1, 2 oder 3: Die Familienkolumne der Migros

Monica Müller meistert den Alltag mit Kindern meist mit Humor. Oft ist sie auch unschlüssig, wie sie reagieren soll.

Eltern können ein Lied davon singen: Im Alltag mit Kindern müssen manchmal schnelle Entscheidungen her. Hätten Sie in den folgenden Situationen gleich gehandelt wie unsere Kolumnistin? Finden Sie es heraus.

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Monica Müller

Monica Müller hat zwei Buben (9 und 4), einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi. 

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Monica Müller

Monica Müller hat zwei Buben (9 und 4), einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi. 

Die Challenge

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Illustration: Lisa Rock

02.06.2020

Der Kleine (4) verlässt seine Komfortzone nur ungern. Entsprechend kritisch ist er auch allem Neuen gegenüber. Eine neue Jeans muss erst eine Weile im Schrank liegen, bis er sich so weit an sie gewöhnt hat, dass er sie anzieht. Auch das Velo, das er vom Grossen (9) erbte, verschmäht der Kleine seit Monaten. Um ihn in den Sattel zu bringen, habe ich mir eine Challenge ausgedacht. Für jeden Tag, an dem er mehr radelt als am Vortag, erhält er einen Kleber. Beim zehnten Kleber erwartet ihn eine Prämie: ein Autöli. Das Konzept überzeugt ihn. Schon am zweiten Tag fräst er zehn Mal um unsere Überbauung, am dritten zwanzig. Am vierten Tag strampelt er, ohne zu Murren, eine halbe Stunde bergauf. Ab dem fünften Tag will er nach dem Abendessen noch Velotouren unternehmen. Seine Prämie nimmt er schliesslich voller Stolz entgegen und sagt: «Ich will wieder eine Challenge!»

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 2: Der Erfolg der ersten Challenge war so überwältigend, dass ich grosse Hoffnungen auf eine zweite hege. Sollte er danach auch weiterhin flott aufräumen, könnte ich mir gar eine dritte vorstellen. Baustellen gäbe es genug. 

Blattläuse

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Illustration: Lisa Rock

26.05.2020

Im Lockdown habe ich mit dem Kleinen (4) ganz viele Sämchen gesät. Die Vorstellung, dass aus den Krümelchen Pflänzchen entstehen sollen, hat ihn fasziniert. Jeden Tag hat er mehrmals kontrolliert, ob die Erde feucht genug ist, und hat liebevoll gewässert. Als sich die ersten Spitzen der Keimlinge aus der Erde recken, ist er überglücklich. Stündlich überprüft er, ob sie schon weitergewachsen sind, und hält die Familie per Liveticker euphorisch auf dem Laufenden. Am meisten Freude bereiten ihm die winzigen weissen Blüten des Duftsteinrichs. Doch die Idylle währt nur kurz. Schon bald machen sich Blattläuse über unsere Balkonpflanzen her. Ich besprühe sie mit einer Schmierseifenmischung – in der Hoffnung, sie so loszuwerden. Der Kleine ist untröstlich und zielt stundenlang mit der Wasserpistole auf sie. Abends kann er nicht einschlafen, weil er seine Pflänzchen nicht den bösen Läusen ausliefern will.

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 3: Ich bin sicher, der Kleine wird wieder entspannen können, wenn wir Hilfe von den Glückskäfern bekommen. Mehr als 50 Blattläuse kann ein einziger an einem Tag fressen: Dieser Gedanke sollte ihn wieder tief und fest schlafen lassen.

Es lebe die Schule!

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Illustration: Lisa Rock

19.05.2020

Während des Lockdowns haben wir gebacken wie wild: Marmormuffins. Rhabarberwähe, Bananencake … Und wir sind richtig gut geworden im Feuermachen. Sogar der Kleine (4) geht nun routiniert zur Sache, bis die Flammen züngeln und die Cervelats brutzeln. Trotzdem sind wir nicht fetter, sondern fitter geworden. Strampeln wir den Hang hoch, können wir, ohne zu japsen, über die besten Monstertrucks fachsimpeln oder die Hinterlist von Severus Snape in «Harry Potter» beklagen. Immer wieder bin ich aber an die Grenzen des Multitasking gestossen. Etwa wenn mir der Grosse (9) während einer Sitzung ins Ohr raunte: «Warum muss ich diese Scheiss-adjektive immer gelb anmalen?» Oder wenn mir der Kleine mitten im Schreibfluss den Schraubenzieher in die Hand drückte, damit ich sofort ein Auto flicke. Nun geht die Schule wieder auf, und ich werde endlich einen Gedankengang zu Ende denken können.

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 2: Vielleicht schaffe ich auch noch den Bananencake! An diesem ersten Schultag nehmen wir frei und machen so viel Ferien, wie wir in einen Tag packen können. 

Velo-Rowdy

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Illustration: Lisa Rock

12.05.2020

Der Grosse (9) liebte sein erstes Velo und mochte sein zweites. Ab dem dritten ist die Beziehung zu seinem Drahtesel kompliziert geworden. Mit jedem weiteren Gang in der Schaltung hat er gehadert. Schliesslich hat er gar nicht mehr geschaltet und sein Velo genutzt, als wäre es ein Fixie. Im Quartier ist das noch gut gegangen. Aber auf Velotouren ist er arg ins Schwitzen geraten und hat geschimpft. Seit Corona hat er sein Velo neu entdeckt und schöpft dessen Potenzial nun voll aus. Das klingt harmloser, als es ist: Er erkundet Waldwege, springt über Schanzen und Treppen. Mit dem Resultat, dass wir in den vergangenen zwei Wochen fünf Mal beim Velomech waren. Kettenkranz verbogen, Speichen eingedrückt, ein erster platter Reifen, ein zweiter, eine Acht im Hinterrad. Die neu entflammte Liebe zu seinem Velo kostet Geld – und Nerven.

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 1: Ich habe mir immer gewünscht, dass der Grosse gerne Velo fährt. Seine Leidenschaft ist heftiger, als ich mir das je erträumt hätte. Soll er ihr frönen, wir unterstützen damit wenigstens ein lokales KMU.

Albträume

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Illustration: Lisa Rock

05.05.2020

Als der Grosse (9) klein war, plagten ihn nachts immer wieder schlechte Träume. Erst versuchten wir, sie durch eine Spezialtruppe von Plüschtieren abzuwenden. Dann bastelten wir einen Traumfänger, der noch immer über seinem Bett hängt. Mittlerweile sieht er etwas mitgenommen aus – der Kleine (4) findet ihn gar «gfürchig». Sein bester Traumfänger ist sein grosser Bruder; auf dessen Matratze fühlt er sich nachts in Sicherheit. Dennoch suchen ihn bisweilen Albträume heim. Darin verliert er sein Lieblingsauto oder wird von seinem besten Freund in eine Pfütze geschubst. Möchte der Kleine mit dem Grossen etwas am TV gucken, das nicht alters-gerecht ist, sage ich: Wenn du mitschaust, träumst du schlecht. Lange hat ihn das Argument überzeugt. Kürzlich aber hat er gekontert: «Ich habe noch nie nach einem Film für Grössere schlecht geträumt. Aber ich habe immer dann Albträume, wenn ich nicht mitschauen darf.»

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 3: Ich bin ziemlich sicher, dass er begeistert mitwirken wird. Und ich bin gespannt, ob er den Traumfänger lieben oder verschmähen wird.

Das Tagebuch

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Illustration: Lisa Rock

28.04.2020

Zu den Aufgaben des Grossen (9) gehört ein täglicher Eintrag in sein «Corona-Tagebuch». Ich habe mir vorgestellt, seine gesammelten Texte würden dereinst eine Art Familienchronik bilden und unsere schönsten Momente fänden dort ebenso Eingang wie seine manchmal tiefgründigen Gedanken zur Krise. Eine heimliche Lektüre zeigt aber, dass er ganz andere Einträge verfasst. Nirgends steht, dass wir stundenlang durch den Wald spazieren, bräteln, Tannzapfenmandalas legen oder gemeinsam backen und basteln. Dafür schreibt er Sätze wie «Heute war ein wunderschöner Frühlingstag und ich habe ‹Harry Potter 1› gesehen. 2,5 Stunden Fernsehen!» Oder: «Heute spielten wir beim Krematorium Frisbee.» Kurz: Meine pädagogischen Tiefpunkte sind seine persönlichen Highlights. Stelle ich mir vor, dass seine Lehrerinnen das alles lesen werden, beschleicht mich ein ungutes Gefühl.

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 3: Wahrscheinlich haben die Lehrerinnen viel zu lachen, wenn sie die Tagebücher des Grossen und seiner Schulkameraden lesen. Und wir auch, wenn wir Jahre später darin schmökern. 

Im Schlabberlook

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Illustration: Lisa Rock

24.04.2020

Seit wir auch ein Büro und eine Schule sind, lösen sich allmählich die Strukturen auf. Der Kleine (4) bringt uns zusätzlich durcheinander, wenn er von «vormorn» (heute) und «hinter­gestern» (früher) spricht. Mit der zeitlichen Verwirrung einher geht eine schleichende, sanfte Verwahrlosung. Jahrelang habe ich den Grossen davon abgehalten, in der Trainerhose zur Schule zu gehen. Immer wieder haben wir darüber diskutiert und uns schliesslich geeinigt: Für die Schule und für Besuch zieht man Jeans an. Nun hat die Lage sich geändert und der Grosse seine Chance gewittert. Für ihn bedeutet Corona auch: Jeder Tag ist Trainerhosentag! Halbherzig habe ich versucht, mich dagegen zu wehren. Kürzlich habe ich mich bei einer Nachbarin über den Einzug des Schlabberlooks in unseren Alltag beschwert. «Du trägst ja jetzt auch Trainerhosen!», hat sie gesagt und herzhaft gelacht. Erst dann habe ich gemerkt: Oops! Stimmt.

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 3. Offenbar werden zurzeit viel mehr Oberteile als Hosen oder Jupes online gekauft – also bin ich in guter Gesellschaft.

Im Zirkus

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Illustration: Lisa Rock

17.04.2020

Am Anfang war das Homeschooling zwar chaotisch, inhaltlich aber überschaubar. Ein paar Aufgaben-blätter, etwas lesen und malen. Dann haben die Lehrpersonen Zeit gefunden, das Potenzial digitaler Kanäle anzuzapfen. Seither bin ich Zirkustrainerin, Bastelfachfrau und Cellolehrerin. Mit dem Kleinen (4) absolviere ich die Trainingsvideos vom Kinderzirkus, renne Slalom um Plüschtiere, richte mich mit einem besonders mutigen Tierli zwischen den Füssen in die Kerze auf. Schon etwas verschwitzt verwandle ich mit dem Grossen (9) nach Anleitung WC-Rollen in eine Schar Osterhasen. Etwas zittrig lasse ich mich via Skype von der Musiklehrerin briefen, wie man ein Cello stimmt. Nebenbei arbeite ich ein bisschen. Leider verfüge ich über kein artistisches und musikalisches Talent, und mir graut schon vor den nächsten, noch anspruchsvolleren Aufgaben.

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 3: Nach dem dritten WC-Papier-Osterhasen hatte ich den Dreh raus und ein bisschen Spass dabei. Ich nehme die Challenge an!

Im Ring

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Illustration: Lisa Rock

02.04.2020

Den Grossen (9) und den Kleinen (4) verbindet eine Amour fou. Die Bandbreite der Gefühle, die sie füreinander empfinden, ist riesig. Jeden Tag durchlaufen sie das ganze Spektrum. Sie kuscheln, verhauen und versöhnen sich. Eine ihrer Lieblingsaktivitäten ist denn auch «Schlegle nach Regle». Wobei sie ständig über die Regeln diskutieren, sie abändern und über den Haufen werfen. Konstant ist nur eins: Jeder noch so gepflegte Kampf endet in Tränen. Weil die beiden jetzt so viel Zeit zusammen verbringen, haben sie ihr Hobby weiterentwickelt. Sie geben sich coole Namen, bevor sie in den Ring, markiert durch den Wohnzimmerteppich, steigen. Und sie üben sich im Überraschungsangriff. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie der Kleine aka Nakama sich vom Sofa auf den nichtsahnenden Grossen aka Tagnakami stürzt.

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 1. In der Regel helfen Coolpacks über den Schmerz hinweg. Offenbar müssen sie aktuell noch mehr Dampf ablassen als sonst. Immerhin trainieren sie ihre Reflexe. 

Home-Schooling

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Illustration: Lisa Rock

24.03.2020

An meinem neuen Arbeitsplatz zu Hause fällt mir als Erstes der Vogeldreck am Fenster auf. Jeder Vogel, der den nahen Wald ansteuert, scheint an diesem einen Fenster an seinen Multitasking-Skills zu feilen. Auch ich übe mich gerade darin, mehrere Rollen gleichzeitig wahrzunehmen: Während ich versuche, einen Text zu schreiben, brütet der Grosse (9) brav über seinen von mir erteilten Aufgaben. Auf seinem Stundenplan steht: «8.20: Lesen. 9.10: Hundeschnauzen zeichnen. 10.00: Pause. 10.20: Scrabble-Partie. 11.00: Division.» Ich telefoniere gerade mit einem Kollegen aus der IT, als die Titelmelodie eines Actionfilms ertönt. Der Grosse hat genug gelesen, Schäfer, Boxer und Dackel vollendet und sich einen Film gegönnt. Ich protestiere, schalte den Fernseher aus, spiele Scrabble gegen ihn und teste gleichzeitig, was der IT-Fachmann vorschlägt. Der Grosse schreibt nur Wörter, die zur verschmierten Fensterscheibe passen. Das ist also Tag 1 im Home-Office.

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 3: Ich finde Home-Office und Homeschooling als kombinierte Disziplin sehr fordernd. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, auf das Eine zu fokussieren, nutze ich sie. Fensterputzen wird auf der Aufgabenliste des Grossen ganz oben notiert.

Haushaltshilfe

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Illustration: Lisa Rock

16.03.2020

Wünscht er einen Milchschoppen, ist das, als würde er bei Starbucks einen Kaffee bestellen: «Einen grossen, kalten Schoppen, der langsam in meinen Mund fliesst, bitte», ordert er. Menge, Temperatur und Mundstück müssen stimmen. Bei der Pasta würdigt oder bemängelt er die Bissfestigkeit der Penne, den Salzgehalt, die Sauce. Gut möglich, dass er eines Tages ein gefürchteter Gastrokritiker wird. Bis dann sollte er zu Hause aber etwas mehr Dankbarkeit für den Service an den Tag legen. Unsere Strategie ist es, ihn möglichst in die Hausarbeit einzubinden. Deckt er den Tisch, schenkt Wasser ein und reibt Käse, ist er dem Essen viel wohlwollender gesinnt. Danach putzt er besonders gern: Erst wirbelt er den Dreck unter dem Tisch mit einem ­Besen in alle Ecken des Esszimmers. Dann schrubbt er den Esstisch kraftvoll mit einem pflotschnassen Badetuch.

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 2: Ich möchte den Kleinen auf keinen Fall demotivieren, gleichzeitig aber auch den Schaden begrenzen, den er anrichten kann. Im besten Fall lässt sich seine Haushaltseuphorie noch besser kanalisieren.

Pistenrowdy

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Illustration: Lisa Rock

11.03.2020

In dieser Saison ist der Kleine (4) erstmals auf den Ski gestanden. Wobei «stehen» es nicht wirklich trifft: Er fuhr, ohne zu bremsen. In der Skischule hat er zwar die sogenannte Pizza gelernt, er hat sich aber, wie im Restaurant, jeweils für Pommes frites ent­schieden. Oder im Skilehrerjargon: Ski parallel und Gas geben statt Stemmbogen fahren. Seine Voll-Risiko-­Strategie hat seinen Bruder und selbsternannten Trainer grosse Hoffnungen fürs Skirennen ­hegen lassen. Und so hat der Grosse (9) dem Kleinen noch allerhand Tipps mitge­geben: nie bremsen, keinen Pfosten aus­lassen, in die Hocke gehen. Schliesslich ist der Kleine am Start so verwirrt und nervös, dass er den Slalom im Schneckentempo absolviert: Er wird Vierter – von fünf. Nummer fünf hat schon nach der ersten Kurve die Ski ausgezogen. Der Grosse ist enttäuscht, der Kleine auch. Mit Tränen in den Augen sagt er: «Ich hätte gerne gewonnen.»

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 1: Der Kleine war lange ein Wintermuffel. Ich möchte nicht, dass sein Medaillenpech die neu entdeckte Freude am Skifahren trübt.

Die bessere Hälfte

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Illustration: Lisa Rock

04.03.2020

Der Grosse (9) hat seit Geburt dasselbe Lieblings-Plüschtier, und Hase Fritz Hasenfratz rockt noch immer. Der Kleine (4) ist mehr der Typ «Lebensabschnitts-Plüschtier». Er hat schon viele geliebt: den Leoparden, das Büsi, das Kro­kodil, den Hund. Seine Leidenschaft entbrennt jeweils aus dem Nichts – bis sie genauso plötzlich wieder verpufft. Aktueller Favorit ist der Hammerhai. Er begleitet den Kleinen in die Kita, auf den Spielplatz, in den Schwimmkurs, in die Ferien, ins Bett. Jeden zweiten Satz beginnt er mit «Der Hammerhai …». Auf die Frage einer Freundin, wie er am liebsten heissen würde, könnte er seinen Namen tauschen, sagt er denn auch «Hammerhai». Neuerdings spielt der Hammerhai auch bei Uno und Monopoly mit. Und er ist eine richtige Nervensäge. Würfelt er ungünstig, heult er los, muss er ins Gefängnis, wimmert er, schaut man kurz weg, hat er die Bank aus­geraubt.

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 3: Ich bin gespannt, wie der Kleine reagiert, wenn sein Liebling Konkurrenz bekommt. Und ich freue mich schon darauf, es dem Hammerhai heimzuzahlen – und beim Monopoly auf seinem Niveau zu spielen.

Im Netz

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Illustration: Lisa Rock

02.03.2020

Als Erstes sollte es dem Christkindli an den Kragen gehen. An Weihnachten half der Grosse (9) dem Kleinen (4) dabei, eine Falle zu bauen. Erklärtes Ziel war es, dieses Wesen zu schnappen und auszufragen. Die Mission scheiterte, aber die Faszination Falle ist geblieben: Immer neue Schlingen spannt der Kleine in seinem Zimmer. Leider wird er immer besser dabei. Statt farbiger Wolle verwendet er neuerdings auch gerne helle Fäden oder Zahnseide. Auf die neueste Kreation ist er sehr stolz: Nachdem ich ihm erklärt habe, was Wilderer sind, schützt er seine selbstgebaute Savanne mit mehreren Netzen. An Putzen und Aufräumen ist nicht mehr zu denken. Kürzlich hat er nachts schlecht geträumt und nach mir gerufen. Schlaftrunken torkle ich in sein Zimmer und damit in die Fallen. Nicht nur die Savanne leidet, auch mir tuts tierisch weh.

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 3: Ich bin eigentlich ziemlich beeindruckt vom Werk des Kleinen und möchte es gerne noch etwas stehen lassen. Natürlich hoffe ich, dass es ihm selbst bald zu mühsam wird und er sein Sicherheitskonzept überdenkt.

Der Parkwächter

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Illustration: Lisa Rock

13.02.2020

Der Kleine (4) ist fasziniert von Automaten. Warten wir aufs Tram, programmiert er Tickets bis in die entferntesten Ecken des Tarifverbundes. Möchte jemand ein Billett lösen, bietet er seine Hilfe an. Leider vertrauen die Fahrgäste ihm nicht und haben es immer pressant. In den Skiferien entdeckt er einen neuen Apparat. Auf dem vereisten Parkplatz am Fuss des Skilifts ist die Hölle los. Mit Ski und Stöcken beladen, die Handschuhe unter den Arm geklemmt, stehen die Wintersportler Schlange, um ein Parkticket zu lösen. Der Kleine schaut interessiert zu, während wir auf den verspäteten Skibus warten. Immer wieder lächelt er gewinnend und streckt sein Händchen zur Hilfe hin – vergebens. Endlich kommt sein Charme an, und ein älteres Paar überlässt ihm das Ticket-Management. Er erledigt den Job prompt und kassiert zwei Franken als Belohnung. Der Kleine kann sein Glück kaum fassen und will weiterarbeiten. Als der Bus endlich kommt, weigert er sich einzusteigen.

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 3: Beflügelt vom Erfolg, wird er den Weg zurück in die Ferienwohnung auch zu Fuss schaffen. Auf dem Heimweg gibt es einen Kiosk, wo er seinen ersten Lohn verpulvern darf.

Das Geschenk

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Illustration: Lisa Rock

07.02.2020

Die Advents- und Weihnachtstage waren für den Kleinen (4) eine spannungsgeladene Zeit. Oft wachte er nachts auf und dachte an Geschenke, die er gern hätte. Was er wohl kriegen würde, war ungleich wichtiger, als was er anderen schenken könnte. Mein Mantra, wie schön Schenken ist, verpuffte zwischen dem Duft von Zimtsternen und den Beats von
«Last Christmas». Kürzlich, als wir an einem Glasperlengeschäft vorbeispazieren, will der Kleine unbedingt ein Armband basteln. Er wählt jedes «Krälleli» sorgfältig aus und zieht es hoch konzentriert auf die Schnur. Als sein Werk vollendet ist, sagt er: «Ich möchte noch eins für meinen besten Freund machen.» Yes!, denke ich. Er legt sich nochmals ins Zeug und ist schliesslich mächtig stolz auf sein Werk. Als er es seinem besten Freund endlich übergeben kann, reisst dieser das kleine Päckchen auf und sagt: «Ich will das nicht.»

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 3: Ich möchte diese schreckliche Situation so schnell wie möglich auflösen. Vielleicht kann ich den besten Freund unter vier Augen fragen, warum er so reagiert hat. Oder dem Kleinen gut zureden, dass er einem anderen Lieblingsmenschen eine Freude damit bereitet.

Schlafwandler

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Illustration: Lisa Rock

04.02.2020

Der Kleine (4) liebt Donald-Duck-Heftli, stundenlang kann er sich darin vertiefen. In seiner Lieblingsgeschichte schlafwandelt Donald. Nachts isst er jeweils den Kühlschrank leer, morgens schnauzt er Tick, Trick und Track an, weil er denkt, sie hätten sich über den Schinken und Käse hergemacht. Schliesslich ertappen die Neffen ihren Onkel auf frischer Tat. Kürzlich wollte der Kleine unbedingt ein Johannisbeer-Zältli. Ich sagte Nein. Er gab vor, ganz schrecklich husten zu müssen. Ich sagte Nein. Dann verdrückte er sich mit seinem liebsten Comic auf das Sofa, und ich dachte, das Thema sei gegessen. Als ich ihm abends einen Gutenachtkuss gebe, riecht er nach Johannisbeere und lächelt zu-frieden. In seinem Händchen hält er die goldene Schachtel. Bevor ich schimpfen kann, sagt er: «Ich bin schlafgewandelt!»

 

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 3: Ich muss auch mal an mich denken: Die Chance, dass er schnell einschläft, ist grösser, wenn ich ihn nicht stelle. Ich finde seinen Einfall wirklich gut, möchte ihn aber nicht dazu ermuntern, diese Nummer jede Nacht abzuziehen.

Schrittzähler

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Illustration: Lisa Rock

29.01.2020

Zum Geburtstag hatte sich der Grosse (9) sehnlichst einen Schrittzähler gewünscht. Als er ihn dann endlich bekam, hatte er Pech. Es war ein Montagsmodell, vom ersten Tag an defekt. Er musste sich gedulden, bis
wir ihn gegen einen neuen eintauschen konnten. Leider ­verschwand sein liebstes Gadget spurlos, kurz nachdem er die 20'000er-Grenze geknackt hatte. Wir suchten verzweifelt danach. Vergebens. Schliesslich kauften wir ihm ein neues. 

Diesmal hielt das Glück länger. Schon bald wusste der Grosse, mit welcher Zahl er von Montag bis Sonntag mittags und abends rechnen konnte. Manchmal schleppte er sich schlaftrunken nochmals aus dem Bett und machte einige Schritte, um den Tag mit einer runden Nummer abzuschliessen. Doch nun, plötzlich, ist der Schrittzähler nicht mehr an seinem Handgelenk. Als ich frage, ob er ihn erneut verloren habe, verneint er. «Ich fühle mich ­einfach freier ohne», sagt er.

 

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 2: Ich wollte schon immer mal wissen, wie viele Schritte ich an einem durchschnittlichen Tag mache. So viel kann ich verraten: Es sind einige weniger, als der Grosse jeweils geschafft hat.

Schwimmkurs

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Illustration: Lisa Rock

10.01.2020

Der Kleine (4) ist eine Wasserratte. Im Sommer blieb er jeweils im Freibad, bis ihn die Bademeisterin mit der Trillerpfeife aus dem Pool verjagte. Im Herbst liess er keine Pfütze aus. Und seit Winter ist, taucht er so oft als möglich in der Badewanne ab. Schon lange spricht er davon, dass er gern richtig schwimmen lernen möchte. Endlich ist es so weit, und er darf erstmals in den Schwimmkurs. Je näher der Tag rückt, desto mehr mischt sich Nervosität in die Vorfreude. Als wir Badehose und Tüchli einpacken, spricht er von Bauchschmerzen, nein: Husten. Vor Ort ist die Hölle los: Kinder springen ins Wasser, kreischen, spritzen sich an. Dem Kleinen löscht es vollends ab. Die ersten 20 Minuten sitzt er steif am Beckenrand. Als die Gruppe nach Ringli taucht, streckt er zaghaft einen Fuss ins Wasser. «Kommst du mit, Mami?», fragt er mit flehendem Blick.

 

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 1. Ich bin zwar nass geschwitzt, aber ins Wasser muss er allein. Zum Glück lenken ihn die Ringli etwas ab, und er springt ihnen nach, ohne gross nachzudenken. Richtig in Fahrt kommt er, als der Kurs vorbei ist.

Kind der Woche

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Illustration: Lisa Rock

31.12.2019

Endlich ist es so weit: Der Grosse (9) ist das sogenannte Kind der Woche. Was nach einem Privileg klingt, bedeutet vor allem – Arbeit: Er «darf» einen ­Vortrag halten – und ist begeistert. Als Thema wählt er Eishockey, denn da kennt er sich aus. Morgens steht er früher auf, um an seinem Vortrag zu arbeiten. Nachmittags fügt er weitere Ideen hinzu. Abends feilt er daran. Sein Brainstorming füllt ein A3-Blatt, wie ein heimlicher Blick auf seine Notizen zeigt. Als er mich fragt, ob er mir seinen Vortrag präsentieren dürfe, setze ich mich gespannt in sein Zimmer – und los gehts. Seine Begeisterung fürs Thema ist spürbar. Beim Erklären spielt er Regeln und Fouls nach und mimt dabei verschiedene Spieler. Er redet, foult und trällert sich so in Fahrt, dass er seine zwei Minuten um ein Vielfaches überzieht. Mittendrin hält er inne und fragt: «Und?»

 

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 3: Ich denke, bei all den Ideen ist es hilfreich, wenn er sich überlegt, was er unbedingt mitteilen will und was er leider weglassen muss. Und womit er beginnen will. Auch wenn er das doof findet. Sehr doof sogar.

Sammelfreuden

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Illustration: Lisa Rock

24.12.2019

Meine Buben sind grosse Sammler. Jedes gemalte Bild, jeden gefundenen Stein, jedes geschenkte Heftli behalten sie. Entsprechend voll sind ihre Zimmer. Schlage ich hie und da vor, sie könnten sich doch wieder einmal von Dingen trennen, reagieren sie ungehalten: Das in mühsamster Kleinarbeit
erstellte Bild eines lächelnden Einhorns soll weg?! Oder der während einer anstrengenden Wanderung gefundene Stein mit Streifen?! Umso überraschter bin ich, als der Grosse (9) mir offenbart, er räume jetzt auf und sortiere aus, womit er nicht mehr spiele. Er geht schnell und kompromisslos vor, und innert kürzester Zeit lichten sich Pult, Büchergestell und Schrank wie von Zauberhand. Wo bloss sind all seine ausrangierten Sachen geblieben? Ein Blick ins Zimmer des Kleinen (4) schafft Klarheit. Da hockt er inmitten seiner neuen Schätze; das Chaos ist komplett.

 

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 1: Gut möglich, dass die neuen coolen Schätze des Grossen diejenigen des Kleinen überstrahlen und hoffentlich den Abschied von einigen Dingen erleichtern.

Teigschlacht

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Illustration: Lisa Rock

17.12.2019

Meine Buben backen unheimlich gern. Ich muss nur «Grittibänz» sagen, und schon rasen sie in die Küche und schnappen sich ihre Schürzen. Bald ist es aber vorbei mit der Idylle. Jeder Arbeitsschritt ist hart umkämpft: Wer darf das Mehl in die Masse geben? Wer den Mixer bedienen? Nachdem sich die Gemüter beruhigt haben und der Teig aufgegangen ist, machen wir uns daran, diesem Leben ­einzuhauchen. Der Grosse (9) kreiert liebevoll Teigmännchen mit Hüten, Schals und Schuhen. Dem Kleinen (4) ist das zu kompliziert, und so produziert er eine Schlangen­familie. Im Nu hat er drei Generationen geformt und denkt nicht ans Aufhören. Die Teigmenge schwindet ­rasant. Der Grosse fühlt sich nicht teiggerecht behandelt und disst die Schlangen des Kleinen. Worauf dieser seinen schönsten Bänz flachmacht.

 

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 2: Der Grosse ist so enttäuscht über die unfreundliche Geste des Kleinen, dass es sofort eine Lösung braucht. Und der Kleine hat die Übersicht über seine Schlangendynastie ohnehin längst verloren.

Bastelwahn

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Illustration: Lisa Rock

10.12.2019

Das Lieblingsfach des Grossen ist Handarbeit. Was er dort lernt, lebt er zu Hause aus. Da ich nicht so die Bastelqueen bin, spielt mir das in die Hände. Ich besorge die Materialien, er setzt um. Seine neueste Leidenschaft gilt dem Fingerstricken. Routiniert -wickelt er drei Stränge Garn um seine Finger und legt los. Im Nu bilden sich farbige Bändel. Die ersten Werke fallen unter die Kategorie Schmuck, denn sie muten an wie ein Hybrid aus Kette und Schal. Bald schon hat er flauschige Accessoires für die ganze Familie produziert. Je mehr er strickt, desto schneller wird er und desto länger werden seine Erzeugnisse. Die neueste Kreation ist rund acht Meter lang, und er denkt nicht ans Aufhören. Ich frage ihn: «Was wird das?» Er antwortet euphorisch: «Damit können wir unseren Christbaum einhüllen!» 

 

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 1. Der Götti schätzt Basteleien grundsätzlich sehr. Allenfalls wird er sich über die Grösse seines Geschenks wundern. Ich aber finde: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

Christkindli 2.0

Migros Familien-Blog Christkindli
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Illustration: Lisa Rock

30.11.2019

Seit dem Geburtstag zählt der Kleine die Tage bis Weihnachten. Er freut sich auf die Guetzli, die Grosseltern, die Geschenke. In umgekehrter Reihenfolge. Die Frage, wie er zu den richtigen Päckli kommt, treibt ihn um. Gezielt fischt er die Spielwarenkataloge aus der Post, akribisch markiert er mit farbigen Klebezetteln seine Wünsche.

Immer wieder versuche ich, seine Erwartungen zu drosseln. Ich erzähle ihm, wie zart das Christkindli ist und wie vielen Kindern es ein Geschenk bringen muss. Darauf geht er nicht ein. Lieber klebt er noch mehr Post-its neben die Spielsachen seiner Träume. Entdeckt er in einem Laden etwas Tolles, bittet er mich, es zu fotogra­fieren, um das Foto ans Christkindli weiterzuleiten. Aber irgendwie traut er der Abwicklung nicht ganz. «Gibst du mir bitte dein Handy?», fragt er. «Ich möchte mit dem Christkindli telefonieren.»

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 2: Ich denke nicht, dass er mit Drängen viel erreicht, eher mit Charme. Und den drückt er in jeder einzelnen Zeichnung aus. 

Zahnteufelchen

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Illustration: Lisa Rock

23.11.2019

Der Kleine liebt Desserts und hasst Zähneputzen – eine ungünstige Kombination. Seit er Süsses kriegt, haue ich ihm die Geschichte mit den Zahnteufelchen um die Ohren. Obwohl ich sie über die Jahre immer mehr zugespitzt habe, lässt sie ihn kalt.

In der Bibliothek haben wir kürzlich das Bilderbuch «Neues aus der Milchzahnstrasse» entdeckt. Es erzählt die Geschichte der beiden Kariesmännchen Hacky und Dicky, die es sich in Zahnhöhlen gemütlich machen, inklusive Leseecke und Pool. Das sorgt für Zahnschmerzen, bis die Zahnpolizei ausrückt. Hacky und Dicky ist gelungen, woran ich mir die Zähne ausbiss. Doch leider wacht der Kleine nun mitten in der Nacht auf und will sich die Beisserchen nachputzen, aus Angst vor Hacky und Dicky. 

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 3: Ich bin froh, muss ich nicht mehr um jedes Mal Zähneputzen kämpfen. Mit der Zeit wird die Angst wohl abflachen. Bis dann hat sich hoffentlich eine gute Routine eingespielt.

Popeye

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Illustration: Lisa Rock

17.11.2019

Der Kleine hat ein bescheidenes Repertoire an gesunden Dingen, die er gern isst. Basilikumpesto liebt er. Gurken und Rüebli mag er. Bananen kann er hie und da etwas abgewinnen. Immer wieder versuche ich, ihm Obst und Gemüse unterzujubeln. Bohnen und Peperoni beispielsweise fliegen in Hacktätschli nicht auf, und in einem Curry lassen sich Mais und Auberginen bestens verstecken.

Kürzlich habe ich es wieder einmal ganz direkt versucht mit einer Portion Spinat. Der Grosse haut rein, der Kleine sagt nur «bäh!». Worauf der Grosse zu schwärmen beginnt, wie stark Spinat mache. Und von Popeye erzählt, der Unmengen davon vertilge und dadurch unbesiegbar sei. Erst ist der Kleine skeptisch. Bis der Grosse aufsteht, seinen Stuhl himmelwärts stemmt und «schau, wie stark ich jetzt bin!» ruft. Verstohlen probiert jetzt auch der Kleine etwas Spinat – er scheint ihm zu schmecken. Nun steht er ebenfalls auf und hievt seinen Stuhl in die Höhe. Dieser wackelt gefährlich.

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 1: Ich bin wirklich froh, wenn Spinat auf dem Speiseplan akzeptiert wird. Und unsere Wand ist schon länger nicht mehr wirklich weiss…

Autopanne

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Illustration: Lisa Rock

17.11.2019

Für den Kleinen gibt es nichts Tolleres als Autos. Sein Einsatz mit dem Ärztekoffer war befristet, wie auch die Schichten im Verkäuferliladen und seine Regiearbeiten. Von Autos aber kann er nicht genug kriegen. Er geht nicht aus dem Haus ohne einen Rucksack voller Polizeiwagen, Offroader, Rennautos. In jeder Jackentasche ist ein vierrädriges Gefährt verstaut, nachts parkiert er die aktuellen Favoriten unter der Bettdecke. Stundenlang spielt er Stau, baut Bahnen und und gibt zufriedene Motorengeräusche von sich. Das wäre ja alles gut und schön.

Kürzlich aber hat er sich heimlich in unserem parkierten Auto hinters Steuer und ins Glück gesetzt. Offenbar hat er auch einige Knöpfe gedrückt. Denn als wir das nächste Mal losfahren wollen, ist die Batterie leer, und der Pannendienst muss uns in die Autogarage begleiten.

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Antwort 2: Der Aufwand, um das Auto wieder fahrtüchtig zu machen, war dann doch etwas hoch. Auch wenn der Moment dem Kleinen unglaublich gefallen hat, wollen wir ihn auf keinen Fall wiederholen.

Hitparade

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Illustration: Lisa Rock

12.11.2019

Der Musikgeschmack unserer Familie ist breit. Hören wir gemeinsam Musik, darf jeder abwechslungsweise ein Lied wählen. Der Kleine liebt Songs wie «Döner macht schöner». Der Grosse kontert mit Justin Biebers «I don’t care». Der Papa versucht, sich mit hartem Rock wieder einzumitten.Wenn ich dann an der Reihe bin, wünsche ich mir Italianità mit «Felicità». Manchmal trällert der Kleine deshalb «Tschitta, Tschitta».

Kürzlich, beim Abholen von der Kita, sagte die Betreuerin mit besorgter Miene: «Heute gab es einen Vorfall.» Ich denke an einen handfesten Konflikt. Doch sie fügt an: «Er hat den ganzen Tag ein Lied gesungen mit nicht kindgerechtem Text.» Es stellt sich heraus, dass es «Sexbomb» war. Das muss vom Nonno kommen, er war als junger Mann in New York am Tom-Jones-Konzert und ist noch immer ein Fan.

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 3: Ich glaube nicht, dass die anderen Kitakinder vom Ständchen des Kleinen traumatisiert wurden. Da viele Lieder bei uns zu Hause auf Englisch oder Italienisch laufen, ist auch selten wirklich verständlich, was er da so singt.

Fussballfieber

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Illustration: Lisa Rock

05.11.2019

Der Grosse und der Kleine lieben Fussball. Wie so oft hat sich die Leidenschaft des Grossen auf den Kleinen übertragen – mit einem gewissen Nervpotenzial für den Grossen. Während der WM 2018 hat der Kleine auch fleissig Panini-Bildchen ins Album geklebt. Leider hat er auch die doppelten Bilder des Grossen auf die bereits eingeklebten gepflastert und so dessen Tauschware verspielt. Wenn sie zusammen Tischfussball spielen, jubelt der Kleine über jedes erzielte Goal, auch Eigengoals verbucht er für sich – sehr zum Ärger des Grossen.

Nun verbringen wir einige Tage mit Freunden in einem Ferienhaus, mit «FIFA-Game!» Den ganzen Tag über freuen sich die älteren Buben, abends 30 Minuten lang in die Schuhe von Ronaldo & Co. schlüpfen zu können. Der Kleine will auch in einem Team mitkicken, was das Spiel der anderen aber torpedieren würde. 

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 3: Der Kleine hantiert überglücklich an seinem Knüppel und ist voll im Spiel. Dass er nicht wirklich zugeschaltet ist, merkt er nicht. Und die anderen Buben geniessen ungestört ihre 30 Minuten Fame auf dem Rasen.

Das Ende

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Illustration: Lisa Rock

31.10.2019

Der Grosse (9) blättert immer mit Interesse die Post durch. Und so liest er auch die Todesanzeige einer Bekannten, die so alt war wie seine Nonna. Er bricht in Tränen aus, schluchzt und schnieft: «Irgendwann sterben auch meine Grosseltern.» 

Der Kleine (4) rennt aus dem Zimmer, umarmt seinen Bruder und fragt: «Hast du dir wehgetan?» Während er «Heile, heile Säge» schmettert, erklärt ihm der Grosse, weshalb er so weinen muss. Der Kleine fragt entsetzt: «Müssen wir auch sterben, wie die Dinosaurier?» Nun flennt auch er. Um den Kleinen zu trösten, sage ich. «Wer weiss, vielleicht landen wir dann alle im Himmel, zusammen mit den Dinosauriern.» Bevor der Kleine Trost in diesem Gedanken finden kann, sagt der Grosse mit einem sarkastischen Unterton: «Das bezweifle ich sehr.» Beide brechen zusammen.

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 1: Das Thema ist wichtig, aber ich denke, es lässt sich nicht für beide Alter zusammen angemessen angehen. Der Grosse verdient eine Ernsthaftigkeit, die man dem Kleinen noch nicht zumuten kann.

Portemonnaie weg

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Illustration: Lisa Rock

24.10.2019

Sonntags muss der Grosse (9) bereits in aller Früh auf dem Eisfeld stehen. Der Papa weckt ihn um 5.30 Uhr, fährt und motiviert den müden Spieler, fant und friert. Nach dem Hockeymatch sind wir noch im Wald verabredet. Als wir losziehen möchten, findet der Papa sein Portemonnaie nicht. Wir durchsuchen die Wohnung, durchleuchten das Auto – vergebens. Auch in der Eishalle wurde nichts gefunden. Statt mit uns in den Wald zu spazieren, setzt sich der Papa erneut ins Auto, fährt nochmals in die Pampa hinaus und sucht die Tribüne der Eishalle selber ab – umsonst. 

Wir telefonieren und besprechen, ob er nun alle Kreditkarten sperren lassen soll. Der Kleine (4) hört zu und erklärt fröhlich: «Papis Portemonnaie liegt unter meinem Bett.» Ein Blick unters Bett bestätigt seine Aussage. 

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 3: Ich bin mir nicht sicher, wie vorsätzlich seine Tat war. Da er während unserer Suche versunken spielte, hat er sie wohl gar nicht mitbekommen. Ich schärfe ihm aber ein, Portemonnaie, Schlüssel und Handy grundsätzlich nicht zu verstecken. 

Lächeln

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17.10.2019

Der Kleine (4) liebt Fotos. Er blättert freudig durch alte Alben, auch wenn es ihn irritiert, dass er da noch nirgends zu sehen ist. Er wischt sich interessiert durch die Tausenden von Bildern, die auf meinem Handy gespeichert sind. Und noch lieber schiesst er selbst Fotos. Von seinen Spielsachen, von sich, von uns. Vom Boden, von der Wand, vom WC. Als seine Gotte ihm eine Kinderkamera schenkt, bin ich begeistert: ein tolles Geschenk!  

Jetzt dokumentiert der Kleine also ungeschminkt unser Leben. Kaputte Legos, volle Abfallkübel, leere Wein­flaschen. Um eine etwas positivere Note in seine Bildsprache zu bringen, schlage ich ihm vor, doch auch wieder mal Menschen zu knipsen. Nun lauert er mir hinter jeder Ecke auf und schreit: «Mami, lächeln!» Bevor ich eine Chance habe, mich zu sortieren, hat er bereits abgedrückt.

Wie hätten Sie reagiert?

Antwort 1: Manche Momente in meinem Leben möchte ich lieber nicht für die 
Ewigkeit festgehalten haben.

Kino

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06.10.2019

Früher, da war ich oft und gern im Kino. Seit ich Mutter bin, sehe ich vielleicht noch ein, zwei Mal im Jahr Filme auf der richtig grossen Leinwand. Früher, da war ich im Bild über die neuesten Streifen und ihre Würdigungen. Heute kann es vorkommen, dass ich mit meinem Popcorn im weichen Polster versinke und erst am Ende von «Hobbit» merke, dass ich nicht die ganze Geschichte, sondern nur den ersten Teil einer Trilogie erzählt bekomme. Nun habe ich Geburtstag, es regnet, und ich habe eine tolle Idee: Wir könnten dies mit unserem ersten Kinobesuch zu viert feiern! Der «Kleine Drache Kokosnuss» wird bereits ab vier Jahren empfohlen, so alt ist der Kleine schon fast. Wie so oft sind wir etwas knapp dran, und der Film ist ausverkauft. Wir alle sind enttäuscht.

Wie hätten Sie reagiert?

Wir wagen es, zumal der Kleine die Geschichten der prügelfreudigen Gallier aus den Heften kennt und liebt. Bis auf den Showdown, der ihm doch etwas zu wild ist, ist er begeistert von der Erfahrung. 

Festdekoration

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01.10.2019

Was in seinem Umfeld auftaucht, inspiriert den Kleinen. Erblickt er eine Banane, will er sie essen. Entdeckt er ein Blatt Papier, will er malen. Manchmal lässt er sich entsprechend manipulieren. Ein Velohelm oder ein Leiterlispiel am richtigen Ort platziert – und schon will er velölen oder würfeln. Öfter ist es aber so, dass ihm just etwas ins Auge sticht, auf das wir nicht so wild sind wie er. Nach einer ausufernden Geburtstagsfeier unter Erwachsenen, steht noch ein Papiersack mit Dekorationsartikeln herum. Während wir auf dem Sofa fläzen, entdeckt der Kleine die Girlanden und Ballone – und legt los. Er staffiert unsere Wohnung mit Wimpeln und Luftschlangen aus, sodass kein Durchkommen mehr ist. Stolz sagt er: «Jetzt ist schon alles dekoriert für meinen fünften Geburtstag.» Der ist in elf Monaten.

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Uns fehlt die Energie für Widerstand. Und irgendwie finden wir seine Partybereitschaft auch reizend. 

Burger King

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24.09.2019

Je müder ich bin, desto attraktiver scheinen mir kleine Ausnahmen. Beim Nonno verhält es sich anders: Je grösser die Liebe zu seinen Enkeln, desto unnötiger sind Regeln. Denn sie halten die Buben bloss von Dingen ab, die ihnen Spass machen. So darf der Grosse nach Lust und Laune auf Nonnos Handy gamen. Sein Enkel lerne viel, wenn er einen Burgerladen manage, verteidigt der Nonno seine Einstellung. In der Tat scheint der Grosse ein gutes Händchen zu haben: Seine Imbissbude floriert, und er schwingt sich von Level zu Level. Ende Monat wird auch klar, warum: Gegen Aufpreis hat er Fritteusen angeschafft und Personal angestellt. 45 Franken wurden von Nonnos Kreditkarte abgebucht.

Wie hätten Sie reagiert?

Auch wenn der Grosse die 45 Franken in Nonnos Augen gut investiert hat, wird er das nächste Mal seinem Enkel vielleicht eher über die Schulter schauen. Mich jedenfalls freut es, dass ich mit meinen Bedenken gar nicht sooo daneben lag… 

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Die Rückeroberung

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17.09.2019

Als mein Mann und ich zusammenzogen, träumten wir von einer asiatisch eingerichteten Wohnung. Doch statt schlichten Tatamimatten und Futons hievten wir dann doch unsere alten Möbel in unser neues Zuhause. Der Traum der luftigen Räume war ganz ausgeträumt, als der Grosse auf die Welt kam. Schon bald verstellten Stubenwagen, Kinderbett und Wickeltisch die Wohnung. Mit jedem Geburtstag und jeder Weihnacht kamen Autos, Puzzles, Stofftiere und Legoraumschiffe dazu. Auch nach der Geburt des Kleinen verpassten wir es beim Umzug in eine andere Wohnung, Weite zu schaffen. Das Wohnzimmer, das wir eigentlich als Erwachsenenzone definieren wollten, ist zu einer eigentlichen Turnhalle verkommen. Hier toben sich unsere und andere Buben am Töggelikasten, beim Tischhockey oder mit den Minihockey-Torsets aus. Immer wieder flackert aber der alte Traum auf. Und er wird dringlicher.

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Wie hätten Sie reagiert?

Es ist Zeit für drastische Schritte. Mindestens die Hälfte der Zeit soll der Wohnraum so asiatisch wie möglich sein. Und von da aus erobern wir uns weitere Räume zurück.

Dinosaurier

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10.09.2019

Der Kleine ist fasziniert von Dinosauriern. Gehen wir auf den Spielplatz oder einkaufen, packt er mindestens den Tyrannosaurus Rex und den Ankylosaurus ein. Spielt er mit Legoklötzen, baut er Villen mit Pools für die Echsen der Urzeit und ihre Babys. Für die Gutenachtgeschichte wählt er jeweils das Buch «Dinosaurier Rekorde» aus. Während er in seinem himmelblauen Plüschpijama im Bett fläzt und an einem lauwarmen Schoppen nippt, erzähle ich ihm von denjenigen mit den schärfsten Krallen, dem stärksten Biss und dem lautesten Gebrüll. Dann schläft er friedlich ein. Manchmal wüten die faszinierenden Wesen in seinen Träumen weiter. Kürzlich ist er nachts urplötzlich aufgewacht und hat mich wachgerüttelt. Mit Tränen erstickter Stimme fragt er: «Mami, sind wirklich alle Dinos gestorben?»

Wie hätten Sie reagiert?

Ich bringe es nicht übers Herz, ihn mit der ganz harten Realität zu konfrontieren und murmle etwas von Reptilien. Auch deshalb, weil ich so bald wie möglich weiterschlafen möchte. 

Ninja Parkour

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04.09.2019

Es gibt Leidenschaften des Grossen, die ich nicht teile. Seine Liebe zu Trampolinhöllen ist so eine. Immer wieder spricht er davon, wie sehr er wieder einmal in der Agglomeration in einem fensterlosen Raum um sein Leben springen will. Zugegeben, das waren meine Worte. Und einfach gemacht habe ich es ihm nicht. Zehn Runden Finnenbahn laufen war die Bedingung für den nächsten Trampolin-Ausflug. Er hats geschafft. Nicht am Stück, aber in Raten. Und so fahren wir mit einem Freud des Grossen in eine dieser Hüpfburgen. Weil auch der Kleine dabei ist, muss ich als Aufseherin mit ins Geschehen. Ich sehe, wie die Buben den Ninja Parkour absolvieren und denke: Cool! Das probiere ich jetzt auch. Im Fernsehen sieht das immer so einfach aus. Schon bei der ersten Hürde bleibe ich jämmerlich stecken. «Mami, das ist nicht dein Ernst, oder?», fragt der Grosse.

Wie hätten Sie reagiert?

Der Kleine hüpft sich auch ohne mich durch. Also übe ich, bis ich die erste Hürde schaffe, und noch eine und noch eine. Zum Glück misst niemand die Zeit.

Spielverderber

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27.08.2019

Zwischen den Bedürfnissen des Grossen und denen des Kleinen liegen fünf lange Jahre. Das ist bei Gesellschaftsspielen besonders spürbar. Der Grosse befolgt die Spielregeln, der Kleine torpediert sie: Beim Monopoly reiht er die strategisch platzierten Häuser mitten im Spiel nach Farben auf; beim Quartett lässt er den Schwarzen Peter verschwinden, weil ihn niemand will; beim Leiterlispiel zählt er zu seinen Gunsten falsch. Dennoch wollen die Buben immer wieder zusammen spielen. Kürzlich haben wir uns La Cucaracula vorgeknöpft. Hier kämpft man als Team mit Kerzen und Knoblauch gegen einen Vampirkäfer, der batteriebetrieben durch die Schlossgänge rast. Die Jagd endet handgreiflich: Der Grosse schmeisst dem Kleinen den Kartonmond an den Kopf, der wirft heulend den Käfer hinter das Sofa.

Wie hätten Sie reagiert?

Die Spiellust ist da, die Unvereinbarkeit bleibt: Ich hoffe, das zweigleisige Zocken zu packen. Falls nicht, können der Grosse und Kleine sich gemeinsam über mich beschweren – das verbindet.

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