Sie das gerne zu einem täglichen Beruhigungsritual.

2.) Überreiztheit vermeiden und Alltagsrituale einführen

Das Familientreffen, der Gang durchs Einkaufszentrum – all das kann Ihren Säugling überstimulieren. Vergessen Sie nie: Bis vor Kurzem war das Kleine noch in Ihrem Bauch vor allen äusseren Einflüssen geschützt, denen es nun ausgesetzt ist. Prasseln zu viele Eindrücke auf das Baby ein, kann es sein, dass es die Überforderung durch Weinen abbaut. Lernen Sie daraus und lassen Sie es in Zukunft ruhiger angehen. Auch feste Alltagsrituale wie ein täglich zur selben Zeit stattfindender Mittagsschlaf sorgen bei Ihrem Baby für Orientierung, geben ihm Sicherheit und beruhigen es.

3.) Diese Griffe beruhigen Ihr Baby

Ihr Baby ist auf Ihrem Arm, aber weint immer noch? Probieren Sie einmal verschiedene Griffe aus, die als besonders beruhigend gelten. Sie können Ihr Kind zum Beispiel im Fliegergriff halten: Das Baby liegt mit dem Bauch nach unten auf Ihrem Arm. Mit der freien Hand können Sie zusätzlich seine Beine anwinkeln. Das wirkt lindernd bei Blähungen. Der Kinderarzt Dr. Hamilton aus Santa Monica in den USA hat den Griff «The Hold» entwickelt, mit dem er weinende Säuglinge zuverlässig beruhigt, wie in seinem Video zu sehen ist. Dabei faltet er die Arme des Babys vor dessen Brust, fixiert sie mit seiner linken Hand, greift den Säugling mit der rechten Hand im Windelbereich und schaukelt das Kind in einem 45-Grad-Winkel. 

4.) Eine beruhigende Bauchmassage

Gerade bei Blähungen kann eine Bauchmassage Ihr Baby beruhigen. Am besten entkleiden Sie es dazu und ziehen ihm auch die Windel aus, damit es an keiner Körperstelle beengt wird. Nun können Sie beispielsweise mit zwei Fingern sanft um den Nabel Ihres Babys kreisen. Sie können auch seine Beinchen anwinkeln und die Knie zu seinem Bauch führen, damit sich Blähungen lösen. Es wirkt auch lindernd, wenn Sie Ihre Hand zuerst über, dann unter den Bauchnabel legen und sie sanft vibrierend bewegen. Probieren Sie aus, was Ihrem Baby gefällt.

5.) Beruhigung mit dem Nuggi oder Finger

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Viele Babys lassen sich mit dem Nuggi zuverlässig beruhigen. Aber nicht alle Eltern wollen, dass Ihr Kind sich daran gewöhnt – und nicht alle Babys nehmen einen Nuggi an. Sie können Ihrem Kind auch Ihren Finger zum Nuckeln anbieten, wenn es sich von selbst nicht beruhigt. Nehmen Sie dazu Ihren gewaschenen kleinen Finger, achten Sie darauf, dass der Fingernagel kurz ist. Zudem sollte immer die Unterseite des Fingers am Gaumen liegen, damit der Fingernagel Ihr Baby nicht verletzt. 

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Foto: Getty Images

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