Kindermundpflege

Auf den Zahn gefühlt: Expertentipps zur perfekten Kinderzahnpflege

Dr. med. dent. Christian Bühler ist diplomierter Zahnarzt bei gleis10.ch
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Dr. med. dent. Christian Bühler

Diplomierter Zahnarzt bei gleis10.ch

Nützliche Informationen

Schöne Zähne sind gepflegte Zähne. Was es dafür braucht und warum es sich lohnt, auch Milchzähne zu putzen, erklärt Zahnarzt Christian Bühler. Er beantwortet die wichtigsten Leserfragen zum Thema Zahnpflege.

Der Milchzahn meiner Tochter wackelt, will aber seit Tagen nicht raus. Haben Sie mir einen Tipp, wie ich möglichst schmerzlos nachhelfen kann?

Die bleibenden Zähne wachsen unter den Milchzähnen heran und lösen dabei die Wurzeln ihrer Vorgänger auf, die dann von selbst ausfallen. Dieser Vorgang verläuft natürlich und braucht meist keine «Nachhilfe». Viele Kinder spielen von selbst mit der Zunge oder dem Finger mit dem Wackelzahn und beschleunigen so dessen Ausfallen. Keinesfalls sollten Eltern versuchen, den Zahn zu ziehen. Wenn der Milchzahn partout nicht weichen will – etwa, weil der bleibende Zahn neben oder hinter dem Milchzahn heranwächst –, sollten Sie mit Ihrer Tochter zu Ihrem Familien- oder Kinderzahnarzt gehen.

Wie oft muss mein dreijähriges Kind am Tag die Zähne putzen?

Die allgemeine Empfehlung für alle Personen lautet: die Zähne drei Mal täglich nach den Hauptmahlzeiten mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta zu putzen. Damit das für Ihr Kind selbstverständlich wird, empfehle ich Ihnen, ein Familienritual daraus zu machen. Dabei sollte Ihr Kind seine Zähne selber putzen. Am Abend kann es sinnvoll sein, wenn die Eltern nachputzen. Übrigens sollte nach dem Zähneputzen nicht mit Wasser gespült, sondern nur ausgespuckt werden, damit das in der Zahnpasta enthaltene Fluorid die Zähne gegen Löcher stärken kann.

Bei meinem Sohn steht der erste Zahnarztbesuch kurz bevor. Worauf muss ich mich gefasst machen?

Der erste Zahnarztbesuch entscheidet darüber, mit welchen Gefühlen Ihr Sohn künftig zum Zahnarzt gehen wird. Deshalb legen wir in unserer Praxis grossen Wert darauf, dass dieses Erlebnis positiv empfunden wird. Beim ersten Termin geht es darum, das Vertrauen des Kindes zu gewinnen. Abhängig vom Alter darf der junge Patient auf Ihrem Schoss – oder mutige alleine – auf dem «spannenden» Zahnarztstuhl sitzen. Dann erklären wir dem Kind die notwendigen Hilfsmittel wie «Sünneli», «Zahnföhn» oder «Staubsauger», die das Kind selbst in die Hand nehmen kann. Für seinen Mut darf es am Schluss eine kleine Erinnerung an den Zahnarztbesuch mit nach Hause nehmen.

Ab welchem Alter ist eine Zahnversicherung für Kinder sinnvoll? Sind Kosten für Zahnspangen gedeckt?

Die obligatorische Grundversicherung der Krankenkasse deckt keine zahnärztlichen Kosten. Wir sprechen also vom Abschluss einer freiwilligen Zusatzversicherung. Eine solche kann im Hinblick auf eine Spangentherapie sinnvoll sein. Im Gegensatz zur Grundversicherung unterscheiden sich die Leistungen der Produkte jedoch stark. Da Versicherer ab einem Alter von fünf oder sechs Jahren oft eine zahnärztliche Beurteilung verlangen, sollte die Versicherung vorher abgeschlossen werden, da ein Versicherungsantrag bei absehbarem Behandlungsbedarf abgelehnt würde. Zahnunfälle brauchen Sie nicht speziell zu versichern.

Foto: Getty Images

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